Handball-Frauen des TV Aldekerk verlieren Temposchlacht gegen Solingen

Temporeiche Partie : ATV-Frauen belohnen sich nicht

Handball-Drittligist Aldekerk verliert gegen den HSV Solingen-Gräfrath mit 31:36.

Es war ein Fest, welches am Sonntagnachmittag in der Vogteihalle gefeiert wurde. Über sechzig Minuten wurden die knapp zweihundert Zuschauer prächtig unterhalten und erlebten eine kurzweilige Drittligapartie. Aus Aldekerker Sicht war es nur schade, dass die Belohnung am Ende ausblieb: Die Frauen des HSV Solingen-Gräfrath setzten sich mit 36:31 (17:18) beim ATV durch.

Vom Anpfiff an warteten beide Teams mit effektivem Angriffsspiel auf. Auch weil die Abwehrarbeit deutlich in den Hintergrund rückte, entwickelte sich ein temporeiche Partie, die herrliche Treffer im Gepäck hatte. „Wir haben es vor allem in der Anfangsphase verpasst, Zugriff auf den Aldekerker Rückraum zu bekommen“, gab Gräfrathts Co-Trainerin Inga Lehnhoff zu. „Da konnten wir nicht umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten.“

Die Tore fielen auf beiden Seiten wie am Fließband. Während auf Aldekerker Seite das Kollektiv zu überzeugen wusste, war es Vanessa Brandt auf Seiten des HSV, die insgesamt 14 Treffer erzielte und sich Bestnoten verdiente. Über 5:5 und 10:10 spielten sich beide Teams der Halbzeit entgegen, ehe dem Tabellenführer erstmals eine kleine Führung gelang. Doch die Aldekerker konterten und nahmen jetzt ihrerseits die 18:17-Führung mit in die Kabine.

Wer nach der Pause auf eine Temporeduzierung gesetzt hatte, irrte gewaltig, denn beide Teams schienen umgehend nach dem Kabinengang die Entscheidung herbeiführen zu wollen. Beim 25:22 für die Gastgeberinnen (37.) ergriff Gräfrath dann die wohl spielentscheidende Maßnahme, als Manon Vernay zwischen die Pfosten beordert wurde. Die Nationalspielerin Australiens hielt den einen oder anderen Ball mehr als alle anderen eingesetzten Torhüterinnen und wurde so zur Matchwinnerin für die Gäste. Auch wenn die Aldekerkerinnen verbissen kämpften, gewann der HSV die Oberhand. „Wir haben in der Schlussphase einfach die Linie verloren“, bemerkte ATV-Trainerin Dagmara Kowalska nach dem Abpfiff. „Wir haben zu keiner Zeit aufgegeben, aber leider nicht mehr die Mittel gefunden, um die durchaus vorhandenen Freiräume in der Solinger Deckung zu finden.“

Dabei gab sie sich auch durchaus selbstkritisch, weil sie in der entscheidenden Phase mit der personellen Auswahl ihrer Spielerinnen daneben gelegen hatte. Alles Kämpfen der Hausherrinnen half nicht, der HSV übernahm die Führung und spielte die Partie souverän nach Hause. Am Ende hatte das Team gewonnen, das die einfacheren Tore erzielt und an diesem Nachmittag den besseren Keeper im Kasten stehen hatte. Zurück blieben Aldekerker Spielerinnen, die zwar mit leeren Händen dastanden, ihren Fans aber gute Unterhaltung und ein tolles Spiel geliefert hatten. Die Grün-Weißen liegen jetzt auf Platz vier und haben bei drei Punkten Rückstand auch Tuchfühlung zur Spitze. Am 11. November geht es zum TV Oyten.

ATV: Leuf, Cengiz; Kühn (8), Kunert (6), A. Huppers (4/1), F. Huppers (3), Bleckmann (3), Beyer (2), Gilej (2), Rottwinkel (2/1), Kern (1), Rütten, Löwenthal und Weisz.

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