Volleyball: Ganz einträchtig zur Vizemeisterschaft

Volleyball: Ganz einträchtig zur Vizemeisterschaft

Erfolgstrainer Thomas Cöhnen, der die erste Mannschaft des VC Eintracht Geldern in die Volleyball-Regionalliga geführt hat, widmet sich in Zukunft der Jugendarbeit. Zum Abschied wollen ihm seine Spielerinnen einen Triumph bescheren.

Eins steht fest: Thomas Cöhnen erhält in der Chronik des VC Eintracht Geldern einen Stammplatz. Seit sieben Jahren trägt er als Trainer die sportliche Verantwortung. Und hat in diesem Zeitraum eine der stärksten Volleyball-Mannschaften am Niederrhein geformt. Doch am Saisonende ist Schluss. Cöhnen bleibt der Eintracht zwar erhalten, wird sich aber in Zukunft der Nachwuchsarbeit des Vereins widmen. "Sieben Jahre sind eine lange Zeit. Einige Spielerinnen habe ich als Schülerinnen kennen gelernt. Und jetzt schließen sie gerade ihr Studium ab", sagt der 38-Jährige, der am Gelderner Berufskolleg Sport und Englisch unterrichtet.

Zum Abschied soll noch einmal der ganz große Triumph her. Die Mannschaft hat zwar an den letzten beiden Spieltagen noch zwei ausgesprochen harte Brocken vor der Brust. Doch die Chancen stehen ausgezeichnet, dass die "Ära Cöhnen" mit der Regionalliga-Vizemeisterschaft endet. Sechs Spiele, sechs Siege mit voller Punktzahl: Die Eintracht hat im neuen Jahr einen Lauf und präsentiert sich geradezu in meisterlicher Verfassung. Für den Trainer kommt der steile Anstieg der Erfolgskurve gar nicht einmal überraschend.

"Das hatte sich irgendwo schon in der Hinrunde abgezeichnet. Unsere eigentliche Qualität sind die präzisen Aufschläge. Jede Spielerin ist in der Lage, eine Serie hinzulegen. Damit gewinnen wir auch Begegnungen, in denen wir nicht unbedingt die bessere Mannschaft sind", erklärt Cöhnen. Aktuell hat der Tabellenzweite, der am Samstag beim nahezu unschlagbaren Meister USC Münster II ran muss, zwei Punkte Vorsprung auf die SG Werth/Bocholt. Eine Niederlage muss allerdings noch nicht unbedingt Platz zwei kosten, da der Gelderner Verfolger parallel bei der SG Langenfeld ebenfalls vor einer komplizierten Aufgabe steht. Gegen Langenfeld möchte die Eintracht dann am Samstag, 17. März, in der heimischen Halle "Am Bollwerk" ihr Vizemeisterstück machen.

Mit ihrem sportlichen Höhenflug stellen Cöhnen und seine Schützlinge die Verantwortlichen der Eintracht allerdings auch vor ein kleines Problem. Vorsitzender Hartmut Harmsen und seine Mitstreiter sind in diesen Tagen nicht nur mit der Suche nach einem neuen Trainer beschäftigt. Rang zwei in der Regionalliga ist gleichbedeutend mit einem Startplatz in der Aufstiegsrunde zur Dritten Liga. Und in der Vergangenheit hat der Gelderner Vorstand schon häufiger durchklingen lassen, dass diese Spielklasse für einen relativ kleinen Verein wie die Eintracht eine Nummer zu groß ist. Eine Entscheidung, ob die Mannschaft für die Relegation gemeldet wird, ist noch nicht gefallen.

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Thomas Cöhnen hat jedenfalls für Hartmut Harmsen schon eine "Warnung" auf Lager: "Wenn wir an der Relegation teilnehmen, geht der Verein natürlich auch ein gewisses Risiko ein. Denn in der aktuellen Form sind wir stark genug, um sportlich den Aufstieg zu schaffen." Wahrscheinlicher ist allerdings, dass der VC Eintracht den Neuaufbau mit neuem Sportchef in der Regionalliga in Angriff nimmt. Zumal Leistungsträgerinnen wie Laura Höing, Leonie Schepers oder Maren Herbe ab Sommer einen längeren Auslandsaufenthalt planen und damit vorerst ausfallen.

Thomas Cöhnen hat jedoch nicht die Befürchtung, dass dem designierten Vizemeister nach dem Triumph eine sportliche Talfahrt droht. Das liegt zum einen daran, dass der sympathische Trainer seinen Anteil an der Erfolgsgeschichte nicht zu hoch bewerten möchte: "Ich habe ganz einfach auch sehr gute Spielerinnen. Da hätte ich schon einiges falsch machen müssen, um mit dieser Mannschaft keinen Erfolg zu haben."

Und zum anderen hat der VC Eintracht Geldern da ja noch ein Faustpfand für die Zukunft, an dem Cöhnen demnächst fleißig mitwerkelt. "Der Verein betreibt eine sehr gute Nachwuchsarbeit und bringt Jahr für Jahr tolle Talente hervor. Deshalb bin ich mir sicher, dass in Geldern weiterhin guter Volleyball geboten wird."

(RP)