Fußball : SV 19 Sevelen feiert Vereinsjubiläum

Seit der Gründung am 2. November 1919 besteht der Sportverein bald 100 Jahre. Ein großer Festakt findet auf der Sportanlage statt.

Seit nunmehr 100 Jahren rollt beim SV 19 Sevelen der Ball. Dieser seltene Geburtstag wird auf der vor zwei Jahren neu erstellten Sportanlage „Am Koetherdyck“ ausgiebig gefeiert.

Aber wie sah es überhaupt damals, vor 100 Jahren, aus, als die Menschen von der Schnelllebigkeit noch nicht eingefangen waren und man auf dem Lande mit dem Wort Fußball noch gar nichts anfangen konnte. Fußball war eine Sportart, die zur damaligen Zeit von vielen verpönt wurde. Vermutlich können sich insbesondere die jungen Leute aus der heutigen Zeit gar nicht vorstellen, mit welchen Schwierigkeiten die Gründer zu kämpfen hatten. Das Fußballspielen, wie es heute praktiziert wird, war alles andere als eine Selbstverständlichkeit .

Auf der Homepage des SV Sevelen ist in der von Dieter Teuwsen in Worten verfassten Chronik einiges über die Anfänge des Vereins zu erfahren:

Der 1. Weltkrieg war gerade ein Jahr vorbei, als sich 25 sportbegeisterte, junge Leute zusammenrauften, um einen Fußballklub zu gründen. Die Gründungsversammlung fand im Lokal „Smeets am Markt“ statt. 1. Vorsitzender wurde Heinrich Fronhoffs, Schriftführer Hermann Leurs und um die finanziellen Belange kümmerte sich Johannes Boemans. Mannschaft- und Gerätewart war Hannes Fronhoffs. Der Monatsbeitrag wurde auf 25 Pfennige festgesetzt und für den ersten Fußball musste gesammelt werden. Jupp Hülsmann stellte den väterlichen Brotwagen zur Verfügung und Karl Janssen sein Pferd. So war eine Transportgelegenheit für die Mannschaft geschaffen, um die den Fußballklub Sevelen so manch anderer Verein beneidete.

Ein Jahr nach der Vereinsgründung schloss man sich dem Westdeutschen Spielverband an und ab dieser Zeit fand ein geordneter Spielbetrieb statt. Die Vereinsfarben waren rot-schwarz, also lang gestreifte Trikots und schwarze Hose. Gespielt wurde in der C-Klasse, der heutigen Kreisliga B, gegen Mannschaften wie BV Kevelaer, Spielverein Straelen, Spielverein Walbeck, Gelria und Sparta Geldern. Durch die Klubauflösung in Hartefeld bekam der Fußballverein Sevelen dankbaren Spielerzuwachs.

1923 erfolgte der Übergang zur DJK (Deutsche Jugendkraft, einem katholischen Sportverband), der neue Vereinsname lautete Treuwacht Sevelen. Die Mannschaft kämpfte sich bis in die Gauklasse hoch und spielte bis in den 30-er Jahren ständig „oben mit“.

Um 1933 wurde die DJK verboten und alle Sportvereine dem NS-Sportbund angeschlossen. In der 2. Kreisklasse spielte die Elf lange gegen Mannschaften wie SV Weeze, TUS Kevelaer, Union Wetten, Spielverein Veert, Schwarz-Weiß Walbeck, TuRa Camp, TuS Lintfort und Preußen Vluyn. Der Spielbetrieb konnte noch bis zum Kriegsausbruch 1939 aufrecht gehalten werde.

Nun war Krieg, der nach und nach alles zum Erliegen brachte. Zerbrochen und ohne Hoffnung kehrten die Überlebenden in die zerstörte und verwüstete Heimat zurück. Auch aus Reihen des Sevelener Sportvereins blieben viele draußen. Eine Ehrentafel nennt die Namen der 16 Gefallenen und sieben vermissten Kameraden.

Der 2. Weltkrieg war beendet. Ein Vereinsleben sollte wieder stattfinden. Es waren Idealisten, die die Arbeit, wie die Beschaffung von Sportmaterial oder den Verkehr mit den Behörden leisteten. Gönner stifteten Stoffe, Eier und Speck; Mütter schneiderten Sportanzüge.

Heute zählt der Verein 545 Mitglieder mit 21 Mannschaften, bestehend aus 17 Jugendmannschaften inklusive Jugendspielgemeinschaften, drei Herrenmannschaften, einer Damenmannschaft und einer Alt-Herren-Mannschaft. Die Vereinsfarben sind schwarz und weiß.

Besonders stolz ist die Vereinsführung um die 1. Vorsitzende, Michaela Dellen, auf ihre Jugendarbeit.

„Dafür ist der SV Sevelen bekannt, darauf wurde hier schon immer Wert gelegt“, so die Vorsitzende. „Nicht ohne Grund sind wir bereits

1993 von der Sepp Herberger-Stiftung für unsere bemerkenswerte Jugendarbeit ausgezeichnet worden“, und sieht die Festwoche als Gelegenheit, allen Mitgliedern für ihren ehrenamtlichen Einsatz und Hilfsbereitschaft ein Dankeschön zu sagen.

Der Clou wäre sicherlich der direkte Wiederaufstieg in die Bezirksliga gewesen.

100 Jahre SV 19 Sevelen. Foto: Verein
100 Jahre SV 19 Sevelen. Foto: Verein
100 Jahre SV 19 Sevelen. Foto: Verein
100 Jahre SV 19 Sevelen. Foto: Verein
100 Jahre SV 19 Sevelen. Foto: Verein
100 Jahre SV 19 Sevelen. Foto: Verein
100 Jahre SV 19 Sevelen. Foto: Verein

Diesen Wunsch konnte die Mannschaft von Gunnar Gierschner dem Verein und seinen Anhängern nicht erfüllen – aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Mehr von RP ONLINE