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Handballtrainer Rene Baude ist Architekt für erfolgreiche Nachwuchskonzepte

Schwerpunkt: Handball : Der Architekt erfolgreicher Nachwuchskonzepte

Handball-Trainer René Baude bringt seine Erfahrung aus Dortmund und der eigenen Jugend in die Arbeit beim ATV ein.

In der neuen Sporthalle am Rahmer Kirchweg herrscht reges Treiben. Während sich das Trainerteam um das Athletiktraining weiblichen Jugend kümmert, baut René Baude die Hilfsmittel für die nächsten Einheiten vor. In Aldekerk kümmert sich der 43-Jährige um den weiblichen Nachwuchs und die zweite Damenmannschaft. Regionale Bekanntheit hatte er vorher durch zahlreiche Trainerstationen und als HVN-Auswahlcoach beigetragen, die er seit inzwischen 15 Jahren ausfüllt, erlangt.

„Ich habe meine Trainerlaufbahn schon früh begonnen und bin bisher immer im Damenbereich geblieben“, sagt Baude. „Dabei war ich immer für den Übergang von der Jugend in den Leistungsbereich verantwortlich, habe also zeitgleich den Nachwuchs und die Damenteams eines Vereins betreut.“ Seine erste Übungsleiterlizenz erwarb der gebürtige Thüringer mit 15 Jahren, absolvierte 2006 erfolgreich die A-Lizenz. Fast zeitgleich mit dem Einstieg in die Straelener A-Jugend wurde er 1992 Co-Trainer der Oberliga-Damen vom TV Lobberich die er knappe zwei Jahre später als Cheftrainer übernahm. Es folgten zehn Jahre Regionalliga mit dem VT Kempen und die zweite Liga beim TV Beyeröhde. Nach dem Abstieg startete Baude den Wiederaufbau dort mit dem Nachwuchsteam. „Mit der Geburt meines ersten Sohnes bin ich dann aber zurückgegangen zu Lobberich und habe mit der Mannschaft den Aufstieg in die dritte Liga geschafft.“ Die Strecke in den Wuppertaler Osten war zu weit, der frisch gebackene Vater hätte zu viel vom eigenen Nachwuchs verpasst. Später nahm er doch noch mal weitere Fahrtstrecken auf sich. Ab 2014 war er für das Aufstiegsziel von Solingen-Gräfrath verantwortlich. Die zweite Liga wurde aber auch im zweiten Anlauf nicht erreicht. „Wir hatten Verletzungspech und konnten die personellen Schwierigkeiten nicht kompensieren.“ Als das Engagement seitens des Vereins beendet wurde, ging es für Baude nach Dortmund zur dortigen Borussia.

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„Das war noch mal eine einschneidende Erfahrung für meine Trainerkarriere“, erinnert er sich an die Saison 2016/17. „Ich hatte zuvor noch nie eine derart starke Leistungsorientierung vom Vorstand bis zu den Übungsleitern erlebt. Über alle Ebenen hinweg wurde die Talent- und Nachwuchsförderung bis in die letzte Pore hinein gelebt.“ In diesem Jahr konnte Baude auch organisatorisch in den Fußballbereich Einblick gewinnen. Es sei eine richtig gute Zeit gewesen, aber eine Festanstellung als Trainer war nicht möglich. „Sportlich fühlte ich mich dort absolut zuhause. Der Reiseaufwand war aber für ein nebenberufliches Engagement nicht länger machbar.“ Die intensive Erfahrung bei den Gelb-Schwarzen brachte Baude mit nach Aldekerk. Er begann mit der B-Jugend und der zweiten Mannschaft, der Nachwuchs ist inzwischen in das A-Jugend-Alter aufgerückt und wird von ihm weiter betreut. „Ich habe in der Region nach einem Verein gesucht, der leistungssportlich ausgerichtet ist und wo ich meine Erfahrung mit einbringen konnte. Da schien der ATV genau die richtige Adresse zu sein“, sagt der verheiratete Vater von zwei Kindern, der inzwischen in Waldniel zuhause ist.

Die Zukunft von Baude ist noch nicht geschrieben. Der Teilzeit-Prokurist beim Sportausstatter Tengo in Grefrath hat noch mehr als 20 Berufsjahre vor sich. Und diese würde er am liebsten im Handball-Trainingsgeschehen verbringen. „Der Fokus soll in der Jugendförderung bleiben, den Nachwuchs für den Leistungsbereich vorbereiten.“ Der Coach dokumentiert akribisch nicht nur Trainingseinheiten, sondern auch die „Folgen“ im nachfolgenden Spiel. So kann er sich jederzeit individuell auf schon mal gesehene Gegner einstellen. „Es gibt kein fertiges Konzept in der Schublade. Jeder Jahrgang ist anders, hat was Besonderes und Individuelles.“