Handball: Im Lokalderby schlägt der TV Issum den SV Straelen

Derbysieg gegen Straelen : Issums Plan geht auf

Im Lokalderby gegen den SV Straelen behält die Landesliga-Mannschaft von Trainer Oliver Cesa die Nase mit 28:26 vorne.

Jahrelang hat Handball-Gelderland auf diese Begegnung gewartet, nun war es soweit: In der Landesliga trafen die Männer des SV Straelen und des TV Issum aufeinander. Das Lokalderby zog hunderte Sportbegeisterte in die Sporthalle am Schulzentrum.

Handball-Landesliga Männer: SV Straelen – TV Issum 26:28 (11:18). „Unser Plan ist in der ersten Halbzeit voll und ganz aufgegangen“, kommentierte TVI-Coach Oliver Cesa den Pausenstand von 18:11. Es waren 30 Minuten, in denen den Gästen nahezu alles gelang, während die Blumenstädter in der Defensive kein Bein auf den Boden bekamen. „Wir waren im seitlichen Verschieben viel zu langsam und haben kaum einen Zweikampf gewonnen“, ärgerte sich Straelens Trainer Dietmar Beiersdorf. Vor allem Issums Marc Höhner durfte schalten und walten wie er wollte. Er war Torschütze, Vorbereiter und Antreiber in einer Person. Deshalb entschied Beiersdorf, ihn nach Wiederanpfiff an die ganz kurze Kette zu legen. Eine Maßnahme, die dem Spiel fast noch die nicht mehr für möglich gehaltene Wendung gegeben hätte.

Der erste Treffer der Party ging auf das Konto von Daniel Meyer. Es war die erste und sollte die einzige Führung der Blumenstädter bleiben. Bis zum 6:7 gelang es den Grün-Gelben, die Partie vom Ergebnis her ausgeglichen zu gestalten. Vier Issumer Treffer in Serie später machte sich die Überlegenheit der Gäste auch auf der Anzeigentafel bemerkbar. Übungsleiter Oliver Cesa erklärte dazu im Nachgang der Begegnung: „Die Jungs haben einen richtig guten Job gemacht.“

Nach dem Seitenwechsel sah es zunächst nicht danach aus, als wenn der SVS die Partie noch einmal spannend gestalten könnte. Der TVI traf weiter wie am Fließband. Bis zum 23:15. Dann riss der Faden. „Wir haben aufgehört den Ball laufen zu lassen, uns stattdessen in Zweikämpfen aufgerieben“, so Cesa. Tor um Tor arbeiteten sich die Blumenstädter heran. Eine rote Karte gegen Andre Schmetter (41. Minute), der Straelens Rückraumschützen in vorgezogener Position das Leben bis dahin ziemlich schwer gemacht hatte, verstärkte diese Trendwende noch einmal.

Nach 53 Zeigerumdrehungen traf Nils Janßen zum 26:26-Unentschieden. „Anschließend hatten wir mehrere Chancen, in Führung zu gehen, haben diese aber zum Teil fahrlässig vergeben“, sagte Dietmar Beiersdorf. Stattdessen konnte der TV Issum nach 14 torlosen Minuten jubeln. Marc Höhner traf von der Siebenmeterlinie. „Den Strafwurf muss man nicht geben“, gestand Cesa nach dem Abpfiff. Seine Mannschaft legte noch einmal nach, während die Grün-Gelben nichts mehr Zählbares zustande brachten und im Lokalderby bereits die dritte Niederlage in Serie kassierten.

Handball-Regionalliga Frauen: HC Weiden – SV Straelen 33:25 (18:14). War es gegen Lank die Offensive, die nicht funktionierte, fanden die Blumenstädter diesmal in der Abwehr nicht zu ihrem Spiel. „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Das hat Weidens starke Schützen in die Karten gespielt und uns zusammen mit erneut viel zu vielen technischen Fehlern schließlich das Genick gebrochen“, analysierte SV Straelens Übungsleiter Thomas Floeth die bittere 25:33-Niederlage unserer Redaktion.

Dabei hatte sein Team ausgesprochen gut in die Partie gefunden. „Wir haben den Gegner nach allen Regeln der Handballkunst ausgespielt“, sah Straelens Trainer die Grün-Gelben nach zehn Minuten mit 6:3 in Führung liegen. Über Linksaußen und vom Kreis nutzten die Blumenstädter die sich ihnen bietenden Chancen konsequent. Die Folge: Weiden stellte die Deckung um. Mit Erfolg.  Bald war der Ausgleich hergestellt. Wenig später zog der Gastgeber auf 13:9 davon und ging schließlich mit eben diesem Vier-Tore-Vorsprung in die Kabine. Thomas Floeth erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion nach Schlusspfiff: „18 Gegentore in 30 Minuten sagen eigentlich alles. Das war hinten einfach zu wenig.“

Nach dem Seitenwechsel wurde das Straelener Abwehrspiel nur unwesentlich besser – egal mit welcher Aufstellung und in welcher Formation verteidigt wurde. Und so zog Weiden nach und nach Treffer um Treffer davon. Nach 45 Minuten Spielzeit war die Partie entschieden. Auch nach einem Neun-Tore-Rückstand (19:28) und mit dezimiertem Kader, Kathrin Janssen und Steffi Heuvels mussten passen, ließen die Grün-Gelben ihre Köpfe nicht hängen. Thomas Floeth: „Die Moral hat gestimmt.“ An Niederlage Nummer vier änderte das jedoch nichts.