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Jannik Stevens ist ein Dauerbrenner beim SV Straelen

Fußball : Ein Dauerbrenner beim SV Straelen

Jannik Stevens spielt mittlerweile die fünfte Saison beim Regionalligisten. Der 28-Jährige hat in dieser Zeit drei Aufstiege, einen Abstieg und sieben Trainer erlebt. Heute tritt der Neuling beim Spitzenreiter Rot-Weiss Essen an.

Jannik Stevens vom Fußball-Regionalligisten SV Straelen, der heute, 19.30 Uhr, das Nachholspiel beim Spitzenreiter Rot-Weiss Essen bestreitet, hat schon bemerkenswerte Stationen hinter sich. Er war sechs Jahr alt, als seine Eltern ihn bei Borussia Mönchengladbach anmeldeten. Zehn Jahre später spielte er vor 4500 Zuschauern im Borussia-Park um die Deutsche Meisterschaft der B-Junioren. Im Halbfinale unterlag seine Mannschaft gegen den späteren Meister VfB Stuttgart. Stevens war damals auf der Position des linken Verteidigers gesetzt und spielte in der A-Jugend-Bundesliga unter anderem mit Marc André ter Stegen und Patrick Herrmann.

Der gebürtige Mönchengladbacher stand kurz vor dem Fach-Abitur, als ihm die Borussia einen Amateurvertrag anbot. Eventuell eine Lehre zu machen, war für ihn nie ein Thema gewesen. Zu dieser Zeit war der VfL Bochum auf der Suche nach einem Ersatz für Matthias Ostrzorek, der an einen Erstligisten verkauft werden sollte. Der Verein legte Stevens einen Vertrag mit der Option vor, in den Profikader aufgenommen zu werden, vor. Er packte seine Koffer und zog nach Bochum. Die Sache mit dem Abi hatte sich erledigt, er wollte eine Profikarriere starten.

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Beim VfL lief es anfangs gut für den heute 28-Jährigen. Als U-23-Spieler trainierte er bei den Profis mit, wurde regelmäßig in den Kader berufen und kam zu Einsätzen in der Zweiten Liga. Ein Jahr später übernahm aber Peter Neururer das Kommando beim Zweitligisten. Er teilte Stevens unmissverständlich mit, dass er ohne ihn plane.

RB Leipzig meldete Interesse an dem Linksfüßler an. Der nach oben strebende Klub war gerade in die Dritte Liga aufgestiegen, neben dem Leipziger Stadion entstand für 40 Millionen Euro ein Nachwuchs-Leistungszentrum. Sollte sein Traum von der Profikarriere im Osten Deutschlands in Erfüllung gehen? Für Stevens war es alles andere als eine einfache Entscheidung.

Dazu muss man wissen, dass seine Eltern sich zwar einige Zeit vorher getrennt hatten, aber die Familie ihm nach wie vor sehr viel bedeutet – am meisten sein sieben Jahre jüngerer, behinderter Bruder. Er trug sich mit dem Gedanken, seine Mutter und seinen Bruder mit nach Leipzig zu nehmen. Doch da hatte er sich zu früh gefreut, denn der Wechsel kam gar nicht zustande. „Mein Berater und ich haben da ganz einfach zu hoch gepokert und uns verzockt. Der Verein hat sich dann für Anthony Jung entschieden“, so Stevens. Jung wurde später Bundesliga-Spieler, Stevens stand ohne Verein da. Und die Saison hatte bereits begonnen.

Der 21-Jährige kam noch bei Alemannia Aachen unter und spielte in der Regionalliga eine überragende Saison. Für die nächste Spielzeit plante der Verein den Aufstieg, natürlich mit Stevens. Die erste Partie wurde mit 1:0 bei der SG Wattenscheid 09 gewonnen. Drei Tage später wollte Zweitliga-Absteiger Jahn Regensburg Jannik Stevens unter Vertrag nehmen. Er sprach mit seinem Trainer Hans-Peter Schubert, der auch Vereins-Manager war. Dieser nahm die Wechselabsichten sehr persönlich, schraubte die Ablösesumme dermaßen hoch, dass Regensburg von einer Verpflichtung absah. Und ließ Stevens auf der Bank schmoren. „Er hat mich nicht mehr spielen lassen. Manchmal war ich gar nicht im Kader. Der Verein hat mich im Winter nur gehen lassen, wenn ich nicht zu einem Konkurrenten aus der Regionalliga wechsele. Das wurde schriftlich fixiert“, so Stevens. Er ging in die Regionalliga Südwest zu Eintracht Trier, wo er mit dem aktuellen Nationalspieler Robin Koch in einem Team stand.

Nach dieser halbjährigen Episode fasste er für sich den Entschluss, vorerst nicht mehr in der Regionalliga, sondern höher spielen zu wollen. Angebote kamen genug herein, nur keine von Drittligisten. Also musste er sich fit halten und tat das unter anderem bei Fortuna Sittard, wo er den heutigen Straelener Mannschaftsführer Ferry de Regt kennenlernte. Stevens blieb nur die Hoffnung auf die nächste Spielzeit. Doch lukratives Angebot flatterten nicht ins Haus, er blieb vereins- und arbeitslos.

Stephan Houben, damals Trainer beim Landesligisten SV Straelen, holte ihn im Winter 2016/17 in die Blumenstadt. Mittlerweile hat der Dauerbrenner auf der linken Abwehrseite, den momentan allerdings eine Adduktorenverletzung plagt, im Verein drei Aufstiege, einen Abstieg und sieben Trainer erlebt. Neben dem Fußball absolviert er eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann bei der Firma Tecklenburg.