Sportschießen: Jana Erstfeld im "Club der 400er"

Sportschießen: Jana Erstfeld im "Club der 400er"

Luftgewehr-Bundesliga Nord: SSG Kevelaer kassiert überraschende 2:3-Niederlage gegen den Abstiegskandidaten Braunschweiger SG und schlägt den SV Gölzau mit 3:2. Am Heimwochenende im Januar ist Hochspannung garantiert.

Das Regiebuch ist perfekt. Wenn die Schieß-Sport-Gemeinschaft (SSG) Kevelaer am Wochenende, 13. und 14. Januar, zum zweiten Mal einen Doppel-Wettkampftag der Luftgewehr-Bundesliga live überträgt, ist für Hochspannung gesorgt. Denn am Sonntag kommt's voraussichtlich zu einem "Endspiel" um den Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft. Um 12 Uhr heißt's dann tatsächlich "High Noon", wenn der Gastgeber auf den Verfolger TuS Hilgert trifft.

Nach neun von insgesamt elf Wettkämpfen belegen die Kevelaerer "Tiger" mit 12:6-Mannschaftspunkten Rang vier, der Rivale aus dem Westerwald reist mit 10:8-Punkten in die Marienstadt. Auch in den Einzelpunkten (momentan 25:20 und 24:21) liegen die beiden Kontrahenten ganz dicht zusammen. Der schlimmste Fall aus Sicht des Gastgebers: Falls der TuS Hilgert sich im Januar mit 3:2 behauptet, ist völlige Punktgleichheit denkbar - dann müsste die SSG Kevelaer wegen der Niederlage im direkten Vergleich zuschauen.

Doch daran verschwendet die Mannschaft um Trainer Rudi Joosten vor dem Saison-Höhepunkt noch keinen Gedanken. "Wir wünschen uns natürlich, dass möglichst viele Zuschauer die Live-Übertragung verfolgen. Und da ist es gar nicht schlecht, wenn für viel Spannung gesorgt ist. Es ist eine ähnliche Konstellation wie bei der Premiere. Auch im vergangenen Januar haben wir uns vor laufenden Kameras praktisch erst mit dem letzten Schuss für das Finale qualifiziert", sagt SSG-Sprecherin Nicole Bollen.

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Rein sportlich betrachtet hätten es die "Tiger" allerdings auch etwas einfacher haben können. Denn am vorletzten Wettkampf-Wochenende der laufenden Bundesliga-Saison patzte die SSG Kevelaer am Samstag in Paderborn ausgerechnet gegen den Abstiegskandidaten Braunschweiger SG. An Position eins kam diesmal Petar Gorsa für die Kevelaerer Luftgewehrschützen zum Einsatz. Der junge Kroate hatte gegen Selina Zimmermann hauchdünn mit 397:398 das Nachsehen. Jana Erstfeld fand nicht zu ihrer gewohnten Form und verlor mit 393:396 gegen Christian Strautmeister. Damit hatte die drohende Niederlage bereits konkrete Formen angenommen. Zunächst verkürzte Alexander Thomas, der beim 398:390 gegen die Dänin Camilla Andersen sein bestes Saisonresultat erzielte. Doch dann zog Katharina Kösters gegen Sara Leseberg mit 390:391 den Kürzeren - in diesem Moment hatte die SSG Kevelaer den Einzug ins Finale der besten acht Mannschaften aus ganz Deutschland noch einmal vertagt. Immerhin holte Katrin Leuschen (394:388 gegen Stina Siegemund) noch den zweiten Einzelpunkt, der in der Endabrechnung von entscheidender Bedeutung sein kann.

Die Joosten-Schützlinge zeigten in Paderborn einmal mehr Nehmerqualitäten. Trotz der bitteren Niederlage gegen Braunschweig präsentierte sich die Mannschaft am Sonntag gegen den SV Gölzau voll auf der Höhe. Allen voran Jana Erstfeld. Die Kevelaererin gewann das Duell mit Charleen Bänisch mit der optimalen Ausbeute von 400 Ringen und durfte sich vom Publikum feiern lassen. Die weiteren Kevelaerer Punkte holten Peter Gorsa, der den Bulgaren Illia Charheika mit 397:395 bezwang, und Alexander Thomas (396:386 gegen Lena Cramer). Somit bleibt's dabei: Die SSG Kevelaer steht unter den ersten Vier, die im Februar mit den vier Vertretern aus der Bundesliga Süd den Deutschen Meister unter sich ausmachen. Und daran soll sich vor laufenden Kameras in der Hüls nichts ändern.

(RP)