Kardinal-von-Galen-Gymnasium, Schule gegen Rassismus

Aus den Schulen : Großes Fußball-Turnier mit Tina Theune

Das Kardinal-von-Galen-Gymnasium setzte ein Zeichen gegen Rassismus. Die Ex-Bundestrainerin ist Patin des Projektes.

Am Freitag wurde das Kardinal-von-Galen-Gymnasium von der europäischen Jugendinitiative als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Das Gymnasium setzte mit diesem Tag ein weiteres Zeichen dafür, wie es Menschenrechte gestaltet und erlebt.

Als Patin für dieses Projekt konnte die ehemalige Trainerin der deutschen Frauennationalmannschaft, Tina Theune, gewonnen werden.

Und was liegt bei dem Besuch einer Weltmeistertrainerin näher, als zu diesem besonderen Anlass ein Sportfestest auszurichten?

Im Hülsparkstadion spielten verschiedene Jahrgangsstufen ein „Changing-Teams-Turnier“ in acht Durchgängen zu je fünf Minuten aus.

„Als Tochter eines evangelischen Pfarrers und als Christin versteht es sich von selbst, gegen Rassismus zu sein. Da brauchte ich nicht zwei Mal überlegen, um als Patin für dieses Projekt zu fungieren“, sagte Theune, die selber Schülerin des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums war und dort ihr Abitur gemacht hat. Ein Fußballplatz sei das beste Beispiel für Integration, da habe Rassismus keinen Platz. Dieser würde leider von außen, durch Zuschauer, reingetragen.

In seiner Begrüßung wies Kevelaers Bürgermeister Dominik Pichler auf das Zitat des AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland bezüglich Jerome Boateng hin, in dem er sinngemäß angegeben hatte, dass Boateng ja als Fußballer akzeptabel sei, ihn aber keiner als Nachbarn haben wollte. „Das ist für mich klarer Rassismus“, so Pichler und erhielt Applaus der Schüler.

Die Projekt-Patin hielt bei ihrer Ansprache zwei Trikots der deutschen Nationalmannschaft hoch, eins der Männer vom WM-Sieg 2014 und eins der Frauen vom Olympia-Sieg in Rio. Beide waren von den Spielern handsignert. „Auf diesen Trikots stehen eine Menge Namen von Spielern mit Migrationshintergrund, die wesentlich zu den Erfolgen ihrer Nationalmannschaften beigetragen habe“, sagte sie. Diese Trikots stiftete sie der Schule.

Sebastian Clarke, Trainer bei den Sportfreunden aus Broekhuysen und Lehrer am Gymnasium, der für einen reibeungslosen Turnierverlauf die Verantwortung getragen, hatte, übernahm die weitere Moderation und ehrte die besten Spieler und Spielerinnen und verteilte Präsente an Schüler für ihr „Fair Play“.

Für alle Gewinner hatte die Fußballtrainerin Originaltrikots von aktuellen und ehemaligen Nationalspielern, teils handsigniert, mitgebracht.

Dann war es endlich soweit. Anna Warner und ihre Lateinschüler der achten Klasse konnten die Urkunde als „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ entgegennehmen.

„Vor einem Jahr hatte ich die Idee dazu. Meine Schülerinnen waren sofort von der Idee begeistert“, so die Lateinlehrerin. „Wir werden uns gegen Rassismus in der Schule einsetzen und das in Projekten weiterleben lassen.“

Das Kardinal-von-Galen-Gymnasium erhielt diesen Titel als erste Schule der Stadt Kevelaer und vierte im Kreis Kleve. Sämtliche Gewinne, die an diesem Tag eingenommen wurden, kamen dem Verein „Runder Tisch Flüchtlinge Kevelaer“ zugute.

Die Schule steht für ein positives Miteinander sowie Anerkennung aller und betrachtet dies als Erziehungsauftrag. Das wird in verschiedenen im Schulprogramm etablierten Aktionen deutlich ( „Stolpersteine“, Fahrt nach Auschwitz, Zeitzeugengespräche). Die Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus wird in das Schulprogramm aufgenommen und jedes Jahr durch verschiedene Aktivitäten dort seinen Platz finden.

Tina Theune. Foto: Heinz Spütz
Zwei Fußballexperten, die ehemalige Bundestrainerin der Frauen, Tina Theune, und Sebastian Clarke, Spielertrainer des Bezirksligisten Sportfreunde Broekhuysen, gemeinsam im Hülsparkstadion in Kevelaer. Foto: Heinz Spütz

Und wenn man die Chance hat, sich mit einer Ex-Bundestrainerin unterhalten zu können, musste natürlich die Frage nach den Chancen der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in Frankreich gestellt werden: „Die werden Weltmeister“, war ihre knappe Antwort. „Aber die müssen einen guten Start erwischen. Das ist wichtig.“

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