Fußball : Kein Verein für schwache Nerven

Spitzenteam oder Abstiegskandidat - im gesicherten Mittelfeld haben sich die Kicker aus dem Straelener Süden schon lange nicht mehr aufgehalten. Das soll sich ändern - im neuen Jahr möchte sich das Team schnell von der Gefahrenzone absetzen.

broekhuysen Zur Abwechslung sollte im Straelener Süden endlich einmal wieder ein ruhiges Jahr her. Denn im beschaulichen Broekhuysen waren die vergangenen fünf Spielzeiten allesamt entweder von Auf- oder Abstiegskampf geprägt. Zwei Ab- und zwei Aufstiege stehen im Mittelpunkt der jüngsten Kapitel der Vereinschronik. Unvergessen ist speziell der Titelgewinn in der Bezirksliga, der den kleinen Dorfverein im Sommer 2014 in die Landesliga katapultierte.

"In diesem langen Zeitraum stand immer das ganze Umfeld unter Strom", erklärt Sebastian Clarke, der seit anderthalb Jahren als Spielertrainer der Sportfreunde fungiert. "Darum wollten wir es in dieser Saison etwas ruhiger angehen lassen, indem wir den Klassenerhalt so früh wie möglich festmachen."

Dieses Konzept schien zunächst aufzugehen. Der Aufsteiger aus der Kreisliga A verlor zwar in Sven Verhaagh, Mark Schmalz und Benedikt Peun gleich drei immens wichtige Mitglieder der Offensivabteilung, legte in der Bezirksliga aber trotzdem los wie die Feuerwehr. Nach acht Spielen standen bereits 13 Punkte zu Buche, die keineswegs gegen "Fallobst" geholt wurden. Die Sportfreunde schlugen beispielsweise gleich drei Anwärter auf die Vizemeisterschaft: GSV Geldern, TSV Wachtendonk-Wankum und GSV Moers.

Folgerichtig schien sich die Mannschaft im Mittelfeld der Tabelle festsetzen zu können. "Zu diesem Zeitpunkt haben wir es super geschafft, die Abgänge zu kompensieren", so Clarke. Großen Anteil daran hatten die beiden Neuzugänge Marwin Driessen und Igor Puschenkow, die in der Offensive an der Seite von Clarke mächtig wirbelten und damit ihrem Top-Torjäger den Weg bahnten: Finn Helders brachte mit seinen bislang neun Saisontoren mehr als eine Abwehrreihe in Verlegenheit. "Wenn wir in der zweiten Hälfte der Hinrunde ähnlich gut gespielt hätten, müssten wir uns keine Sorgen mehr machen", erklärt Clarke.

Taten die Sportfreunde aber nicht - im Gegenteil: In den acht Spielen vor der Winterpause gelang nur ein einziger Sieg (3:1 gegen den SV Budberg), der Vorsprung auf den Relegationsplatz 15 beträgt jetzt nur noch einen Punkt. "Wir haben eine junge Mannschaft, deren Leistung häufig schwankend ist. Manchmal auch innerhalb eines Spiels", hat Clarke einen der wesentlichen Gründe für den Abwärtstrend ausgemacht. "Diese kurzen Schwächephasen hat der Gegner dann häufig zu Toren genutzt."

Hinzu kam, dass sich gegen Ende der Hinrunde einige Spieler verletzten. "Das lasse ich als Entschuldigung aber nicht gelten", betont der 32-jährige Sport- und Mathematiklehrer, dessen Kader qualitativ und quantitativ hochwertig genug ist, um Ausfälle zu kompensieren. Das zeigte sich auch im letzten Broekhuysener Meisterschaftsspiel des alten Jahres, das bereits eine Weile her ist. Am 19. November setzte es gegen den unangefochtenen Ligaprimus Fichte Lintfort eine denkbar unglückliche 0:1-Heimniederlage, die auch noch durch ein Eigentor zustande kam. "Wir sind trotzdem insgesamt mit einer guten Stimmung in die Winterpause gegangen", bekräftigt Clarke.

Der beste Beweis: Der Broekhuysener Auftritt bei der Hallen-Kreismeisterschaft in Geldern. Die Sportfreunde traten im gesamten Turnier als Kollektiv auf, schalteten sowohl nach vorne als auch nach hinten schnell um und holten sich deswegen verdient den Siegerpokal. "Da haben wir das gezeigt, was uns auch in unserer stärksten Phase ausgezeichnet hat", erklärt Clarke, der dieses Erfolgserlebnis für die Rückrunde nutzen möchte. "Wir werden wieder versuchen, kompakt zu agieren und dann schnell umzuschalten."

Begonnen hat die Vorbereitung auf den 4. Februar, an dem gleich das immens wichtige Duell gegen den direkten Verfolger aus Aldekerk ansteht, bereits in der vergangenen Woche. Angesichts der kurzen Zeit sind keine Experimente geplant. "Wir wollen das, was gut funktioniert hat, noch verbessern, an der Verbindung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen arbeiten und zudem topfit werden", kündigt Clarke an.

Mit von der Partie ist auf der Sportanlage Op den Bökel ab sofort auch Michel Hornbergs. Der 19-jährige Flügelspieler kommt vom SV Sonsbeck II und stellt eine dringend benötigte Alternative in der Offensive dar. Denn neben Marwin Driessen, der sich seit November mit einer Bänderverletzung herumplagt, steht auch hinter Finn Helders ein Fragezeichen. Der Knipser laboriert an einer komplizierten Knieverletzung - im schlimmsten Fall kommt er in der Rückrunde gar nicht zum Einsatz. "Das wäre natürlich ein herber Verlust", gesteht Clarke. Es wäre jedoch nicht das erste Mal, dass es den Sportfreunden gelingt, einen namhaften Ausfall zu kompensieren.

(n-h)
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