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Handball: Regionalligist TV Aldekerk steht in Gummersbach vor einer hohen Hürde

Handball-Regionalliga : TV Aldekerk reist zum Geheimfavoriten

Der ATV ist an diesem Samstag in der Gummersbacher Eugen-Haas-Sporthalle beim HC Gelpe/Strombach gefordert. Der Gegner hat sich enorm verstärkt und steht an der Tabellenspitze.

Der TV Aldekerk darf sich auf einen heißen Tanz einstellen, wenn er am Samstag in der legendären Eugen-Haas-Halle, in der einst der VfL Gummersbach Handball-Geschichte schrieb, auf den HC Gelpe/Strombach trifft.

Die Gastgeber setzten am ersten Spieltag mit einem zumindest in der Deutlichkeit überraschenden 28:22 beim heimstarken BTB Aachen ein Ausrufezeichen und grüßen direkt einmal von der Tabellenspitze. Dort wird die Mannschaft eventuell sogar eine ganze Weile ausharren. Denn der HC-Vorstand hat offensichtlich die Wunschliste von Trainer Michiel Lochtenbergh exakt abgearbeitet. Der HC Gelpe/Strombach hat drei Spieler verpflichtet, die allesamt jeweils den Unterschied in einem Regionalliga-Spiel ausmachen können.

Der 30-jährige Tim Hartmann hat bis zuletzt als Spielführer beim Drittligisten Longericher SC im linken Rückraum gespielt. Tobias Schröter, 28, Jahre, Rechtsaußen, gehörte seit der Saison 2014/15 fest zum Kader des Bundesligisten VfL Gummersbach. Malte Meinard, 25 Jahre, Linksaußen, war drei Jahre lang ebenfalls für den VfL Gummersbach in der Ersten und Zweiten Liga im Einsatz.

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Zur Erinnerung: Am 10. Oktober bestritten die Aldekerker das letzte Pflichtspiel vor dem langen Lockdown beim HC Gelpe/Strombach, der gerade in die Regionalliga aufgestiegen war. Nach einem 10:13-Rückstand zur Halbzeit brauchte es eine bärenstarke Leistung im zweiten Durchgang, um am Ende mit einem klaren 32:23-Sieg die Heimreise antreten zu können.

Eines steht jetzt schon fest: Die Gastgeber werden in der gut 2000 Zuschauer fassenden Halle mit breiter Brust auflaufen und den Paukenschlag in Aachen bestätigen wollen. Im Vorfeld macht Trainerfuchs Lochtenbergh seine Sache ganz geschickt. „Jeder, der ein bisschen Ahnung von Handball hat, weiß um die Spielstärke des TV Aldekerk“, weist der ehemalige Handball-Profi die Favoritenrolle von sich. „Die Mannschaft spielt lange genug in der Liga, ist eingespielt und bringt jede Menge Qualität und Reife mit.“

Den Triumph seiner Mannschaft in Aachen möchte er nicht überbewerten. „Um diesen Erfolg nach der langen Pause richtig einordnen zu können, sollten erst einmal ein paar Partien mehr gespielt werden. Alles andere wäre im Moment reine Kaffeesatzleserei. Natürlich haben wir uns mit Spielern verstärkt, die hier aus der Umgebung kommen und menschlich sehr gut zu uns passen. Aber es dauert noch, bis wir tatsächlich zu uns gefunden haben und eine Einheit darstellen“, sagt Lochtenbergh.

Der Konter seines Aldekerker Kollegen lässt nicht lange auf sich warten. „Der kann uns ruhig die Favoritenrolle zuschieben. Wir sind aber klarer Außenseiter. Deutlicher Auswärtssieg, prominente Verstärkungen und Heimvorteil – mehr muss ich ja wohl nicht sagen. Aber wir werden uns nicht verstecken“, kündigt Nils Wallrath an. Seine Mannschaft präsentierte sich am vergangenen Samstag beim 33:33 gegen den TSV Bonn rrh. in der Defensive nicht immer sattelfest. „Durch einfache und unnötige Ballverluste haben wir uns bestimmt sechs Gegenstoß-Treffer eingehandelt, die hätten vermieden werden können“, ärgert sich Wallrath.

Zumindest Anfang der Woche musste der ATV-Coach noch auf Anschauungsunterricht verzichten. Der BTB Aachen hatte kein Video vom Spiel gegen HC Gelpe/Strombach ins Netz gestellt, obwohl der Verband jeden Regionalligisten dazu verpflichtet. „In meinen Augen ist das eine Art von Wettbewerbsverzerrung“, bemängelt Wallrath. „Aber vielleicht kommt da ja noch was.“

Keine guten Nachrichten gibt’s in personeller Hinsicht. Can Greven fällt weiterhin aus. Und Rechtsaußen Thomas Plhak musste am Dienstag das Training mit Verdacht auf eine Adduktorenverletzung abbrechen und muss wahrscheinlich passen.

Hinweis für die treuen ATV-Fans: In der Eugen-Haas-Halle gilt die 3G-Regelung. Der gegnerische Trainer Michiel Lochtenbergh geht davon aus, dass rund 500 Besucher seine Mannschaft unterstützen werden.