Fußball : Kellerkinder proben den Aufstand

Fußball-Bezirksliga, Gruppe 5: Die Abstiegskandidaten aus dem Gelderland sind ausnahmslos erfolgreich. Schlusslicht SV Sevelen beendet mit einem 3:1 gegen Viktoria Goch eine lange Durststrecke. GSV Geldern unter Wert geschlagen.

Es war der Spieltag der Kellerkinder - die Abstiegskandidaten waren ausnahmslos erfolgreich. Selbst Schlusslicht SV Sevelen, konnte nach neun sieglosen Anläufen endlich wieder einen Erfolg feiern. Alle Gelderland-Vereine machten Boden gut und die Liga rückt noch enger zusammen - das ist Abstiegsspannung auf hohem Niveau. Im Kampf um den Relegationsplatz gab es keine Bewegung. Der GSV Moers unterlag überraschend bei der Zweitvertretung des 1. FC Kleve, aber die Verfolger GSV Geldern und TSV Wachtendonk-Wankum konnten daraus kein Kapital schlagen.

TSV Wachtendonk-Wankum - FC Aldekerk 0:1 (0:0). Die Fronten waren klar abgesteckt. Die Gäste aus Aldekerk brauchten unbedingt einen Dreier, um nicht den Anschluss an das rettende Ufer zu verlieren, Wachtendonk wäre im Falle eines Erfolges bis auf einen Punkt am Tabellenzweiten GSV Moers dran gewesen. Es entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel mit wenigen Torchancen. Der Gastgeber hatte die größte Möglichkeit zur Führung, scheiterte aber an Gästekeeper Petrovic. Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel dann das Tor des Tages. Oliver Mertens gelang nach einer schönen Einzelleistung der Führungstreffer, als die Gastgeber in der Vorwärtsbewegung den Ball verloren. Der TSV erhöhte nun den Druck, die Gäste verteidigten aber gut und ließen bis auf eine Möglichkeit nur ganz wenig zu. Am Ende reichte es für einen knappen Aldekerker Sieg. "Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns, die Einstellung der Mannschaft hat mich überzeugt", meinte FCA-Spielertrainer Marc Kersjes. Wachtendonks Trainer Günter Abel fand lobende Worte für die Gäste. "Die Aldekerker haben besser gespielt als es der Tabellenplatz aussagt. Meiner Mannschaft mache ich keinen Vorwurf. Wir haben aber das Problem, dass der letzte Ball nicht kommt und wir deshalb nicht torgefährlich genug sind."

DJK Twisteden - FC Meerfeld 4:1 (1:0). Der erste Sieg im neuen Jahr fiel für die Twistedener deutlich aus und war zudem extrem wichtig, da auch alle Mitkonkurrenten im Abstiegskampf punkten konnten. Erfreulich natürlich auch, dass sich Torjäger Jan van de Meer zurückgemeldet hat, der mit drei Toren (24./53./62.) entscheidenden Anteil an diesem Erfolg hatte. Erst in der 84. Minute gelang den Gästen aus Moers durch einen Elfmeter der Anschlusstreffer, in der 90. Minute stellte Lukasz Gesikowski mit dem 4:1-Endstand den alten Abstand wieder her.

SV Budberg - Sportfreunde Broekhuysen 2:2 (1:2). Ganz nah am nächsten Dreier waren die Sportfreunde in dieser Begegnung, doch diesmal erwischte es das Team von Spielertrainer Sebastian Clarke in der 90. Minute, zum Glück nur mit dem Ausgleichstreffer. "Das Ergebnis ist vom Spielverlauf eigentlich ja in Ordnung, aber wie es dann zustande kam, ist doch ärgerlich", meinte Clarke nach der Begegnung. Denn die letzten zehn Minuten dieses Spiels musste sein Team in Unterzahl bestreiten, als nach einer Verletzung das Auswechselkontingent schon erschöpft war. Das Freistoßtor der Gastgeber in der letzten Minute war dann nicht mehr zu verteidigen. Bis dahin hatten die Broekhuysener dem Druck der Budberger gut standgehalten und nur wenige zwingende Situationen zugelassen. Die knappe Pausenführung war nicht unverdient. Budberg ging in der 23. Minute in Führung, Sebastian Clarke glich postwendend aus, Igor Puschenkow legte fünf Minuten später zur 2:1-Führung nach. Am Ende fehlte das Quäntchen Glück, um drei Zähler mit nach Hause zu nehmen.

SV Sevelen - Viktoria Goch 3:1 (0:1). Endlich konnten die Sevelener Spieler nach der Partie den Soundbuster in der Kabine mal wieder richtig aufdrehen. Das sah allerdings in der Pause noch nicht danach aus, als die Heimelf in der 43. Minuten das 0:1 kassierte. Mit den ersten 45 Minuten war Trainer Gunnar Gierschner dann auch nicht zufrieden, das sollte sich aber nach dem Wechsel ändern. "Nach der Pause haben die Jungs noch mal alles rausgeworfen und sind für den Einsatz belohnt worden." Da kam auch Torjäger Philipp Langer in Schwung, der nach 63 Minuten den verdienten Ausgleich erzielte, zwischenzeitlich nur den Pfosten traf, dann aber zehn Minuten vor dem Ende beim 2:1-Führungstor zur Stelle war. Eine Minute vor dem Spielende machte dann Dennis Heyn mit seinem Tor zum 3:1 den Sieg perfekt.

SV Walbeck - Hülser SV 2:0 (1:0). Für den SV Walbeck galt es, nach dem Erfolg beim GSV Geldern am Bergsteg nachzulegen. Leicht machten es die Gäste aus Krefeld den Spargeldörflern nicht, sind doch die Gäste in Sachen Klassenerhalt lange noch nicht aus dem Schneider. Es war eine enge Begegnung, die taktisch geprägt war. Die Hülser stellten die Räume geschickt zu, den Walbeckern gelang es selten, in die gefährliche Zone zu gelangen. Erst eine Flanke in der 33. Minute, die der Gästetorhüter nicht gut parierte, brachte Marcel Giesen aus zehn Metern in Schussposition zur 1:0-Führung.

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie lange offen. Walbeck hatte einige gute Situationen, die aber nicht gut zu Ende gespielt wurden, um eine frühzeitige Entscheidung herbeizuführen. So bestand immer die Gefahr, dass die Gäste ausgleichen konnten. Erst in der Nachspielzeit machte Stefan Gorthmanns mit dem 2:0 den Sack zu. "Wir haben die Partie unnötig lange offen gehalten, da hätten wir in einigen Situationen konsequenter zu Ende spielen müssen", meinte Trainer Jörg Hegmans.

Fichte Lintfort - GSV Geldern 5:2 (1:1). Am Ende fiel die Gelderner Niederlage dann doch zu deutlich aus, vom Spielverlauf her hätte es durchaus anders aussehen können. "Für uns war dies ein Bonusspiel, wir haben einiges ausprobiert und es hat erstaunlich gut geklappt", meinte Trainer Timo Pastoors. Am Anfang stand der GSV noch nicht so gut, Fichte nutzte dies zum Führungstreffer (16.). Die Gelderner glichen in der 20 Minute durch einen Elfmeter aus. Besser kam der GSV nach der Pause aus den Kabinen und hatte die besseren Möglichkeiten. Die Führung der Lintorter (67.) glich Stefan Maletic vier Minuten später aus. Pech hatten die offensiven Gelderner bei einem Lattentreffer, ehe sie in der Schlussphase ausgekontert wurden. "Das ist eine ärgerliche Niederlage, da war mindestens auch ein Punkt drin", meinte Pastoors.

(ksch)
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