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Irwin Pfeiffer arbeitet beim SV Straelen an seiner Profi-Karriere

Fußball-Regionalliga : Vom Kiez-Club ins beschauliche Straelen

Fußball-Regionalliga: Irwin Pfeiffer stammt aus der Talentschmiede des FC St. Pauli und durfte sich früh Hoffnungen auf eine Profi-Laufbahn machen. Über die Station Hertha BSC Berlin ist der 23-Jährige an der Römerstraße gelandet.

Seine Wurzeln liegen im westafrikanischen Staat Togo, seine Heimat ist die Waterkant. Irwin Pfeiffer, 23-jähriger Angreifer der SV Straelen, wuchs vor den Toren Hamburgs in Wedel auf. Sein Stern ging auf, als er elf Jahre alt war und bei einem Spiel für die Hamburg-Auswahl den Talentspähern des FC St. Pauli positiv auffiel, die ihn schließlich von seinem Heimatverein Wedeler TSV loseisten. In der Jugend des Kiez-Clubs zählte das Talent zu den auffälligsten Spielern. In allen Altersklassen gehörte er zum Stammpersonal in der Junioren-Bundesliga und wurde immer wieder zu Lehrgängen mit der Nationalmannschaft eingeladen. Zu einem Einsatz für die DFB-Auswahl kam es nicht.

Als U19-Spieler zog ihn Ewald Lienen regelmäßig hoch in den Profikader. Er fuhr mit ins Trainingslager und war regelmäßiger Gast bei den Profis. Irwin durfte sich berechtigte Hoffnungen auf eine Profi-Laufbahn machen. Aber es kam anders: Lienen hörte im Folgejahr als Trainer auf und wurde Sportlicher Leiter. Sein Nachfolger Olaf Janßen gab dem Eigengewächs keine Perspektive.

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Doch es flatterten Angebote von renommierten Vereinen wie Hertha BSC, Hamburger SV, Werder Bremen und 1. FC Köln ins Haus. Pfeiffer entschied sich zu einem Wechsel nach Berlin. „Ante Covic trainierte die U 23-Mannschaft in der Regionalliga und hat sich sehr um mich bemüht. Die Verpflichtung war mit einer Anbindung an den Profikader verbunden. Ich habe bei Testspielen und Trainingseinheiten mitgewirkt, Pflichtspiele habe ich in der Regionalliga gemacht.“

Seine erste Saison beim Hauptstadt-Club verlief nicht reibungslos und wurde von Verletzungen überschattet. In der zweiten Spielzeit übernahm Andreas „Zecke“ Neuendorf das Ruder. „Schon in der Vorbereitung hat er mir gesagt, dass ich sein Mann bin und er auf mich setzt. Als die Saison anfing, saß ich zu meiner Überraschung die ersten drei Spiele auf der Bank.“ Sein Trainer ließ durchsickern, dass es eine Regieanweisung „von ganz oben“ gäbe und auf seiner Position ein anderer Spieler eingesetzt werden sollte. Pfeiffer blieb optimistisch, trainierte noch härter und war sich sicher, dass seine Zeit noch kommen wird. Am Saisonende, nachdem er nur in neun von 23 Spielen eingewechselt worden war, bot Hertha ihm eine Vertragsverlängerung an – der junge Angreifer lehnte dankend ab. Es folgten Einladungen zum Probetraining von Proficlubs aus der Schweiz und Schottland. Bei den Eidgenossen passte er nicht ins Schema, in Schottland sagte er ab, weil das „Kick and Rush“ nicht so sein Ding ist. Zunächst ging’s zurück in die Heimat, zum Regionalligisten FC Teutonia aus dem Hamburger Stadtteil Ottensen. Nach zwei Spielen war im Herbst 2020 die Saison wegen der Pandemie gelaufen.

Der einst heiß umworbene Fußballer aus der Talentschmiede des FC St. Pauli war mittlerweile 22 Jahre alt und schien auf dem Weg zum Profifußballer vom Pech verfolgt zu sein. „Pech würde ich es nicht nennen“, korrigiert er, „ich habe in den letzten drei Jahren eher kein Glück gehabt. Der Zug ist für mich noch nicht abgefahren.“

Über seinen Berater fand er den Weg zum SV Straelen. Von den Metropolen Hamburg und Berlin an den beschaulichen Niederrhein – diese Umstellung ist ihm leicht gefallen. „Hier habe ich keine Ablenkung und kann mich voll auf den Fußball und meine Karriere konzentrieren“, sagt Pfeiffer.

Nach seiner starken Leistung gegen den KFC Uerdingen, als er nach seiner Einwechslung großen Anteil am 2:0-Erfolg hatte, darf sich Irwin Pfeiffer Hoffnungen machen, am Samstag in der Partie beim SC Wiedenbrück zur Startelf zu zählen.