Jens Nowotny in Geldern : Fußballstar in Pont hinter Gittern

Ex-Nationalspieler Jens Nowotny stellte sich in der JVA nach kurzem Kick den vielen Fragen der Strafgefangenen.

Sport hat in der Justizvollzugsanstalt in Pont einen hohen Stellenwert, da gibt es für die Insassen viele Angebote wie Kraftsport, Tischtennis oder Hallentennis. In der Beliebtheitsskala ganz oben aber steht allerdings der Fußball und so freute man sich in dieser Woche über den prominenten Besuch von Jens Nowotny in Pont. Die rührigen Sportbeamten hatten Kontakt mit der „DFB Stiftung Sepp Herberger“ aufgenommen. Eine der Säulen dieser Stiftung ist die Hilfe bei der Resozialisierung von Strafgefangenen und die geht noch unmittelbar auf Sepp Herberger zurück, der noch zu Lebzeiten selbst Anstalten besuchte. Getreu seinem Lebensmotto: „Wer oben ist, darf die unten nicht vergessen“ entwickelte Sepp Herberger ein Verständnis dafür, dass die Resozialisierung von Strafgefangenen eine wichtige Aufgabe für Ihn darstellt. Gerade der Gefangenensport bietet auch heute noch die besten Möglichkeiten Werte zu vermitteln. So kann einem Gefangenen „spielerisch – sportlich“ Verantwortung und Teamgeist näher gebracht werden. Dies sind Kompetenzen die es einem Entlassenen leichter machen in die Gesellschaft zurück zu kehren.

Mit Jens Nowotny kam jetzt ein ehemaliger Nationalspieler als Botschafter der Stiftung zu Besuch in die JVA, der viele Jahre in der Bundesliga beim Karlsruher SC und zuletzt bis zum Jahre 2006 als Abwehrspieler bei Bayer Leverkusen aktiv war. Nach einer Anstaltsbesichtigung ging es mit dem prominenten Gast erst einmal zum Sportplatz zu einem Fußballspiel der Strafgefangenen. Bei einer anschließenden kleinen „Talk-Runde“ in der Turnhalle begrüßte Ponts neuer Anstaltsleiter Andreas Schüller die Anwesenden und gab seiner Freude über den besonderen Besuch Ausdruck. Dann aber stand der Fußballer Jens Nowotny im Mittelpunkt, der sich gerne den vielen Fragen der anwesenden Strafgefangenen stellte. Nowotny, der sich auch in anderen sozialen Bereichen engagiert, erzählte dann spannende, informative Erlebnisse aus seiner langen Profikarriere, so manche auch mit einem Augenzwinkern. Aber er sparte auch nicht mit guten Ratschlägen, wie man denn im Leben auch ohne Straftaten zurecht kommt. Am Ende der Veranstaltung gab es dann noch einen Satz Trikots und einen Sack Bälle für den Sportbereich. Wer wollte, konnte sich dann noch mit dem sympathischen Gast fotografieren lassen, Berührungsängste waren dem ehemaligen Nationalspieler fremd. Dadurch konnte Nowotny eine wichtige Botschaft hinter die Mauern tragen – Ihr seid nicht vergessen!

Die Justizvollzugsanstalt Geldern ist eine Haftanstalt für erwachsene männliche Strafgefangene im Kreis Kleve, in der Freiheitsstrafen im Erst- und Regelvollzug verbüßt werden. Sie ist eine der wenigen Anstalten in Nordrhein-Westfalen, die Berufsausbildung für Gefangene anbietet. Aus diesem Grund können Gefangene, die Interessen an einer Ausbildung haben, aus ganz NRW hierhin verlegt werden. Die JVA verfügt derzeit über 224 Ausbildungsplätze in verschiedenen Bereichen.

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