Fußball: In Nachbarschaftsduellen steckt Brisanz

Fußball : In Nachbarschaftsduellen steckt Brisanz

Fußball-Bezirksliga: Vier Mannschaften aus dem Süden des Kreisgebietes sind unter sich. In Wachtendonk trifft der TSV Wa.-Wa. auf die DJK Twisteden, am Koetherdyck empfängt der SV Sevelen die Sportfreunde aus Broekhuysen.

Der mit reichlich Getöse einhergegangene Abgang von Wachtendonks Trainer Thomas von Kuczkowski, der von einem auf den anderen Tag die Fronten wechselte und den TSV Wachtendonk-Wankum im Regen stehen ließ, sorgte für eine Menge Gesprächsstoff in der Liga. Das Wort von der Fassungslosigkeit für das Verhalten des Wachtendonker Ex-Trainers, der meinte in der Landesliga beim SV Sonsbeck besser aufgehoben zu sein, zog sich wie ein roter Faden durch die Gespräche. Sportlich geht es aber am Sonntag schon wieder weiter für die im Moment trainerlosen Fußballer aus der Laerheide, die nach dem Spiel in Aldekerk ein weiteres Kreisduell vor der Brust haben. Auch am Sevelener Koetherdyck kreuzt mit dem Aufsteiger aus Broekhuysen eine Mannschaft aus der näheren Nachbarschaft auf. Zwei Lokalkämpfe also, die aus hiesiger Sicht viel Interesse auf sich ziehen werden.

TSV Wachtendonk-Wankum - DJK Twisteden (So., 15 Uhr). Aus dem Wachtendonker Lager kommt die Botschaft, dass niemand denken solle, die durch den Trainerabgang entstandene Unruhe könne die Mannschaft von ihrem bisher durchaus erfolgreichen sportlichen Weg abbringen. Teammanager Andreas Schroers hat die Fäden des Handelns in die Hand genommen. Anfang der Woche billigte er sich und seinen Spielern noch zu, sich über die missliche Trainer-Geschichte aufregen und wütend sein zu dürfen, danach werde man sämtlichen Ärger in positive Energie umpolen, um motiviert und gut vorbereitet in das anstehende Nachbarschaftsduell mit Aufsteiger DJK Twisteden zu gehen. Unterstützung erhielt Schroers durch Frank Heysters, der spontan seine Bereitschaft bekundet hatte, mitzuhelfen. Beide haben während der Woche die Wachtendonker Bezirksliga-Kicker auf das Spiel gegen Twisteden vorbereitet. Ihr vorrangiges Ziel ist es dabei, die gute Ausgangsposition im Kampf um den zweiten Tabellenplatz zu behalten. Die Gastgeber werden auf eine Mannschaft treffen, die nach Aussage ihres Trainers Andreas Holla einige verletzte Spieler beklagt. "Auch ein paar Stammspieler sind darunter", sagt Holla, der kleinere Wehwehchen bei der nicht erfreulichen personellen Situation nicht gelten lassen will. Holla hofft, dass sich bis zum Spielbeginn die Verletztenliste bei seiner Mannschaft etwas verringern wird.

SV Sevelen - Sportfreunde Broekhuysen (So., 15 Uhr). Der SV Sevelen kommt nach wie vor nicht so richtig vom Fleck. Am vergangenen Sonntag haben die Schwarz-Weißen in Goch die Chance verpasst, einen ersten Schritt aus dem Tabellenkeller zu machen. Doch nach 90 Minuten stand eine neuerliche Sevelener Niederlage auf dem Tableau, obwohl dort mehr möglich war. SVS-Trainer Thorsten Fronhoffs war enttäuscht von der Vorstellung seiner Mannschaft: "Einige haben noch nicht verstanden, in welcher Situation wir sind, da fehlt einfach die Einstellung, da werden wir jetzt drauf reagieren." Im morgigen Duell gegen die Sportfreunde aus Broekhuysen erwartet der Sevelener Trainer eine spürbare Reaktion der Mannschaft auf die sportliche Situation.

Die Gäste sind da in einer etwas angenehmeren Lage, konnten ihre Negativserie im Heimspiel gegen den Aufsteiger SV Budberg mit einem 3:1-Sieg beenden. Zwar sind die Straelener mit diesen Erfolg noch nicht in der Komfortzone der Liga angekommen, möchten da aber gerne hin. "Sicherlich haben die Sevelener den größeren Druck, für uns geht es darum, nicht zu verlieren und auf Tuchfühlung zum gesicherten Mittelfeld zu bleiben", sagte Broekhuysens Spielertrainer Sebastian Clarke.

SV Walbeck - VfB Uerdingen (So., 15 Uhr). Es ist jetzt nicht so, dass rund um den Bergsteg, wo der SV Walbeck zu Hause ist, Weltuntergangstimmung herrschen würde. Klar ist aber auch, dass es dort schon bessere Zeiten gab. Die Lage ist aber so, wie sie ist. Nun muss versucht werden, einen Weg zu finden, wie man aus der Misere herauskommt. Dabei sollte allen klar sein, dass sich die Lage bei neun Punkten Rückstand auf den ersten gesicherten Nichtabstiegsplatz nicht von einem auf den anderen Spieltag beheben lässt. "Wir sind uns der schwierigen Situation bewusst und werden versuchen, gegen Uerdingen zu punkten", meinte Walbecks Stefan Patyk, der mit Recht darauf verweist, dass der Relegationsplatz für Walbeck in kürzerer Reichweite ist als das rettende Ufer.

MSV Moers - GSV Geldern (So., 15.15 Uhr) Der Sieg des GSV gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer Fichte Lintfort hat die Verfolger wieder auf Tuchfühlung gebracht. Nach der Kür vom vergangenen Sonntag folgt nun die Pflicht beim MSV Moers, der mit gerade einmal vier Punkten als Tabellenschlusslicht tapfer mit der Roten Laterne unterwegs ist. Auf der Asche des Meerbecker Sportvereins, der schon einmal bessere als die jetzigen Zeiten erlebt hat, wartet auf die Mannschaft von Coach Peter Streutgens eine anders gestrickte Nummer als vor einer Woche gegen Budberg. Fatal wäre es, die Moerser zu unterschätzen. Auch wenn die Heimelf im Tabellensumpf herumkrebst und ums sportliche Überleben kämpft, war es in der Vergangenheit nicht so, dass sich die Mannschaft Sonntag für Sonntag echte Klatschen abgeholt hat. Vielmehr waren einige Spiele dabei, die eng verliefen. Trotzdem spricht die Torbilanz von 6:33 bei zwölf ausgetragenen Spielen eine deutliche Sprache und erklärt, weshalb es im Moerser Norden sportlich düster aussieht. GSV-Trainer Streutgens rechnet mit einem Gegner, der sich am und vor dem eigenen Strafraum einbetoniert. Der Gelderner Trainer folgert daraus: "Für unsere Offensive dürfte es nicht einfach werden, die Lücke zu finden." Dass die Gelderner trotz der besonderen Herausforderung im Kampf um den zweiten Aufstiegsplatz einen weiteren Sieg landen wollen, muss an dieser Stelle nicht ausdrücklich betont werden.

FC Aldekerk - SGE Bedburg-Hau (So., 15.30 Uhr). Der FC Aldekerk ist nach zwölf absolvierten Ligaspielen um seine sportliche Lage nicht zu beneiden. Nach der Niederlage im Derby gegen den TSV Wachtendonk-Wankum hat das Team im zweiten Heimspiel in Folge erneut eine schwere Aufgabe zu bewältigen. Denn die SGE Bedburg-Hau um ihren Topstürmer Falko Kersten gehört mit ein paar anderen mehr zu den Kandidaten, die sich Hoffnungen auf einen Aufstiegsplatz machen und so auch in diesem Spiel als Favorit einzustufen sind. Ob die Aldekerker nach dem Patzer vor einer Woche morgen den zweiten Heimvorteil nutzen können, bleibt abzuwarten. Mut sollte der Kersjes-Truppe machen, dass sie gegen Wachtendonk nicht verlieren musste. Hilfreich ist mitunter auch, dass der Gast auf seinen zweiten Top-Torschützen Christian Klunder verzichten muss (Gelb-Sperre).

(ksch)