Skatesport : „Jam-Session“ der Skater zum Gedenken an einen ganz Großen

Mittlerweile bereits zum 23. Mal fand jetzt das tradtionelle Skate- und BMX-Event des Gelderner Skatevereins „Auf Achse“ am Bollwerk statt. Diesmal rückte allerdings der Wettbewerbsgedanke in den Hintergrund.

Im Mittelpunkt stand eine „Jam-Session“ in Gedenken an Stephan Cox, Urgestein der Gelderner Skater-Szene.

„Er ist dieses Jahr von uns gegangen. Stephan war lange Zeit das Bindeglied zwischen den Skatern und den BMX-Fahrern, der unermüdliche Motivator und Aktivator des Vereins“, erzählt Skater Beni Mönks über den Verstorbenen. „Coxi“ habe sich stets für die Belange seiner Skaterfreunde eingesetzt und sei der Intitiator der Entstehung des Skateparks gewesen. Unter dem Motto „Skaten, grillen, trinken und Gemeinsamkeit schaffen“ sollte der Park stehen.

„Es gab zwar schon eine offizielle Eröffnung des Parks, aber diese fand leider im Regen statt“, berichtet Mönks. Deshalb gab’s jetzt die Session, um unter Freunden feiern zu können. Nicht als Wettbewerb, sondern als „open-minded Event“. Also etwas für Freigeister, ganz im Sinne von Stephan Cox. „Wir wollen einfach nur zusammen skaten, uns gegenseitig motivieren und das Gemeinschaftsgefühl stärken“, erklärte Mönks. Dennoch durfte ein neutraler Beobachter nicht fehlen, der die vorgeführten Tricks zählte. Außerdem diente der Applaus der anderen Skater als Grundlage der inoffiziellen „Bewertung“. Kleine Preise für den einen oder anderen coolen und gelungenen Trick konnten natürlich ganz nebenbei auch noch abgestaubt werden.

Künstler Mattez Deckers hat „Coxi“ verewigt. Foto: Privat

„Es ist unsere eigene Einweihung des Platzes“, bestätigt auch Hanneke Hellmann, Vorsitzende des Skatevereins. Die ganze Woche habe sie an dem Event gefeilt und eine riesige To-Do-Liste abgearbeitet. „Ich kenne ganze Generationen. Und das hier ist wie ein Wiedersehen einer großen Familie.“ Die Rampen sind mit bunten Fähnchen dekoriert. Der Duft von leckeren Bratwürsten strömt über das Gelände. Bei Hip Hop und Technoklängen von DJ Philip Lauther und Henk Pfeffer zeigen die Skater und BMX-Fahrer ihr Talent auf dem Platz. Auch ein Künstler ist mit von der Partie. Der ehemaliger Skater und Malermeister Mattez Deckers will Stephan Cox ebenfalls die letzte Ehre erweisen. „Ich male ihn heute an die Wand“, sagt Deckers. Stephan Cox sei der Skater-Daddy gewesen, der allen den Lifestyle vermittelt hätte. Mit dem Skaten habe er viele gerettet, die so ihre Aggressionen bewältigen konnten. „Er ist immer hier gewesen. Ich kenne ihn nur von hier“, berichtet der 36-Jährige. Jahrelang sei er hier selbst gefahren. „Als die erste Rampe gebaut wurde, war ich hier“, erzählt Deckers, der sich bereits mit einigen Graffiti am Bollwerk verewigt hat. „Ich mache das alles schön hier“, sagt er grinsend. „Es ist Leidenschaft, Hobby und Beruf. Alles in einem“, so Deckers. Das sieht man auch in seinem fertigen Werk, das dem Skater-Idol Stephan Cox gewidmet ist. Es hätte „Coxi“ mit Sicherheit gefallen.

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