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Handballer des SV Straelen für gute Leistung nicht belohnt

Handball : Ein echtes Spitzenspiel ohne Happy-End

Unglückliche 30:32-Niederlage: Die Handballer des SV Straelen verpassen beim souveränen Landesliga-Tabellenführer DJK Styrum nur um Haaresbreite eine Überraschung. Frauen feiern glanzlosen Pflichtsieg im Kreispokal-Wettbewerb.

(terh) Handball-Landesliga der Männer: DJK Styrum – SV Straelen 32:30 (14:16). Es war ein Spitzenspiel, das sich diesen Titel redlich verdient hatte. Von der ersten bis zur letzten Minute leisteten sich der Ligaprimus aus Styrum und der SVS ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen. In dem entschieden am Ende Kleinigkeiten – zu Ungunsten der Blumenstädter. Als die Grün-Gelben 30 Sekunden vor Schluss die große Chance zum Anschlusstreffer vergaben, war auch dem letzten der 50 mitgereisten und überaus lautstark agierenden Straelener Fans klar: Das war’s. „Die Jungs haben ein gutes Spiel gemacht, einem richtig starken Gegner alles abverlangt“, zeigte sich Dietmar Beiersdorf mit der Leistung seiner Mannschaft trotz der Niederlage zufrieden.

Die bis in die Haarspitzen motivierten Blumenstädter erwischten einen Start nach Maß. In der fünften Minute erzielte Joey Sonnen den Treffer zum 4:1. Dann erwachte auch der Gastgeber und zeigte, dass er nicht ohne Grund souverän die Landesliga-Tabelle anführt. Bis zum 8:8 entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Dann konnten sich die Grün-Gelben ein zweites Mal absetzen. Ein, wenn nicht sogar der Grund für dieses Zwischenhoch war die Einwechslung von Keeper Max Eickelpoth, der gleich mehrere dicke Dinger entschärfte. Nach dem 14:10 legten die Blumenstädter allerdings nicht nach. „Die Chance war da, wir haben sie aber leider nicht ergriffen“, so Beiersdorf. Stattdessen ging es „nur“ mit einer 16:14-Führung in die Kabine.

Direkt nach Wiederanpfiff traf Danny Mangelmann zum 17:14. Zwei verworfene Strafwürfe später war der Vorsprung verspielt, auch weil man mit einer doppelten Manndeckung und mit Styrums Kreisläufer schwer zu kämpfen hatte. „Der hat in der vergangenen Saison noch in der Regionalliga gespielt und nach langer Verletzungspause ausgerechnet gegen uns sein Comeback gefeiert. Den hatten wir überhaupt nicht auf der Kappe“, kommentierte Dietmar Beiersdorf die neun Tore des Zwei-Meter-Hünen. „Er war ganz klar Styrums Matchwinner“, so der SVS-Coach.

Bis zum 25:24 war sein Team dem Gegner trotzdem immer ein kleines Stückchen voraus. Drei Gegentore in Folge brachten schließlich die Wende. Abschütteln ließen sich die Blumenstädter allerdings nicht. Sie setzten alles daran, zumindest einen Punkt mitzunehmen. Dietmar Beiersdorf: „Styrum hat das clever gemacht. Nahezu jeder Torwurf war ein Treffer. So war es natürlich schwierig bis unmöglich, einen letzten Konter zu setzen.“ So endete die Partie mit 32:30 für den Gastgeber.

Das neue Jahr startet für den SV Straelen mit einem Pokalspiel. Am 4. Januar ist man beim Bezirksligisten VT Kempen zu Gast. Anpfiff ist um 18 Uhr. Bei einem Sieg stünde dann nur noch das Viertelfinale zwischen dem SVS und dem Final Four in heimischer Halle. Gegner dort wäre Bayer Uerdingen oder der TuS Treudeutsch Lank.

SV Straelen: Kirking, Eickelpoth, Löbbers – Groetelaers (10/2), Linden (7), Mangelmann (5), Meyer (4/3), Sonnen (3), Kessel (1), Kurfürst, Winter, Beyer, Zetzen, Rufatovic.

Handball-Kreispokal der Frauen: ASV Süchteln – SV Straelen 27:34 (12:21). Die Grün-Gelben haben sich mit einem Sieben-Tore-Sieg für die nächste Runde um den Handball-Kreispokal qualifiziert. Klingt souverän und das war es irgendwie auch, doch Straelens Trainer Thomas Floeth war dennoch hörbar bedient. „Spiel und das Ergebnis sind aus unserer Sicht schlichtweg beschämend. Das war meilenweit von dem entfernt, was ich mir hier vorgestellt habe“, ließ der SVS-Coach Dampf ab.

Drei Spielklassen liegen zwischen den beiden Mannschaften. Davon war in der Anfangsphase jedoch wenig zu sehen. „Halbgas können wir nicht. Was passiert, wenn wir eine Begegnung nicht zu 100 Prozent annehmen, hat man heute gesehen. Vor allem die Abwehr war ein schlechter Witz“, erklärte Floeth den Zwischenstand von 10:9 für sein Team. Gespielt waren zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 17 Minuten. Etwas mehr Tempo und etwas mehr Biss sorgten dafür, dass sich der Regionaligist gegen den Landesligisten dann doch noch eine 21:12-Pausenführung herauswarf. Nach dem Seitenwechsel wurde dieser Vorsprung mehr schlecht als recht verwaltet. So plätscherte die Begegnung ohne wirkliche Höhepunkte dahin. Süchteln investierte im Rahmen seiner Möglichkeiten deutlich mehr in das Spiel und konnte die zweite Halbzeit schließlich für sich entscheiden. Als Sieger (34:27) ging dennoch der SVS vom Parkett.

Im Viertelfinale treffen die Blumenstädter auf Kempen oder Oppum. Beide Teams spielen in der Bezirksliga. Bei einem Sieg hätte man sich fürs „Finale daheim“ qualifiziert. Das Final Four-Turnier findet am 19. April an der Straelener Fontanestraße statt.

SV Straelen: Schumann, Bleidtner – Daguhn (11), Sewing (8/2), Fiedler (4), Heuvels (3), Pellens (3), Mülders (2), K. Janßen (2), Kohle (1), Nolden, J. Janßen.