Gelderland: Bezirksligisten bemängeln Terminplan

Fußball : Ärgerlich: Englische Woche in den Ferien

Fußball-Bezirksliga: Die Vereine haben wenig bis gar kein Verständnis dafür, schon am zweiten Spieltag mitten in der Woche antreten zu müssen. Titelaspirant TSV Wachtendonk-Wankum fordert den Lokalrivalen FC Aldekerk heraus.

Die „Englische Woche“ zum Saisonstart in der Fußball-Bezirksliga löst bei fast allen Beteiligten Kopfschütteln aus. Für die Trainer gestaltet sich die Planung wegen des frühen Saisonstarts in den Sommerferien ohnehin schon ausgesprochen schwierig. Viele Spieler verbringen noch ihren Urlaub oder haben gerade erst mit dem Training begonnen. So steht am Mittwoch der zweite Spieltag für die meisten Mannschaften unter problematischen Vorzeichen. Nach einem durchwachsenen Auftakt – lediglich die DJK Twisteden entschied das Derby beim Kevelaerer SV mit 3:1 für sich – hoffen die Gelderland-Teams dennoch auf ihren ersten „Dreier“.

TSV Wachtendonk-Wankum – FC Aldekerk (19.30 Uhr). Beim Aufsteiger DJK Lowick bissen sich die Wachtendonker am Sonntag die Zähne aus, kamen letztlich über ein torloses Remis nicht hinaus. Das will man im ersten Heimspiel gegen den Nachbarn besser machen. Der Gastgeber ist gewarnt – im Wettbewerb um den Voba-Cup endete der direkte Vergleich beider Mannschaften unlängst torlos. „Wir werden selbstverständlich versuchen, vor unseren eigenen Zuschauern als Sieger den Platz zuverlassen. Wir wissen aber auf der anderen Seite ganz genau, dass uns eine schwierige Aufgabe erwartet“, warnt TSV-Coach Günter Abel. Auch die Aldekerker starteten gegen den SC 26 Bocholt torlos, in diesem Spiel war zumindest in der zweiten Hälfte mehr drin. „Beide Teams haben sicherlich unterschiedliche Saisonziele. Für uns kommt es zunächst einmal darauf an, defensiv stabil zu stehen und ne etwas effektiver aufzutreten“, sagt FCA-Coach Marc Kersjes, der mit seinen Schützlingen gerne einen Punkt aus dem Sportpark Laerheide entführen möchte.

SV Walbeck – Viktoria Goch (19.15 Uhr). Die Mannschaft vom Bergsteg ist mit einem erfreulichen 1:1 beim RSV Praest gestartet. Dennoch zeigte sich auch im Emmericher Süden, dass die Walbecker weiterhin Probleme im offensiven Bereich haben. Vor allem im zweiten Durchgang ließ die Mannschaft einige Chancen ungenutzt – ansonsten hätte sogar ein überraschender Auswärtssieg herausspringen können. Gegner Viktoria Goch musste im Auftaktspiel gleich einmal eine 1:4-Schlappe gegen den SV Emmerich-Vrasselt hinnehmen und steht schon etwas unter Zugzwang. Für den Gastgeber gibt es dennoch überhaupt keinen Grund, die Mannschaft des Traditionsvereins auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir haben in Praest zumindest in der zweiten Hälfte mit unserer Spielweise Erfolg gehabt. Daran müssen wir anknüpfen“, fordert Trainer Jörg Hegmans, der ein Spiel auf Augenhöhe erwartet.

DJK Twisteden – RSV Praest (20 Uhr). Das war ohne Frage ein gelungener Saisonauftakt für die Twistedener, die im Lokalderby beim KSV Kevelaer verdient 3:1 gewannen. Heute trifft das Team am heimischen Hartjesweg auf einen etablierten Bezirksligisten, der in der Vergangenheit regelmäßig im oberen Tabellendrittel mitgemischt und vor einigen Jahren sogar einmal die Meisterschaft feiern durfte. Der RSV Praest musste sich in der Auftaktbegegnung mit einem 1:1 gegen den SV Walbeck begnügen und offenbarte dabei vor allem nach der Pause einige Schwächen. Nach dem Derbysieg laufen die Twistedener mit breiter Brust auf und wollen weitere Taten folgen lassen. Trainer Andreas Holla warnt allerdings: „Ich habe großen Respekt vor dem RSV Praest. Uns erwartet eine echte Herausforderung.“ SC 26 Bocholt – Sportfreunde Broekhuysen (20 Uhr). Etwas haderte Spielertrainer Sebastian Clarke schon, als das Derby gegen den GSV Geldern nach 90 Minuten mit 2:2 endete: „Da haben wir viele Chancen ausgelassen und unter dem Strich einen Sieg verspielt.“ Heute muss sein Team ohne seinen Trainer auskommen, der auf einem Lehrgang weilt. Der Gasteber bestritt sein Auftaktspiel in Aldekerk torlos. Chancenlos sollten die Sportfreunde im Münsterland nicht sein. Vor allem dann nicht, wenn es um die Effektivität der Offensivabteilung diesmal etwas besser bestellt ist. Verhalten optimistisch gibt sich Sebastian Clarke: „Ich hoffe, dass wir zumindest einen Punkt mit nach Hause bringen können.“

SV Emmerich-Vrasselt – Kevelaerer SV (20 Uhr). Dass in der Bezirksliga ein etwas rauerer Wind weht, mussten die Kevelaerer gleich im Auftaktspiel gegen den Nachbarn aus Twisteden feststellen. Da ist sicher noch Luft nach oben. Drei Tage nach der 1:3-Niederlage werden die Kevelaerer beim SV Emmerich-Vrasselt gleich wieder auf eine harte Probe gestellt, der Gegner setzte mit dem zumindest in der Höhe überraschenden 4:1-Erfolg in Goch schon einmal ein Ausrufezeichen. KSV-Coach Ferhat Ökce macht zumindest die Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit gegen Twisteden etwas Mut: „Da müssen wir den Hebel ansetzen. Wenn wir ähnlich engagiert 90 Minuten lang auftreten, können wir vielleicht für eine Überraschung sorgen.“ Voraussetzung ist allerdings, dass der Aufsteiger auch in der Defensive sicher steht.