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Jona Balkhausen hat seine Ausbildung beim TSV Wa.-Wa. absolviert

Ausbildung im Sportverein : Der TSV WaWa bildet die Zukunft aus

Als zweiter Azubi des Vereins beendet Jona Balkhausen seine Ausbildung zum Sportkaufmann. Eine Erfolgsgeschichte aus Wachtendonk-Wankum.

Sein großes Talent als Fußballer blieb bisher unentdeckt und deshalb hat Jona Balkhausen, 21-jähriger Mittelfeldspieler beim SV Bedburg-Hau, frühzeitig den Traum von einer Karriere als Profikicker und dem großen Geld ausgeträumt. Er ist Realist – doch der Abiturient des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Kleve war clever genug, sich einen Plan B zurechtzulegen. Er hat die Hoffnung, irgendwann im Konzert der Großen doch noch mitspielen zu können, nicht begraben.

Der Turn- und Sportverein Wachtendonk/Wankum ist vermutlich der einzige Sportverein in der hiesigen Umgebung, der als Ausbildungsstätte jungen, sportbegeisterten Menschen den Einstieg in das Berufsleben ermöglicht. „Nach dem Abitur war mein Berufswunsch, irgendwas mit Sport zu machen. Aber nicht in einem Fitness-Studio, sondern bei einem ganz normalen Sportverein“, erinnert er sich. Der bekennende Bayern-Fan wurde bei einer Azubi-Börse fündig. Dort stieß er auf eine Anzeige des TSV Wachtendonk/Wankum. Der Verein bot eine Ausbildung zum Sport-und Fitnesskaufmann an. Auf seine Bewerbung bekam er einen positiven Bescheid – das war im Sommer 2017.

„Wir sind als anerkannter Ausbildungsbetrieb bei der Industrie- und Handelskammer eingetragen und unser 2. Vorsitzender, Dietmar Hepp, ist Inhaber des Ausbildereignungsscheins“, erklärt die Geschäftsführerin, Alexandra Töpper, die in Personalunion die Geschäftsstelle leitet. Die Vereinsführung hatte zunächst Zweifel, ob der Auszubildende die Strapaze, die Strecke von Kleve nach Wachtendonk täglich zu fahren – immerhin eine Stunde Fahrzeit durch den ganzen Kreis Kleve – durchhalten würde und sich mit der Entscheidung, ihm die Stelle zu geben, schwer getan. „Wir wurden eines besseren belehrt“, sagt die Geschäftsführerin nun. „Jona war und ist ein Musterbeispiel an Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit", erklärt Töpper.

Seine Ausbildung gestaltete sich in vier Blöcken: Zweimal pro Woche war Berufsschule in Krefeld angesagt. Weiter konnte er den Übungsleiterschein beim Fußballverband Niederrhein machen, um Übungsleiterstunden, die zum festen Bestandteil der Ausbildung gehören,  geben zu können. Er trainierte die D- und F-Jugendmannschaften und darüber hinaus die Ballspielgruppe der Volleyball-Bambinis. Auf der Geschäftsstelle im Sportpark Laerheide kümmerte er sich um die kaufmännischen Angelegenheiten: Mitgliederverwaltung, Rechnungswesen, Unterstützung bei der Buchhaltung und sonstige administrative Tätigkeiten gehörten zu seinen Aufgabengebiete. Der vierte Punkt nannte sich „Ausbildung im Verbund“ – dreimal vier Wochen lang bei einem Steuerberater und beim Kreissportbund reinschnuppern und mitarbeiten.

Jona Balkhausen hat nun seine Lehre frühzeitig nach zweieinhalb Jahren am 22. Januar erfolgreich beendet. Er bleibt dem Verein als Mitarbeiter noch etwa ein halbes Jahr erhalten. „Im Verein haben wir neun Abteilungen mit etwa 1400 Mitgliedern“, wirft Alexandra Töpper ein. „Jona war mehr als eine gute Hilfe und wir werden diesen Weg des Ausbildungsangebotes weitergehen.“ Und nun zu seinem Plan B: Im September, zu Beginn des Wintersemesters, ist der frisch gebackene Sport-und Fitnesskaufmann zuversichtlich, einen Studienplatz zu bekommen und den Studiengang Sportökonom oder Sportmanagement zu belegen. „Es ist tatsächlich meine absolute Wunschvorstellung, über meine berufliche Qualifizierung einmal bei einem Bundesliga-Verein zu landen“, schildert er.

Einer, der bereits weit vor Balkhausen die gleiche Ausbildung beim TSV Wa./Wa. gemacht hat, ist Jannik Wißfeld. Der gebürtige Wachtendonker arbeitet in Vollzeit auf der Geschäftsstelle und ist nach wie vor der Meinung, damals, von 2010 bis 2013, alles richtig gemacht zu haben. „Ich habe mein Hobby zum Beruf machen können und der Verein hat mir die Möglichkeit eröffnet, neue Berufsfelder kennenzulernen. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Jannik Wißfeld.