Handball Regionalliga : Handball-Kracher in der Vogtei-Halle

Beim Duell gegen den VfB Homberg kann sich der ATV aller Sorgen entledigen. Trainer Wallrath gibt sich optimistisch.

Mit dem überraschenden, aber verdienten 32:30-Erfolg beim TV Korschenbroich beendete der TV Aldekerk endlich seinen Negativlauf. Doch dieser Erfolg ist trügerisch und bei allem Respekt war dieser Sieg zunächst „nur“ wichtig für die Moral in der Mannschaft – an der brisanten Tabellensituation des TV Aldekerk hat er nichts geändert. Zeitgleich gewann der VfB Homberg seine Partie gegen den TV „Jahn“ Köln-Wahn und stoppte seinerseits nach acht sieglosen Spielen die Durststrecke.

Und genau diese beiden Mannschaften treffen am Samstag um 19.30 Uhr in der Vogteihalle aufeinander und werden sich im anstehenden Handball-Derby mit Sicherheit nichts schenken. Das können sich die beiden Regionalligisten aufgrund der heiklen Tabellensituation vier Spiele vor Saisonende, in der sich der Kampf um den Klassenerhalt verschärft, auch gar nicht leisten. Für die Homberger ist die Lage vor dem Spiel allerdings ein Stück weit brenzliger als für Gastgeber TV Aldekerk.

„Die Stimmung in meiner Mannschaft ist nach dem Erfolg in Korschenbroich wirklich gut“, so ATV-Trainer Nils Wallrath. „Ich bin guter Dinge und hoffe, dass wir uns mit einem Sieg aller Sorgen entledigen können.“

Der VfB steht mit 16 Punkten auf Platz zwölf und somit auf einem möglichen Abstiegsplatz, aber auch die Wallrath-Truppe ist alles andere als gesichert. Der ATV hat vier Punkte mehr als die Gäste auf dem Konto. Beim doppelten Punktegewinn wäre der Vorsprung auf sechs Punkte angewachsen und der ATV könnte sich bequem zurücklehnen und die verbleibenden drei Spiele ganz entspannt angehen. Es klingt einfacher als es ist, aber es ist auf jeden Fall machbar – andernfalls würden verdammt ungemütliche Zeiten anbrechen. Zwei Punkte aus der Partie mittznehmen wird auch die Mannschaft vom ehemaligen ATV-Trainer Achim Schürmann vorhaben. Sie muss jede sich bietenden Chance nutzen und in den verbleibenden vier Spielen punkten.

Am Samstag ist es alles andere als ein Prestige-Duell – für Prestige ist keine Zeit, dafür ist die Realität viel zu brisant. In der Partie geht es um wesentlich mehr, nämlich um die Frage, ob dieses Derby vorerst zum letzten Mal in der Regionalliga stattfindet? Die Frage wird am Spielabend sicher nicht endgültig beantwortet werden, aber es ist in jedem Fall ein wegweisendes Spiel für beide.

„Handball spielen können beide Mannschaften, das Spiel wird im Kopf entschieden“, so Hombergs Trainer Achim Schürmann, der an diesem Wochenende beruflich in Hamburg ist. „ Meine Männer müssen auch ganz einfach mal die Anweisungen des Trainers befolgen.“

Beide Teams kennen sich aus etlichen Vergleichen mehr als gut, die Trainer werden ihre Spieler dementsprechend auf den Gegner einstellen. Ob dies nötig ist, mag angezweifelt werden, denn Derbys sind genau die Spiele, bei denen es im Grunde keine Ansprachen geben muss.

Für beide Mannschaften steht gleich viel auf dem Spiel und die Zuschauer können davon ausgehen, dass es von Anfang an voll zu Sache gehen wird und eine spannungsgeladene und hoch emotionale Begegnung zu sehen bekommen, in der die Hausherren die Unterstützung aller seiner Freunde, Fans und Mitglieder benötigt.

Die personellen Sorgen beim TV Aldekerk sind unverändert. Julian Mumme, Christoph Kleinelützum und Richard Pasch fallen weiter verletzt aus. Robin Apppelhans und Romas Grützner werden nach ihrem Oberliga-Spiel zum Kader der Ersten stoßen. Christian Menke kommt aus der A-Jugend dazu.

Abstiegsregelung: Auf Grund einer Ligareform ist es möglich, dass auch der Drittletzte aus der 14-er Gruppe der Regionalliga den Weg in die Oberliga antreten muss. Voraussetzung ist, dass der Tabellenführer die Aufstiegs-Relegation verliert und der abgeschlagene Tabellenletzte SG Langenfeld aus der dritten Liga absteigt.

Diesen ominösen Platz zwölf belegte vor dem aktuellen Spieltag der VfB Homberg.

Die Homberger gewannen gegen TV „Jahn“ Köln-Wahn, so dass sich die Punktedifferenz von vier Punkten zwischen den beiden Teams nicht veränderte.

Die Teams zwischen den beiden genannten Mannschaften ließen den Anschluss zum ATV nicht abreißen.

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