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Fußball: SV Straelen steht vor ungewissen Wochen

Fußball : Beim SV Straelen gibt es viele Fragezeichen

Eine Saisonplanung ist für den Oberligisten, der in die Regionalliga aufsteigen will, wegen der Corona-Krise nahezu unmöglich. Der Sportliche Leiter Stephan Houben spricht über die aktuelle Situation.

Vor wenigen Tagen haben alle Landesverbände die gemeinsame Entscheidung getroffen, dass die Fuß­ball-Sai­son 2019/20 auf unbestimmte Zeit aus­ge­setzt bleibt. Ur­sprüng­lich galt die Un­ter­bre­chung der Spiel­zeit bis zum 19. April. Für Stephan Houben, Sportlicher Leiter des Fußball-Oberligisten SV Straelen, kam diese Nachricht alles andere als überraschend. Er vertritt den klaren Standpunkt, dass die Gesundheit der Menschen an allererster Stelle stehe und dass man die Verbände in Ruhe ihre Arbeit machen lassen sollte.

„Natürlich waren die Sportverbände auf den Ausbruch einer Pandemie nicht vorbereitet. Wie auch? Denn so etwas gab es bisher noch nicht. Das ist absolutes Neuland“, sagt er. „Aber der Fußballverband Niederrhein hat aus meiner Sicht völlig richtig reagiert und durch eine Satzungsänderung den Vereinen und Spielern den Zeitdruck genommen und ihnen eine Art Planungsflexibilität geschaffen. Da hat der Verband Top-Entscheidungen getroffen.“

Diese Änderungen der Spielordnung sehen unter anderem vor, dass während der Pandemie eine Saisonverlängerung über den 30. Juni hinaus möglich ist und Spielberechtigungen, Verträge und Wechselfristen zeitlich angepasst werden können.

Anfang des Jahres hatte Stephan Houben erklärt, dass sich der SV Straelen mit der konkreten Planung für die Regionalliga erst im April beschäftigen wolle. Obwohl die Mannschaft mit 19 Punkten Vorsprung scheinbar uneinholbar an der Spitze der Oberliga steht, hat die aktuelle Entwicklung rund um die Corona-Krise dieses Vorhaben stark eingeschränkt, aber trotzdem ist Houben nicht beschäftigungslos. „Natürlich wird hinter den Kulissen fleißig weitergearbeitet und der Spielermarkt gründlich sondiert. Wir vom SV Straelen gehen davon aus, dass wir in der neuen Saison in der Regionalliga spielen werden. Alles andere wäre eine Farce. Ich befinde mich im regelmäßigen Austausch mit dem Vereinspräsidenten Hermann Tecklenburg und der Trainerin Inka Grings. Für den Fall, dass es plötzlich weitergehen sollte, sind wir bestens vorbereitet und können mit der zielgerichteten Planung direkt loslegen.“

Den Faktor Ungewissheit, eben dass keiner wisse, wie es weitergehen soll, sieht er dennoch als belastend für alle an. Trotzdem gibt er zu bedenken, nicht die Geduld zu verlieren und voreilige Entschlüsse zu treffen. Dabei denkt der Sportliche Leiter zum Beispiel an eine Entscheidung der Verbände oder des DFB, vorzeitig die Saison zu annullieren. „Von einem Saisonabbruch halte ich gar nichts. Im Moment kann doch keiner abschätzen, wie sich die Corona-Krise weiter entwickeln wird. Wer weiß denn, wie es im Juli oder August aussieht? Wer sagt denn, dass wir wie gewohnt im August in die neue Saison starten können?“

Eine Patentlösung, wie es eventuell weitergehen könnte, hat Stephan Houben natürlich nicht auf Lager. Er ist Pragmatiker und beteiligt sich nicht an Spekulationen, die eh nichts bringen würden. Stattdessen setzt er da auf den gesunden Menschenstand der Funktionäre in den Sportverbänden, denen er zutraut, die richtigen Entscheidungen im Sinne des sportlichen Fair Play zu treffen.

Ein weiteres deutliches Zeichen, dass die Planungen beim SVS in Richtung Regionalliga gehen, ist die Tatsache, dass der Verein bereits eine Lizenz für die Regionalliga West beantragt hat. „Nach meinem Wissensstand sind wir bisher der einzige Verein, der in der Oberliga Niederrhein den Antrag gestellt hat“, sagt Houben. „Falls irgendwann mal weitergespielt werden sollte, und keine andere Mannschaft in die Regionalliga spielen möchte, müssten wir bis auf Platz vier abrutschen, um nicht aufzusteigen. Und das halte ich für ziemlich unwahrscheinlich.“

Fernab jeglicher sportlichen Entwicklung sieht sich der Vater zweier minderjährigen Töchter und Vertriebsleiter einer IT-Firma vor ganz anderen Herausforderungen gestellt.

„Ich habe nun einen ganz anderen Erziehungsauftrag – nämlich meinen Töchtern das Leben und Verhalten in einer Corona-Krise begreiflich zu machen. Darüber hinaus versuche ich gerade aus dem Home-Office heraus, unser Unternehmen wirtschaftlich über Wasser zu halten“, sagt Houben.