Fußball: Horst "Pille" Gecks: Trickser, Täuscher, Torjäger

Fußball : Horst "Pille" Gecks: Trickser, Täuscher, Torjäger

Der Kevelaerer ist wie Heidemann beim Meidericher SV groß geworden. Auch Gecks ist ein Kind der Bundesliga.

Erst die Tricks, dann die Tore. Erst der Zauber, dann die Buden. Eine Menge Buden hat Horst Gecks in seiner Fußballkarriere gemacht. Das ist allerdings schon eine Weile her. Nach einem kurzen Abstecher zum Feldhandball entschied er sich als Jugendlicher für den Fußball. Also nichts wie hin zum MSV, der einen guten Namen und in Meiderich auch ein richtiges Fußballstadion hatte, in dem die Zuschauer immer ganz eng dabei waren. Dort war Horst Gecks zu Hause, und dort umtanzte er schon als B- und A-Jugendlicher die gegnerischen Abwehrspieler.

Man spielt, wie man ist. Er hatte Talent und wusste das auch auszuschöpfen. Man könnte endlos so weitermachen, denn der Meidericher Familienclub sicherte sich mit ihm im ersten Bundesligajahr den Titel des Vizemeisters. 1969 zog es ihn nach Offenbach, wo der Mäzen ein schlimmes Stück Fußballgeschichte schrieb. Scham darüber. Ist ja auch eine Weile her. Mit dem Ruhrgebiet war er noch nicht fertig, er kam zurück und machte nach dem Pokalsieg beim MSV Buden für Rot-Weiß Essen. Danach nur ein paar Kilometer von der Hafenstraße entfernt auch für Schwarz-Weiß Essen.

Einmal vorgespielt, und er hatte einen Vertrag. Glück ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Glück kann einen leichtsinnig machen, oder: Man kann etwas davon abgeben. Der begabte Fußballer, der spielerisch vieles schnell lösen konnte, machte später beim Kevelaerer SV die Dinger rein. Seine Gattin, eine kluge Frau, die Ahnung vom Fußball hat, wird ihn zu dieser Entscheidung ermuntert haben. "Wir hatten ihn aber auch auf der Wunschliste", erinnert sich ein Vorstandsmitglied.

Das Leben von "Pille" Gecks ist ein Leben voller Glück, auch für den KSV war's ein großes Glück, wenn er sich um einen Gegner drehte und den Ball in den Winkel schickte. Viele Jahre lang war er in Kevelaer Trainer und Spieler zugleich. Kontinuierlich seigerte er das Niveau der ersten Mannschaft, die unter seiner Regie einen leichten Fußball spielte. Der alte Fußball, der rumpelte, war in der besten KSV-Zeit nicht zu sehen. Klingt ungewohnt für ihn. Er lacht. Er strafft sich, er erwartet noch einige Fragen. Er sagt: "Es waren schöne Zeiten beim KSV.

Man hört den Satz und lässt ihn so stehen, denn es war ja auch wirklich so. Der KSV hatte ein treues Publikum. Horst Gecks weiß, dass die besten Zeiten in Kevelaer aber vorbei sind, für immer. Die KSV-Anhänger wissen das natürlich auch. Die Derbys gegen Geldern und Straelen sind leider Geschichte, und nur ein Fußballwunder könnte den Blau-Gelben noch helfen.

Aber für diese Abteilung des Lebens ist in Kevelaer ja die Mutter Gottes zuständig.

(hem)
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