Lokalsport : Gelderns jüngste Segler

Am Welberssee in Geldern können Kinder ab sieben Jahre ihren Jüngsten-Segelschein machen. Boote können gemietet und auch mit in den Urlaub genommen werden. Als Bootstypen gibt es Optimisten, Laser und Piraten.

Beste Bedingungen für Optimisten: Die Sonne scheint und es ist windig. "Ein bisschen Wind geht immer", sagt Niklas Mandel. Der 18-Jährige ist Jugendsprecher bei der Wassersportgemeinschaft (WSG) Geldern und seit acht Jahren begeisterter Segler. Sein Traum: Einmal mit Freunden eine Woche übers Meer schippern. Das Rüstzeug dazu lernt er auf dem Welberssee. Und Mandel steht nicht alleine mit seinem Sport da. Rund 40 Kinder und Jugendliche sind in Geldern zurzeit als Segler aktiv.

Bereits in jungen Jahren üben sie fleißig, mit Boot, Segel und Wind umzugehen. "Den Jüngsten-Segelchein können Kinder ab sieben Jahren machen", erläutert Sandra Peine, stellvertretende Jugendwartin am Welberssee. Voraussetzung ist allerdings das bronzene Schwimmabzeichen oder mindestens eine Viertelstunde allein Schwimmen zu können.

Damit sich der Segel-Nachwuchs an das jeweilige Boot gewöhnt, kann es auch mit in den Urlaub genommen werden. Doch zunächst starten die Kinder im Winter mit der Theorie und lernen, ein Boot auch während des Winters zu pflegen. Im Sommer können die Jung-Segler dann auf dem Welberssee auch endlich ihr Wissen in die Praxis umsetzen.

Angefangen hat Niklas mit dem Optimisten, der kleinsten Segelbootgröße. Heute segelt er mit einem Laser. Vor acht Jahren ist er mit seiner Familie nach Geldern gezogen und war auf der Suche nach "einem schönen Sport". Dabei ist er beim Segeln hängengeblieben. Erste Erfahrungen hatte er bereits bei Urlauben mit seinen Großeltern gesammelt. Und Niklas mag es auch, wenn es ein bisschen stürmischer wird. "Bei schlechtem Wetter ist mehr Wind", sagt er. Während der 18-Jährige die Einsamkeit und alleinige Befehlshoheit auf einem Laser vorzieht, genießt Schwester Leonie die Zweisamkeit, die auf einem Piraten, dem Zweihandboot mit zwei Segeln, möglich ist.

Neben dem Geschwisterpaar üben auch die Jüngsten auf dem Welberssee das Handwerkszeug. Der neunjährige Sven Ole Johnsen zieht einen Optimisten hinter sich her, bevor er vorsichtig, mit Hilfe von Mutter Monika, das kleine Boot vom Steg ins Wasser gleiten lässt. Sonnenbrille und Schwimmweste sitzen, das Boot ist startklar. Schon segelt der Neunjährige Richtung Mitte des Sees — vorbei an Emily und ihrer Freundin Anna, die ganz entspannt das letzte Training vor den Ferien genießen. Sportwart und Ausbilder Martin Moschnitschka fährt mit Jugendsprecher Niklas mit einem roten Motorboot hinterher. Moschnitschka hilft den Mädchen, einen Knick aus ihrem Segel zu entfernen und gibt weitere Anweisungen. "Segel dicht, das flattert."

Um dem Segel-Nachwuchs noch einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, werden an die roten Abgrenzungstonnen im Wasser Tüten mit Naschereien gehängt. "Süßigkeitensegeln" heißt die Herausforderung, möglichst nah und zielgenau zu steuern. "Es gehört viel Engagement dazu, die Kinder zu begeistern", sagt Hein Muysers, der seit Februar Jugendwart der WSG ist. Deswegen veranstaltet der Klub Ende August ein Zeltlager mit Nachtwanderung und Lagerolympiade. Muysers selbst kam durch seine Tochter zum Segeln. "Sie wollte nicht mehr Rad fahren, sondern nur noch Segeln", sagt er.

(bimo)