Fußball-Größen im Kreis Kleve : Jan Schröers und seine Fußball-Familie

Bei Bayer 05 Uerdingen wurde er als B-Jugendlicher Nationalspieler und wurde mit den A-Junioren Deutscher Meister. Sein Vater Hannes kickte bei West Ham United, sein Sohn Mika trägt das Trikot von Borussia Mönchengladbach.

Drei Generationen, eine Leidenschaft: Die Familie Schröers ist das Musterbeispiel einer Fußballer-Familie. Will man über die erfolgreiche Laufbahn von Jan Schröers berichten, dann kommt man an seinem Vater Hans Bernd Schröers nicht vorbei. Vater „Hannes“ spielte während seines Studienaufenthaltes in England für die Amateur-Mannschaft von West Ham United. Anfang der 1960er-Jahre lief er als Linksaußen in der höchsten deutschen Spielklasse für Fortuna Düsseldorf auf. Die meisten Partien bestritt der gebürtige Krefelder aber für Bayer 05 Uerdingen.

Jan Schröers‘ 18-jähriger Sohn Mika wechselte als C-Jugendlicher vom TSV Wachtendonk-Wankum zu Borussia Mönchengladbach, wurde in allen Altersklassen Stammspieler und durfte sich bisher zweimal das Trikot der Nationalmannschaft überstreifen. Und um die Familiengeschichte abzurunden: Jannik Vestergaard, der dänische Nationalspieler und ehemalige Innenverteidiger der Borussia, muss zu Jan Schröers Onkel sagen.

Doch zurück zu Jan Schröers: Der gebürtige Krefelder schloss sich mit sechs Jahren Bayer Uerdingen an. Sein Talent als Linksaußen sprach sich schnell herum. Es folgten die ersten Berufungen in die Kreisauswahl bis hin zur U-15- und U-16-Nationalmannschaft. „Wie oft ich im Nationalteam gespielt habe, weiß ich gar nicht mehr so genau“, sagt Schröers. „Aber es war schon einige Male und vor allem regelmäßig.“ Schröers brach die Schule ab, begann eine Lehre bei Sport Borgmann in Krefeld und machte sich berechtigte Hoffnungen auf eine Karriere als Profi.

Jan Schröers (Mitte) hat auch für den SV Walbeck gespielt. Später war er Trainer der ersten Mannschaft. Foto: Seybert, Gerhard (seyb)

Doch dieser Traum schien schon ausgeträumt zu sein, ehe er begonnen hatte. „Ich zog mir eine schwere Adduktorenverletzung zu und konnte beide Jahre als A-Jugendlicher nicht spielen“, so Schröers. Noch rechtzeitig zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft wurde er fit und trug zum Uerdinger Gewinn des Titels in der Saison 1986/87 bei. Im Endspiel wurde Eintracht Frankfurt mit 2:1 besiegt.

Jan Schröers erhielt zur Blütezeit von Bayer 05 Uerdingen einen Profivertrag. Zwei Jahre trainierte er zusammen mit Größen wie den Funkel-Brüdern Friedhelm und Wolfgang, Holger Fach oder dem Dänen Brian Laudrup – doch unter den Trainern Rolf Schafstall oder Horst Wohlers fand er keine Berücksichtigung. Woche für Woche kam er nur bei den Amateuren zum Einsatz.

Jan Schröers war 1985 U-16-Nationalspieler. Foto: Heinz Spütz

Jan Schröers realisierte, dass die Profikarriere immer mehr auf wackligen Beinen stand. Das Abitur hatte er mittlerweile nachgeholt und er freundete sich mit einem Lehramts-Studium an. Mit 21 Jahren wechselte er in die damals dritthöchste Spielklasse zum Oberligisten Hamborn 07. „Ich weiß heute noch nicht, ob ich den Wechsel zu früh gemacht habe. Vielleicht hätte ich mehr Geduld zeigen müssen. Spielerisch konnte ich bei den Profis mithalten, aber ich hätte mehr als einfach nur Fußball spielen müssen, um den Durchbruch zu schaffen“, sagt der 51-Jährige beim Blick zurück. Gemeint ist damit, dass er über das Training hinaus an seiner Physis hätte arbeiten und eventuell seine Ernährung umstellen müssen.

Jan Schröers studierte in Düsseldorf und wechselte nach drei guten Jahren in Hamborn zur Alemannia nach Aachen. Mit Trainer Winnie Hannes wurde der Aufstieg in die Zweite Liga als Tabellenzweiter hinter Fortuna Düsseldorf nur knapp verpasst. Es folgte ein erneute Vereinswechsel zu Germania Teveren. Gleich im ersten Jahr gelang der Mannschaft der Sprung in die Regionalliga West, die damals die dritthöchste Klasse war. Prominenter Mitspieler war Manni Stefes, aktuell Co-Trainer von Lucien Favre bei Borussia Dortmund.

Alles andere als ein Aprilscherz war die Hochzeit von Jan Schröers mit seiner Frau Simone am 1. April 1999. Die Söhne Tim und Mika kamen zur Welt, die Familie Schröers zog 2004 in ihr Haus nach Wachtendonk. Fußballerisch ging es mit der Station beim SV Straelen mit Spielertrainer Jos Luhukay weiter. Anschließend feierte er mit Torwart-Legende Fred Bockholt als Coach zwei Aufstiege in Folge beim 1. FC Kleve.

Der Familienvater ließ es nun etwas ruhiger angehen. Aber ganz ohne Fußball ging es doch nicht. Als Spielertrainer, mittlerweile auf der Position des Liberos, war er in Herongen, Walbeck und Geldern aktiv. Vor fünf Jahren beendete er schließlich seine Laufbahn auf dem Platz.

Jan Schröers unterrichtet heute als stellvertretender Schulleiter am Gymnasium in Rheindahlen, das Partner von Borussia Mönchengladbach im Rahmen des DFB-Programms „Eliteschule des Fußballs“ ist. Und in Rheindahlen schließt sich der Familienkreis wieder. Sohn Mika wohnt im so genannten Fohlenstall, dem Nachwuchs-Internat der Borussia. Er hat soeben das Abitur absolviert – in der Schule seines Vaters.