Volleyball: Geldernerinnen wollen hoch hinaus

Volleyball : Geldernerinnen wollen hoch hinaus

Bei den westdeutschen Meisterschaften im Volleyball ist das erklärte Ziel der U20 mindestens ein Spiel zu gewinnen

Wenn am Samstagmorgen eine Autokolonne die Drachenstadt verlässt, dann ist mit 99-prozentiger Sicherheit anzunehmen, dass es sich um die U20-Volleyballerinnen vom VC Eintracht Geldern und ihre Fans handelt. Das Jugendoberliga-Team macht sich auf den Weg nach Erkelenz, um sich dort an zwei Tagen mit elf anderen Spitzenteams aus NRW bei den westdeutschen Meisterschaften zu messen. Nach den erfolgreichen Qualifikationsrunden und der starken Saison ohne einen einzigen Satzverlust stand fest: Der VCE ist zum vierten Mal in Folge qualifiziert.

Um in Erkelenz gut vorbereitet aufzuschlagen, hat das Team drei spezielle Trainingseinheiten eingelegt. Trotz aller Vorfreude warnt Trainer Markus Heißing seine Schützlinge aber: "Wir müssen auf dem Boden der Tatsachen bleiben." Das scheint die Stimmung innerhalb des Teams aber nicht großartig zu trüben. Es wird gelacht und gealbert. Als Heißing seine Mädels über die gegnerischen Teams aufklärt, stockt vielen dann aber doch der Atem, einige rufen laut: "Ach nein". Denn bereits in der Vorrunde müssen die Geldernerinnen mit den klassenhöheren NRW-Ligisten RC Sorpesee und RC Borken-Hoxfeld starke Gegenwehr befürchten. "Sorpesee ist mit der Damenmannschaft gerade in die dritte Liga aufgestiegen. Die werden noch auf Wolke sieben schweben", sagt Heißing und ergänzt: "Sechs Spielerinnen aus dem Aufstiegsteam werden als A-Jugendliche auch bei den Westdeutschen dabei sein. Und Borken hat vier Spielerinnen, die Zweitliga-Erfahrungen haben."

Trotzdem will die VCE-Mannschaft nicht in Ehrfurcht erstarren. Die Spielerinnen wissen um ihre Qualitäten. "Unsere Stärken sind der Angriff und der Block", erklärt Leonie Schepers. Auf die Schwächen hin angesprochen, antwortet Alina Verheyen prompt: "Wir haben keine Schwächen." Dann lacht sie. Coach Heißing wird schon deutlicher. "Wenn wir eine Schwäche haben, dann ist es das Zusammenspiel. Unsere Spielerinnen sind individuell sehr stark. Wir müssen es jetzt hinbekommen, das Individuelle zu einem Ganzen zu formen." Besonders am Zuspiel haben die Geldernerinnen gefeilt. Auch Aufschlagsituationen und Blocks am Netz sind Teil des Extra-Trainings.

"Ich kann mich noch an das vergangene Jahr erinnern. Damals haben wir gegen Teams mit riesigen Spielerinnen gespielt. Da fühlte ich mich mit meinem 1,84 Metern richtig klein", sagt Mittelblockerin Linda Backus. Die 18-Jährige hat beim vergangen Auftritt des VCE bei den westdeutschen Meisterschaften schon reichlich Erfahrung sammeln können und schätzt besonders die Turnieratmosphäre. "Das Besondere ist, dass wir als 'Dorfverein' gegen Teams spielen, die ihre Spieler einkaufen", sagt Backus.

Trotz der Außenseiterrolle hat sich das Team fest vorgenommen, nicht Letzter zu werden, wie noch in den vergangenen beiden Jahren. "Mindestens ein Spiel können wir gewinnen. Wir dürfen unsere Gegner aber nicht unterschätzen", sagt Schepers. Trainer Heißing verdeutlicht: "Wenn wir unser erstes Spiel gegen Sorpesee gewinnen, haben wir gute Chancen, die Gruppenphase zu überstehen." Gelingt das, darf sich Gelderns U20 zu den acht besten Teams im gesamten Bundesland zählen — verdient hätten sie es.

(cad)