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Geldern: SV Veert motzt seine Platzanlage mit einer Anzeigetafel auf

Fußball : SV Veert motzt seine Platzanlage mit einer Anzeigetafel auf

Die Team-Manager der ersten Mannschaft haben einen weiteren Glanzpunkt auf die Anlage am Hülspaßweg gesetzt. Der größte Teil der Installation geschah in Eigenregie. Weitere Projekte sind nicht ausgeschlossen.

Drei Senioren- und elf Jugendmannschaften, dazu die Alten Herren und ein Frauen-Team genießen das Privileg, ihre Spiele auf einer Anlage austragen zu dürfen, die in der hiesigen Fußball-Landschaft ihresgleichen sucht.

Erst weihte der SV Veert vor knapp eineinhalb Jahren zum bestehenden Rasenplatz seinen Kunstrasenplatz ein, im Anschluss daran präsentierte der Verein eine moderne Umkleidekabine, die höchsten Ansprüchen genügt, den Vergleich mit Profi-Vereinen nicht scheuen muss und bereits als Vorbild für einige Nachahmer gedient hat.

Doch damit gab sich das Team um Baumeister Waldemar Molderings noch nicht zufrieden. Es folgte eine Beschallungsanlage, über die Stadionsprecher Bastian Eis den Zuschauern die einlaufenden Spieler vorstellt, über Halbzeit- und Endstände informiert und das Publikum mit Musik unterhält. Über dem Kunstrasenplatz ist eine Kamera installiert, die die laufenden Spiele aufzeichnet, welche auf Soccerwatch.tv. auch nach dem Abpfiff zu sehen sind. Zudem funktionierten die Verantwortlichen eine alte Grillhütte am Ende des Umkleidekomplexes in einen großzügigen Multifunktionsraum um, in dem der Platzwart seine Gerätschaften verstauen kann, aber aus dem auch der Verkauf während des Spiels stattfindet und nach wie vor die eine oder andere Wurst gegrillt werden kann.

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Mit dem zunächst letzten Akt setzten die Veerter noch einen oben drauf. Zwischen den Trainerbänken hängt nun eine elektronische Anzeigetafel. Schon fast überflüssig zu erwähnen, dass die Konstruktion Marke Eigenbau ist und nur das LED-Modul in die Trägerkonstruktion verbaut werden musste. „Planung, Statik, Zusammenbau haben wir selbst gemacht“, sagt Waldemar Molderings. „Und weil wir keine Kabel bis zur Tafel legen konnten, wird sie mit Solar-Energie betrieben.“

Da stellt sich die Frage, weshalb so ein großer Aufwand betrieben wird. Timo Pastoors, Trainer der ersten Mannschaft, die vor der Rückkehr in die Kreisliga A steht, sagt: „Der Verein zahlt kein Geld für Spieler. Auf diese Weise wollen wir uns von anderen Vereinen abheben und den SV Veert für mögliche Spieler, egal wie alt, attraktiver machen.“ Molderings, der gemeinsam mit Timo Pastoors und Daniel Neuer die erste Mannschaft betreut und trainiert, ergänzt: „ Wir kennen uns schon seit der Kindheit und treffen uns auch privat. In Gesprächen entstehen dann solche Ideen. Anschließend werden die Ärmel hochgekrempelt.“

Zur Umsetzung der Ideen gehören Planung, Ausführung und Finanzierung. Der Verein braucht sich quasi um nichts zu kümmern, das erledigen die drei Männer. Molderings, gelernter Dachdecker, verrichtet die Verschönerungsarbeiten vollkommen selbstlos und hat Spaß daran, wenn es anderen gefällt. Tatkräftige Hilfe erhielt er bei dem Bau der Anzeigetafel von seinem Vereinskollegen Marcel Fronhoffs. Ohne seine Kenntnisse als Landschaftsbauer und den Einsatz seiner Maschinen wäre die Konstruktion vermutlich nicht möglich gewesen. Die Frage, ob es der letzte Streich der drei Macher war, lassen sie schulterzuckend und grinsend offen.

Doch nicht nur die Spielstätte am Hülspaßweg, auch sportlich sieht es beim SV Veert mehr als gut aus. Alle drei Senioren-Teams stehen auf einem Aufstiegsplatz und warten nun gespannt auf die Entscheidung des Fußball-Verbandes. „Im Falle des Aufstieges bin ich sehr zuversichtlich, mit den Jungs in der Kreisliga A bestehen zu können, aber mit personellen Angelegenheiten haben wir uns noch nicht auseinandergesetzt“, sagt Neuer. „Doch so wie es im Moment aussieht, werden wohl alle Spieler weitermachen.“