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Gelderns "Delphine" überzeugen im letzten Wettkampf vor "Corona"

Schwimmen : Corona-Krise trifft auch Gelderns Top-Schwimmer

(RP) Bei einem der letzten Wettkämpfe, die noch vor der Coronakrise ausgetragen werden konnten, kamen in Viersen die Schwimmer aus 15 Vereinen zusammen. Die Aktiven des SC Delphin Geldern waren dank des gezielten Trainingsaufbaus in Topform angereist.

Am Ende der beiden Wettkampftage sprangen für die Gelderner Talente 58 Gold-, 32 Silber- und 14 Bronzemedaillen heraus.

Viel wichtiger als die Platzierungen waren jedoch die erzielten Zeiten. Unter anderen durften zwei neue Gelderland-Rekorde in den 4 mal 100 Meter-Freistilstaffeln der Frauen und Männer gefeiert werden. Der alte Rekord bei den Männern stammte noch aus dem Jahr 1984. Er wurde jetzt von Felix Specker (1:05,62 Minuten), Mathis Teneyken (56,42 Sekunden), Benjamin Bauten (55,92) und Lukas Teneyken (53,83) auf fulminante 3:51,81 Minuten verbessert und damit um fast neun Sekunden unterboten. Die Einzelzeiten machen deutlich, wie hochmotiviert das Quartett an den Start gegangen war. Bei den Damen waren es Felicita van Leyen (1:08,46), Feline Kisters (1:04,74), Lina Jonkmans (1:00,36) und Sarah Rütters (1:04,28), die mit der Gesamtzeit von 4:17,84 Minuten den Rekord aus dem Vorjahr verbesserten.

Benjamin Bauten (Jahrgang 2004) konnte seine 100 Meter-Freistilzeit aus der Staffel im Einzelrennen mit hervorragenden 56,04 Sekunden mehr als bestätigen. Seine Zeiten über 200 Meter Rücken, 100 Meter Rücken und 100 Meter Delphin waren ebenfalls top und bescherten ihm jeweils Gold in seinem Jahrgang.

Seine jüngere Schwester Christina (Jahrgang 2007) belohnte ihren enormen Trainingsfleiß mit einigen fantastischen neuen Bestzeiten. Über 100 Meter Freistil verbesserte sie ihre bisherige Bestzeit um über zwei Sekunden auf 1:03,70 Minuten. Damit belegt sie Platz acht in der landesweiten NRW-Bestenliste. Bei allen fünf Starts landete Christina Bauten in Viersen ebenso wie Benjamin ganz oben auf dem Siegertreppchen. Und der kleine Bruder Nils (Jahrgang 2012) fügte der Familienbilanz noch zweimal Gold sowie eine Silbermedaille hinzu. Philipp und Robert Rübesam, Laurenz Mayr, Leo Petrak, Felix Specker, Tobias Windisch, Maxim Wolf und Lukas Teneyken erzielten zusammen mit Benjamin Bauten 28 Medaillen bei 32 Starts. Nicht weniger erfolgreich waren die Mädchen der Gelderner Delphine. Charlotte Frohwerk, Emma Klaessen, Luise Rattmann, Luise Böcker, Caroline Stark, Lotta Hutmacher, Tami Kleuskens, Johanna Croonenbrock, Elisabeth Mendritzki, Annika Rübesam, Carlotta Specker, Chiara Smolan und Feline Kisters machten durchweg mit starken Leistungen auf sich aufmerksam.

Gerade die Mädchen der Jahrgänge 2010 bis ’12 gehören mit ihren in Viersen erzielten Leistungen aktuell zu den schnellsten Schwimmerinnen in Nordrhein-Westfalen. Emma Klaessen (Jahrgang 2012) belegt gleich zweimal Platz eins in NRW. Charlotte Frohwerk (gleicher Jahrgang) belegt die Ränge drei und acht. Luise Böcker, Luise Rattmann, Caroline Stark und Lotta Hutmacher befinden sich auf mehreren Strecken ebenfalls allesamt unter den besten Zehn. In dieser Bestenliste sind auch Tami Kleuskens und Johanna Croonenbrock (beide 2010) mehrfach platziert.Sehr zufrieden zeigte sich Trainer Jörg Löcker auch mit den Leistungen der älteren Schwimmerinnen ab Jahrgang 2009.

Die aktuelle Situation im Deutschen Schwimmverband ist die gleiche wie in allen anderen Sportverbänden. Alle Bäder sind geschlossen, der Trainingsbetrieb ruht. Die Deutschen Meisterschaften und Jahrgangsmeisterschaften sind bereits abgesagt. Dies betrifft ganz hart Lina Jonkmans und Christina Bauten. Beide waren nur noch Hundertstel Sekunden von den Qualifikationszeiten für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften entfernt und hätten sie bei ihrer Form in einem der nächsten Wettkämpfe erfüllt. Wegen der Corona-Krise müssen sie auf dieses besondere Ereignis verzichten.

Ein Großteil der „Delphine“ hält sich zurzeit mit speziellem Kraft- und Fitnesstraining einigermaßen fit, damit der Abfall der Formkurve nicht zu krass ausfällt. Wann die Gelderner Schwimmerinnen und Schwimmer ihre Erfolgsbilanz wieder ausbauen können, steht momentan noch in den Sternen.