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Gelderner Fußballer greifen nach der Hallen-Krone

Fußball : In Geldern darf noch gegrätscht werden

Bei der achten „Gelderner Stadtmeisterschaft im 21. Jahrhundert“ kommen zwar die weichen Futsal-Bälle zum Einsatz. Ansonsten wird in der Halle „Am Bollwerk“ richtiger Fußball gespielt. Am Samstag wird in der Bude wieder gezaubert.

Grün-Weiß Vernum hat eingeladen. Und wie immer hat die komplette Gelderner Fußball-Familie ihr Kommen zugesichert. Die eine oder andere Mannschaft weiß zwar schon vorher, dass sie nicht den Hauch einer Chance besitzt. Doch die „Stadtmeisterschaft im 21. Jahrhundert“ macht so viel Spaß, dass Niederlagen verschmerzt werden können. Am Samstag steht die Halle „Am Bollwerk“ ab 13 Uhr wieder im Zeichen des Budenzaubers.

Die Ursprünge Es gab da mal eine zweite Mannschaft von Grün-Weiß Vernum, die genoss im Fußball-Gelderland fast schon Kult-Status. Die Kicker waren auch außerhalb des Sportplatzes immer für eine Überraschung gut. Im Sommer 2012 kamen die Jungs auf die Idee, in der folgenden Winterpause die Hallen-Titelkämpfe wieder aufleben zu lassen. Gesagt, getan: Der Vernumer Vorstand war ebenso Feuer und Flamme wie die kickende Konkurrenz. Seit 2013 hat Geldern wieder einen Fußball-Stadtmeister.

Die Gründerväter Ein Trio, das damals großen Anteil an der Organisation der Premiere hatte, hat inzwischen die Farben und das Dorf gewechselt. Vom schicken Vernumer Grün-Weiß zum gewöhnungsbedürftigen Veerter Schwarz-Gelb. Alle drei werden auch am Samstag bei der achten Auflage des Wettbewerbs eine entscheidende Rolle spielen. Daniel Neuer und Timo Pastoors sind mittlerweile erfolgreich als Trainer der ersten Mannschaft des SV Veert unterwegs, die sich in der Meisterschaft anschickt, den Aufstieg in die Kreisliga A perfekt zu machen. Beide wollen unbedingt einmal mit dem neuen Verein „ihre“ Stadtmeisterschaft gewinnen. Schon im vergangenen Jahr gab’s die große Chance dazu. Doch der SV Veert verlor das Endspiel gegen GW Vernum nach einem Eigentor mit 0:1. Dritter im Bunde ist Bastian „The Voice“ Eis. Der Hallenmoderator ist in der Gelderner Fußballszene bestens vernetzt und zur Freude der Zuschauer immer für einen lockeren Spruch zu haben.

Die Favoriten Als aktuell einziger Bezirksligist im Starterfeld befindet sich der SV Walbeck automatisch in dieser Rolle. Und die Mannschaft hat den Wanderpokal in der Vergangenheit auch schon dreimal ins Spargeldorf geholt. Allerdings treten die Grün-Weißen in diesem Jahr mit einem Handicap an. Am Abend zuvor steht in Moers das wichtige Bezirksliga-Nachholspiel beim FC Meerfeld auf dem Programm, das garantiert einige Körner kosten wird. Zu den „üblichen Verdächtigen“, so Ver­nums Vorsitzender Reinhard Winkler, zählt auch der Gastgeber. GW Vernum hat die Trophäe ebenfalls schon dreimal gewonnen und geht als Titelverteidiger an den Start. Zu beachten ist seit jeher auch der GSV Geldern, der einige exzellente Hallenkicker in seinen Reihen hat.

Die Geheimtipps Der SV Veert hat schon den einen oder anderen Anlauf genommen – doch zur Stadtmeisterschaft hat’s noch nie gereicht. Wie eingangs schon erwähnt, lassen die Trainer Daniel Neuer und Timo Pastoors garantiert nicht locker. Das Gleiche gilt für Marcel Lemmen. Der neue Trainer des A-Liga-Tabellenletzten Arminia Kapellen weiß ganz genau, dass dringend Erfolgserlebnisse her müssen, wenn aus dem Klassenerhalt noch etwas werden soll. Warum also in der Bollwerk-Halle nicht gleich einmal damit anfangen ?

Die Chancenlosen Die drei C-Ligisten im Starterfeld haben allergrößten Respekt verdient. Die Kicker des VfL Pont, von Rot-Weiß Geldern und des SV Lüllingen wissen schon vorher, dass sie einige Male aus der Halle geschossen werden. Doch sie gehen den drohenden Pleiten nicht aus dem Weg und sorgen mit ihrer Teilnahme dafür, dass es sich bei der Gelderner Fußball-Stadtmeisterschaft um ein Turnier handelt, das diesen Namen auch verdient.

Spielregeln Vernums Chef Reinhard Winkler hat’s schon gereicht, dass er im Vorfeld der Titelkämpfe mit Unterstützung von Sponsoren Futsal-Bälle anschaffen musste. Auf das entsprechende Regelwerk des körperlosen Kicks verzichten die Grün-Weißen, weil der Fußball-Verband Niederrhein als Dachverband keine Vorschriften macht. In Geldern darf also noch im Rahmen des Erlaubten die Grätsche ausgepackt werden. Wobei die Kicker natürlich wissen, dass auch ihre Kontrahenten am Montag wieder gesund zur Arbeit gehen möchten.

Spielplan Das Turnier wird um 13 Uhr mit der Partie SV Walbeck gegen SV Veert eröffnet. Eine Besonderheit sind die vier Zwischenrunden-Spiele (Erster Gruppe A – Erster Gruppe B usw.), die ab 15 Uhr eingestreut werden und in der Vergangenheit oftmals von entscheidender Bedeutung waren. Sämtliche Spiele dauern zwölf Minuten, das Finale ist für 18.15 Uhr angesetzt.

Organisation Grün-Weiß Vernum bietet wie in jedem Jahr die volle Kapelle auf, um für einen reibungslosen Ablauf der Stadtmeisterschaft zu sorgen. Abgesehen von den Kickern, die auf dem Parkett den Wanderpokal verteidigen sollen, sind alle Senioren-Teams im Einsatz, darunter auch die Vernumer Frauen-Mannschaft. Und selbstverständlich packt auch der Vorstand um Reinhard Winkler mit an.

Besonderheiten Auch abseits vom Budenzauber bekommt das Publikum einiges geboten. So treten die Trainer der acht Mannschaften vor den Zwischenrunden-Spielen zum Wettbewerb in Sachen Schussgeschwindigkeit gegeneinander an. Wie immer erhält der erfolgreichste Torjäger der Titelkämpfe eine besondere Auszeichnung. Außerdem kann jeder Besucher sein Glück bei einer Tombola versuchen.

Dritte Halbzeit Der Anpfiff erfolgt kurz nach der Siegerehrung in der Gaststätte „Zum Mühlenturm“, Gelderstraße 18 – das Ende der Party ist völlig offen.