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Fußball: Gierschner zurück an alter Wirkungsstätte

Fußball : Gierschner zurück an alter Wirkungsstätte

Nach vier Jahren Abstinenz meldet sich ein bekanntes Gesicht als Trainer in der Bezirksliga zurück. Beim SV Sevelen versucht der 40-Jährige, Unmögliches doch noch möglich zu machen.

Gunnar Gierschner, verheiratet und Vater eines drei Jahre alten Nachwuchskickers, leitete nach seiner Verpflichtung am Dienstagabend zum ersten Mal das Training des abstiegsbedrohten Fußball-Bezirksligisten SV Sevelen. Der neue Coach sieht seiner Aufgabe gelassen, durchaus realistisch und recht zuversichtlich entgegen: "Natürlich ist mir die äußerst prekäre Situation der Mannschaft bekannt, und ich weiß, dass es im Moment bis zum rettenden Ufer elf Punkte sind, aber es sind auch noch 30 Punkte zu vergeben und unmöglich ist im Fußball bekanntlich nichts." Und wer Gierschner kennt, der weiß, dass er es ernst meint.

Erfolgsdruck verspüre Gierschner nicht. Dabei weiß er die Verantwortlichen des Clubs auf seiner Seite. "Mit der Verpflichtung von Gunnar wollten wir nichts unversucht lassen, um den drohenden Abstieg zu verhindern", sagt Obmann Ronny Czadzeck, der es deshalb für richtig ansah, die mit Thorsten Fronhoffs vereinbarte Trennung zum Saisonende ein paar, vielleicht entscheidende Wochen vorzuziehen.

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Mit dem 40-jährigen Gierschner kehrt ein alter Bekannter zur Sportanlage am Koetherdyck zurück, an den sich viele Sevelener Fußballfans gerne und gut erinnern werden. Denn ihm gelang 2009 als Trainer des SV Sevelen der Aufstieg in die Bezirksliga. Zwei weitere Jahre begleitete er die Mannschaft von der Außenlinie aus, wurde dann durch Wilfried Steeger abgelöst und wechselte zum Bezirksligisten SV Veert. In der Winterpause der Saison 2013/14 entschied dort die Veerter Vereinsführung, die Zusammenarbeit mit ihm für die darauf folgende Spielzeit nicht fortzusetzen. Die Mannschaft rangierte zu diesem Zeitpunkt am Tabellenende. Die Saison schloss der SV Veert mit Gierschner als Trainer auf Platz neun ab. Ob ihm ein ähnlicher Husarenritt mit dem SV Sevelen gelingen wird, bleibt mit Spannung abzuwarten.

Aus seiner Verbundenheit zum SV Sevelen machte der neue Coach nie Geheimnisse, schließlich spielte er als Jugendlicher lange für diesen Verein, war dort als Trainer tätig und kickt seit einem knappen Jahr in der Altherren-Mannschaft des Vereins. "Kontakte zum Verein und zu Spielern gab es immer, die sind nie abgebrochen, dafür kennt man sich zu lange", so Gierschner. Einen Kontakt zu Obmann Czadzeck habe es ebenfalls immer gegeben.

Dabei sei es aber nicht ausschließlich um Fußball gegangen, der sei erst vor kurzer Zeit entstanden. Czadzeck habe ihn und Frank Rörthmans zum Spiel der Sevelener beim GSV Geldern eingeladen. Dort seien während des Spiels erste deutliche Signale gesendet worden, Ostersamstag sei es konkret geworden und einen Tag später habe er dem Verein seine Zusage gegeben. "Beim Spiel in Geldern konnte ich nicht erkennen, dass da der Tabellenletzte gegen den Zweiten der Liga spielte", sagt Gierschner, "ich habe klar erkannt, dass Substanz in der Mannschaft steckt."

Zu der Frage, ob es im Falle eines Abstiegs mit dem neuen Trainer weitergehen wird, erklärt Czadzeck nur so viel: "Wir haben bereits mit den allermeisten Spielern gesprochen, es möchte keiner von ihnen den Verein verlassen; zwei Gespräche stehen noch aus, die werden wir zeitnah nachholen. Selbstverständlich wurde auch mit Gunnar über dieses Thema geredet, aber jetzt warten wir erst mal die Saison ab und sehen dann weiter."

Gierschner, der großen Wert auf einen respektvollen Umgang miteinander legt und bekannt ist für klare Ansagen, hat seine ersten Aufgaben bei seiner neuen Mannschaft deutlich beschrieben: "Ich werde erst mal eine Art Ursachenforschung betreiben und zusehen, dass die Köpfe der Spieler wieder frei werden. Die Jungs sollen wieder ihren Spaß am Fußball entdecken."

Viel Zeit bleibt ihm für diese Erkundung nicht, denn bereits am Sonntag kommt mit dem Hülser SV die nächste Mannschaft ins Hexenland, die die volle Punktzahl mit nach Hause nehmen möchte. "Ich kenne die Liga zu wenig, um eine Prognose über den Ausgang des Spiels abgeben zu können, aber mir ist aufgefallen, dass die Hülser die letzten fünf Spiele in Folge verloren haben", erklärt Sevelens Trainer und deutet an, dass zumindest in diesem Spiel für seine neue Mannschaft alles möglich sein sollte.

(ütz)