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Handball: Drei Teams des TV Aldekerk dürfen wieder trainieren

Sport in der Corona-Krise : Warum drei Handball-Teams des TV Aldekerk wieder trainieren

Die Frauen-Mannschaft sowie die weibliche A- und B-Jugend sind wieder in der Vogteihalle aktiv. Das ist möglich, weil sie sich auf Wettbewerbe vorbereiten, die nicht unter den Begriff Amateursport fallen.

Für den Handballsport allgemein sieht es in der Corona-Krise momentan nicht gut aus. Nach wie vor wird der Amateur-Handball, wie andere Kontaktsportarten auch, von Beschränkungen, Hygieneregeln oder gar Verboten bestimmt. Doch es gibt auch ein erstes Licht am Ende des Tunnels – zumindest für drei Mannschaften des TV Aldekerk. Sie können wieder einen geregelten Trainingsbetrieb in der Vogteihalle aufnehmen. Möglich ist das, weil diese Teams an besonderen Wettbewerben teilnehmen, die nicht mehr unter die Rubrik Amateursport fallen, sondern dem Profisport zugerechnet werden.

Im weiblichen Bereich wurde das B-Jugend-Team von Trainer René Baude für das Endrunden-Turnier um die Deutsche Meisterschaft gemeldet. Da der Deutsche Handballbund (DHB) dem Bereich Nordrhein zwei Startplätze für die Endrunde zuerkannt hat, darf der ATV sich jetzt zeitnah mit fünf anderen interessierten Teams, unter anderem Sankt Tönis und der Bergische HC, auf die Ausscheidungsspiele vorbereiten. Die Mannschaft ist am gestrigen Donnerstag ins Training eingestiegen. In etwa drei Wochen sollen die Spiele losgehen, die genauen Termine stehen aber noch nicht fest.

„Wir wollen mit dem Plan, die Saison fortzusetzen, die Jugendlichen in den Fokus rücken, ein positives Signal setzen und zeigen, dass auch der Nachwuchs-Handball noch da ist“, wird Carsten Korte, Vizepräsident und Vorsitzender des Jugend-Spielausschusses des Deutschen Handballbundes (DHB), im Internetportal handball-World zitieren.

Auch das weibliche A-Jugend-Team des ATV, das die Vorrunde in der Bundesliga erfolgreich hinter sich gebracht und die Zwischenrunde um die Deutsche Meisterschaft erreicht hat, steht schon wieder im Mannschaftstraining. Hier stellte der DHB den Vereinsvertretern der 16 verbliebenen Mannschaften drei Möglichkeiten zur Beendigung der Saison vor. Die Klubs müssen jetzt darüber abstimmen, welche Variante gewählt wird.

„Möglich ist das durch die Intervention des Deutschen Olympischen Sportbundes, der bei der Landesregierung die Aufnahme der Jugend-Leistungsmannschaften in den Profibereich erreichen konnte“, sagt Willi Nellessen, stellvertretender Vorsitzender des TV Aldekerk und Leiter der Handball-Abteilung. „Die Auflagen, die dafür zu erfüllen sind, beschränken sich auf wöchentliche Corona-Schnelltests und regelmäßiges Fiebermessen.“

Einen besonderen Moment gab es am Donnerstagabend für Yvonne Fillgert, Trainerin der ersten Frauen-Mannschaft des ATV, und ihre Spielerinnen. Nach monatelanger Pause stand wieder eine gemeinsame Übungsstunde in der Vogteihalle für den Drittligisten an. „Das ist natürlich ein Lichtblick für uns. Wir freuen uns alle, dass wir uns wieder sehen und den Ball in die Hand nehmen können“, sagt Fillgert.

Das Team darf wieder trainieren, weil sich der ATV entschieden hat, an der Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga teilzunehmen. Nach bislang nur zwei gespielten Partien in Liga drei haben die Aldekerkerinnen seit nunmehr fast fünf Monaten auf ein Signal gewartet, ob und wie es weitergehen kann. Der Modus für die Aufstiegsrunde steht noch nicht fest. Fillgert hofft, dass sie mit ihren Spielerinnen einige Wochen Zeit für die Vorbereitung hat. „Das ist nach der langen Pause auch nötig“, sagt sie. Die Trainerin freut sich einerseits darüber, „dass wir wieder das machen dürfen, was uns Spaß macht“. Andererseits stellt sie aber fest: „Ein komisches Gefühl ist auch dabei, weil man sich doch ein bisschen die Sorge macht, dass man sich infizieren kann.“

Nach wie vor unklar ist, wie es mit der ersten Männer-Mannschaft des ATV weitergeht, die in der Regionalliga spielt. Von Seiten des Verbandes soll zumindest ein Aufsteiger in die Dritte Liga ermittelt werden. Über den Modus möchte der Verband zuerst mit den Vereinen in einer Videokonferenz beraten und dann entscheiden.