Fußball: Keine Angst vor der Herkulesaufgabe

Fußball : Keine Angst vor der Herkulesaufgabe

Der Tabellenvorletzte hat zwar bereits sieben Punkte Rückstand auf Relegationsplatz 15. Doch von Trübsal kann am Walbecker Bergsteg keine Rede sein. Jens Jütten und Jörg Hegmans wollen mit den Kickern das Ruder noch herumreißen.

walbeck Nach dem Trainingsauftakt in der vergangenen Woche erschallte nach der anschließenden Mannschaftssitzung ein Schlachtruf durch die Kabinengänge am Bergsteg. Ein untrügliches Indiz dafür, dass die Stimmung der ersten Mannschaft des SV Walbeck so schlecht nicht sein kann. Auch wenn die Tabellensituation der Kicker aus dem Spargeldorf etwas anderes vermuten lässt.

Die Trainer Jens Jütten und Jörg Hegmans, die zu Landesligazeiten als Spieler schon bessere Zeiten in Walbeck erlebt haben, bleiben einstweilen gelassen. Die Ausgangslage hat's in sich: Bei sieben Punkten Rückstand auf Relegationsplatz 15 wird es für den SV Walbeck eine Herkulesaufgabe, den Klassenerhalt noch in trockene Tücher zu packen. Es droht, wie schon im Jubiläumsjahr des Vereins in der Saison 2013/'14, der Abstieg in die Kreisliga A. Damals gelang der direkte Wiederaufstieg. Den wesentlichen Grund dafür, dass es so weit kommen konnte, sieht Jörg Hegmans im völlig verkorksten Saisonstart, der mit einer 0:3-Auftaktniederlage beim Aufsteiger und Lokalrivalen Twisteden begann.

"Nach der schwachen Vorstellung in Twisteden hat die Mannschaft dann ein richtig gutes Spiel gegen Kleve II gemacht und völlig unverdient in der Nachspielzeit das 0:1 kassiert", erinnert sich Hegmans, der da noch Co-Trainer unter John Hesen war. Nach einem 3:3 am dritten Spieltag beim SV Budberg folgte eine schwarze Serie mit nur einem Punkt aus sieben Spielen. Tiefpunkte waren die Heimschlappen gegen den VfL Tönisberg (2:7) und den TSV Wachtendonk-Wankum (1:6).

Erst am elften Spieltag gelang der erste Saisonsieg im Heimspiel gegen den Lokalrivalen GSV Geldern. Eine Trendwende war dies indes nicht. Folgerichtig zog der Verein mit der Entlassung von John Hesen die Reißleine. Um eine spontane Aktion handelte es sich dabei nicht. Denn zumindest auf sportlicher Ebene hatte die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer schon länger nicht mehr gestimmt.

Jörg Hegmans übernahm die Chefrolle, der Verein nahm Jens Jütten als gleichberechtigten Trainer mit ins Boot. "Wir möchten für mehr Stabilität sorgen, einige Dinge besser machen und nicht laufend auf die Tabelle schauen", sagt Jens Jütten. Die Handschrift des neuen Trainerduos ist schon erkennbar, doch Veränderungen im Spielsystem erfordern Geduld und Ausdauer. Angesichts der mageren zehn Punkte, mit denen der SV Walbeck überwintert, ist die Umsetzung naturgemäß schwierig.

"Wir haben sicher in der Breite einen guten Kader. Es fehlt allerdings die individuelle Klasse, die wir beispielsweise im letzten Jahr mit Michael und Sven Jansen im offensiven Bereicht hatte", erklärt Jütten. Führungsspieler mit langjähriger Erfahrung, die auch mal höherklassig gespielt haben, fehlen dem SV Walbeck. Immerhin stehen in der Rückserie die Routiniers Phillip Pertz oder Daniel Mertens wieder zur Verfügung.

Aufgegeben hat sich der SV Walbeck noch nicht. "Von Trübsal kann keine Rede sein. Die Mannschaft ist nach wie vor willig und motiviert. Natürlich müssen jetzt auch mal Erfolgserlebnisse kommen", sagt Jörg Hegmans. Gelegenheit dazu erhalten die Walbecker erstmals am Sonntag, 4. Februar, wenn der 18. Spieltag nachgeholt wird. Dann ist der Nachbar aus Twisteden zu Gast am Bergsteg.

Vielleicht hat auch die gute Platzierung der vergangenen Saison, als man am Ende mit 43 Punkte ohne Not die Klasse hielt, zur Fehleinschätzung in einer sehr ausgeglichenen Gruppe beigetragen. Für Jens Jütten drängt sich ein Vergleich zur Bundesliga auf: "Unsere Situation ist vergleichbar mit der des 1. FC Köln. Allerdings haben wir momentan noch einen Punkt mehr."

(ksch)