Handball-Regionalliga Große Ernüchterung beim TV Aldekerk

Kerken · Die Mannschaft von Trainer Nils Wallrath verliert beim bisherigen Vorletzten SG Langenfeld nach einer enttäuschenden Leistung überraschend mit 29:30. Am Samstag ist das Schlusslicht zu Gast.

 Thomas Jentjens (beim Wurf) war in Langenfeld mit acht Treffern erfolgreichster Spieler des TV Aldekerk.

Thomas Jentjens (beim Wurf) war in Langenfeld mit acht Treffern erfolgreichster Spieler des TV Aldekerk.

Foto: Heinz Spütz

Bedröppelte Gesichter gab es beim TV Aldekerk, als am Dienstagabend die Unparteiischen die Partie der Handball-Regionalliga der Männer bei der SG Langenfeld abpfiffen. Der Tabellenvierte ATV konnte nicht ansatzweise an die glanzvolle Vorstellung bei seinem 33:24-Sieg bei der HG LTG/HTV Remscheid anknüpfen und musste sich gegen den Vorletzten überraschend mit 29:30 (15:15) geschlagen geben. „Was soll man dazu sagen?“, sagte der enttäuschte ATV-Trainer Nils Wallrath. „Diese Niederlage haben wir uns ganz alleine selbst zuzuschreiben, weil wir uns Fehler in einer Häufigkeit geleistet haben, die ich so selten bei meiner Mannschaft erlebt habe.“

Nach fünf Minuten hatte sich der ATV eine Führung von zwei Toren erspielt und ließ die Chance ungenutzt, sich mit vier Treffern abzusetzen. Thomas Plhak, der sicherste Schütze der Liga von der Strafwurflinie, scheiterte zweimal in Folge an SGL-Torwart Yorick Wolters. Davon unbeirrt setzten sich die Aldekerker im weiteren Verlauf der Partie dreimal mit drei Toren (18., 21., 24.) ab. Einfache Ballverluste, Abschlussschwächen und Wurfpech verhinderten eine Vorentscheidung noch vor der Pause. Der Gastgeber arbeitete sich in die Partie zurück und glich bis zum Seitenwechsel aus.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff war der haushohe Favorit aus Aldekerk gedanklich noch nicht auf dem Parkett, was die SG Langenfeld mit drei Toren innerhalb von zwei Minuten bestrafte. In den nächsten Minuten ging die Leichtigkeit im Spiel des ATV völlig verloren, alles wirkte verkrampft – und es lief schief, was nur schieflaufen konnte. Die Folge: Der Abstiegskandidat lag nach 45 Minuten mit 26:21 vorn.

Aufgeben und das Spiel herschenken – das war aber keine Option für die Wallrath-Truppe. Obwohl beste Tormöglichkeiten weiter fahrlässig ausgelassen wurden, pirschte sich der ATV schrittchenweise heran. Beim Spielstand von 28:29 entschieden die Schiedsrichter nach einem Foul an Tim Gentges auf Strafwurf. Sjuul Rutten, 21-jähriger niederländischer Neuzugang, behielt die Nerven und verwandelte sicher. Es stand 29:29, Langenfeld hatte Ballbesitz, es waren noch zwei Minuten und elf Sekunden zu spielen.

Der Außenseiter erzielte das 30:29 – da waren noch 1:27 Minuten auf der Uhr. Die Frage war, wer sich beim ATV nun etwas zutraute. Es gab ständige Spielunterbrechungen durch Freiwurfentscheidungen, der ATV blieb im Ballbesitz. Neun Sekunden vor Schluss legte Wallrath die Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch, um mit seinen Jungs in der Auszeit den letzten Angriff zu besprechen. Die Entscheidung fiel auf einen Kempa-Trick. Linksaußen Sjuul Rutten fing den Ball in der Luft und wurde am Torwurf gehindert. Es gab noch einmal einen Freiwurf für den ATV, die Uhr war heruntergelaufen – und der letzte Wurf in dieser Partie verpasste das Ziel. „In Remscheid haben wir gewonnen, weil wir galliger als der Gegner waren. Heute war es umgekehrt. Deshalb ging der Sieg der Langenfelder auch in Ordnung“, so Wallrath.

Viel Zeit, um seine Wunden zu lecken, bleibt dem TV Aldekerk nicht. Bereits am Samstag geht es weiter. Dann beginnt um 19.30 Uhr in der Vogteihalle das Heimspiel gegen das Schlusslicht HSG Siebengebirge.