Aus Den Vereinen: Hitzige Versammlung beim Kreissportbund

Aus Den Vereinen : Hitzige Versammlung beim Kreissportbund

KSB-Vorsitzender Lutz Stermann fühlt sich vom Landrat im Stich gelassen. Die beantragte Beitragserhöhung wurde abgelehnt.

Die Vertreter der Vereine trafen sich am vergangenen Freitagabend zur Jahreshauptversammlung des Kreissportbundes (KSB) Kleve in der Begegnungsstätte in Winnekendonk. Nach einem zunächst harmonischen Verlauf und zügig abgearbeiteten Punkten der Tagesordnung nahm das Thema Geld einen breiten Raum des Abends ein.

Der Vorstand des KSB stellte den Antrag, den Beitrag ab 2019 zugunsten eines hauptamtlichen Geschäftsführers um 40 Cent für jedes Mitglied eines Vereins zu erhöhen. Als Gründe führte Stermann unter anderem an, dass die Arbeit in der jetzigen Konstellation nicht mehr zu schaffen sei und Ehrenamtler für die Arbeit auf der Geschäftsstelle nicht zu finden waren und in Zukunft durch Hauptamtliche gestemmt werden müsse.

Dabei machte Stermann deutlich, dass er sich vom Kreis Kleve im Stich gelassen fühle, von Seiten des Landrates keine finanzielle Unterstützung zugebilligt werde und er die "Sonntagsreden" nicht mehr hören könne. Schließlich habe der KSB insbesondere in Flüchtlings- und Integrationsarbeiten Erhebliches geleistet, was originär Aufgabe des Kreises Kleve gewesen wäre. Das "Dauerargument" des Landrates laute, dass Sport eine Sache der Kommune sei und man sich an die jeweiligen Bürgermeister zu wenden habe.

Die Versammlung nahm nun Fahrt auf, wurde lebhafter und die Beiträge kontroverser. Während die einen die Arbeit des KSB hervorhoben und die Notwendigkeit der Beitragserhöhung einsahen, wollten andere wissen, für was ihre Vereine denn noch alles bezahlen müssten. Schließlich sei die finanzielle Lage der Vereine auch nicht auf Rosen gebettet. Andere wiederum regten an, es vielleicht doch noch mal mit einem Gespräch beim Landrat zu versuchen und bei diesem Gespräch geschlossen als Solidargemeinschaft vor dem Kreishaus aufzutreten.

Udo Spelleken vom Kneipp-Verein Geldern stellte den Antrag, dass der neue KSB-Vorstand eine intensive Verhandlung mit dem Kreis über die Übernahme der Kosten des hauptamtlichen Vorstandes führen sollte. Die Versammlung stimmte diesem Antrag zu.

Karl-Heinz Lorenz, sportpolitischer Sprecher des KSB, meldete sich zu Wort und wies deutlich darauf hin, dass diese Vorgehensweise aus seiner Sicht keine Aussicht auf Erfolg hat. Bei einem möglichen Gespräch mit dem Landrat muss man sich auf Verhandlungen mit harten Bandagen einstellen und bestens vorbereitet sein. Lorenz wörtlich: "Um denen, die uns bisher nicht gut bedient haben, keine Chance zu geben, uns weiter schlecht zu bedienen." Denn in dieser Sache seien schon die Bürgermeister aller Kommunen vom Landrat abgewiesen wurden.

Sigrid Eicker, stellvertretende Landrätin, erhob sich in der turbulenten Phase der Versammlung ebenfalls von ihrem Platz: " Ich werde das Anliegen des KSB im Kreistag und beim Landrat vortragen und ihn darum bitten, bei der nächsten Versammlung des KSB persönlich zu erscheinen."

Der Beitragserhöhung wurde nicht zugestimmt. Das Ergebnis der Abstimmung schien dem KSB-Vorsitzenden sauer aufgestoßen zu sein. Er befürchtet nun, wie er nachher angab, eine mangelnde Solidarisierung der Vereine und sich zum wiederholten Male eine blutige Nase im Kreishaus zu holen.

Lutz Stermann und der 3. Vorsitzende Norbert Käfer wurden für zwei Jahre wiedergewählt. Das neue Geschäftsstellen-Gebäude in Geldern wird den Namen "Dein Sporthaus" tragen.

Für ihre sportlichen Leistungen wurde Anna Janshen, Luftgewehrschützin und Weltmeisterin der SSG Kevelaer, vom KSB gewürdigt und mit der "Willy Probst-Plakette" ausgezeichnet. Dieter Ostertag vom Landessportbund referierte über die am 25. Mai 2018 in Kraft tretende Datenschutzgrundverordnung.

(ütz)
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