Schach: Issumer Grundschüler siegen Zug um Zug

Schach : Issumer Grundschüler siegen Zug um Zug

Die Schach-WM zwischen dem Norweger Magnus Carlson und dem Inder Viswanathan Anand zieht die Fachwelt derzeit in den Bann. In der Issumer Brüder-Grimm-Grundschule führt Wolfgang Buhren viele Schüler an den Denksport heran.

Carlsen gegen Anand. Der eine, ein Norweger, ist 23 und seit 2013 Schachweltmeister. Der andere, ein Inder, ist 44 und Herausforderer des jungen Genies. Es ist der Kampf zweier Großmeister, die zurzeit im russischen Sotschi um den Titel spielen. Natürlich werden diese Partien überall auf der Welt verfolgt und nachgespielt. Und natürlich werden sehr viele Zugriffe im Internet verzeichnet. Große Namen, große Duelle, große Werbung. Das wird aber in einigen Tagen bereits wieder alles passé sein.

Ist das nun gut oder schlimm? Die Suche nach einer Antwort beginnt bei Wolfgang Buhren in der Brüder-Grimm-Grundschule in Issum. Der Hausmeister umsorgt dort seit 16 Jahren täglich 275 Schüler. Der leidenschaftliche Schachspieler ist also von Anfang an dabei gewesen, als Jungen und Mädchen von ihren Eltern nachmittags zur Schach-AG in die Schule gebracht wurden. Damit sich die Kinder auch nach der Schule mit anderen Spielern unter Wettbewerbsbedingungen messen können, ging Buhren auf die Suche nach einem Verein, der den Issumer Schülern genau diese Möglichkeit bietet. Untergekommen ist man beim FC Viktoria Alpen.

Hand aufs Herz, Herr Buhren: Gehören Sie zu den Bewunderern des Weltmeisters?

Wolfgang Buhren: Die Weltmeisterschaft ist in unseren Medien leider nicht so präsent, was sicher daran liegt, dass wir keinen Weltmeister haben. Im Fernsehen ist deshalb kaum etwas von der WM zu sehen. In Norwegen gibt es dagegen fachkundig kommentierte Liveübertragungen der Weltmeisterschaftspartien und im vergangenen Jahr wurde die WM in Indien im Fernsehen ähnlich publikumswirksam aufbereitet. Sicherlich liegt es zum Teil daran, dass mit Schachsport nicht viel Geld zu verdienen ist. Im Übrigen war die Weltmeisterschaft stets ein Spiel "Ost gegen West".

Wie sehen Sie im Rückblick den Schachsport in Issum? Es muss Sie doch ziemlich stolz machen, dass sich andere Schachclubs für Ihren "Ausbildungsverein" interessieren?

Buhren: Dass unsere Jungen und Mädchen mittlerweile so gut sind, macht uns schon ein wenig stolz. Viele spielen bereits in den Jugendmannschaften und einige sogar schon in der Seniorenmannschaft des FC Viktoria Alpen. Es ist zwar nicht so, dass sie die ältere Generation überlisten können - Vereine, die aber nicht auf die Jugend setzen, laufen langfristig Gefahr, nicht mehr attraktiv zu sein.

Mittlerweile sieht man bei den Turnieren aber zahlreiche junge Spielerinnen und Spieler. Das muss für Sie doch eine Genugtuung sein.

Buhren: Stimmt. Ist es auch. Aber wenn die Übungsleiter nicht mehr mitziehen würden, gäbe es trotzdem bald keine Schach-AGs und Mannschaften mehr.

Schach hat sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt. Es gibt immer mehr gute Spieler. Vielleicht entwickelt sich demnächst ja auch mal ein Topspieler im Alpener Verein.

Buhren: Es freut mich sehr, dass unsere Schüler bei den Wettbewerben so erfolgreich sind. Besonders groß war natürlich die Freude bei der Teilnahme der Schulkreismeisterschaft in Uedem. Zum fünften Mal in Folge haben wir dort den Titel des Schulkreismeisters der Grundschulen geholt und dabei die ersten vier Plätze und einmal den sechsten Rang belegt.

Gratulation. Das ist ein wirklich tolles Ergebnis und ist vermutlich auch auf die Schach-AG zurückzuführen.

Buhren: Sehr sogar. Mit 27 Kindern stellt die Brüder-Grimm-Schule die meisten Teilnehmer bei den Schulmeisterschaften. Da ist es von Vorteil, dass alle einheitliche T-Shirts tragen. Das fördert den Teamgeist. Zwei Issumer Firmen und der Förderverein der Schule unterstützen das. Die Freude darüber ist ebenso groß wie die sportlichen Resultate.

Zug um Zug muss es im Schach zugehen. Ohne zu übertreiben, darf sich die AG auf eine gute Zukunft vorbereiten.

Buhren: Wir haben in den vergangenen Jahren im Schachsport einiges bewegt. So darf es von mir aus gerne weitergehen - sowohl in den Arbeitsgemeinschaften in der Schule wie auch im Verein.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE NORBERT HEMMERSBACH.

(hem)
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