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Fußball-Regionalliga: SV Straelen erwartet den VfB Homberg

Fußball : Eine ungewohnte Rolle für Ole Päffgen

Der Rechtsverteidiger war in der vergangenen Saison beim SV Straelen gesetzt. Zuletzt saß er häufiger auf der Ersatzbank. Heute bestreitet der Regionalligist die wichtige Heimpartie gegen den VfB Homberg.

Ole Päffgen macht im Moment als Fußballer eine Erfahrung, die er vorher so nicht kannte. Der Rechtsverteidiger war in der vergangenen Saison, in der dem SV Strae­len unter der Regie von Trainerin Inka Grings souverän die sofortige Rückkehr in die Regionalliga gelungen ist, in der Stammelf gesetzt. Jetzt muss er sich beim SVS, der im Rennen um den Klassenerhalt am heutigen Mittwoch, 19.30 Uhr, im Stadion an der Römerstraße die wichtige Heimpartie gegen den nur zwei Punkte schlechteren VfB Homberg bestreitet, immer häufiger mit der undankbaren Rolle des Ersatzspielers anfreunden.

Die ersten Gehversuche auf dem Fußballplatz machte der gebürtige Düsseldorfer beim SV Lohausen. Bei einem Jugendturnier mit der Düsseldorfer Kreisauswahl wurde er von einem Scout von Bayer Leverkusen gesichtet – und als D-Jugendlicher verpflichtet. In den Altersklasse U 17 und U 19 spielt er in der Bundesliga, galt in den Reihen von Bayer Leverkusen als eine feste Größe.

Aus dieser Zeit verbindet ihn bis heute eine gute Freundschaft mit Benjamin Heinrichs von RB Leipzig, mit dem er vier Jahre in einer Mannschaft spielte und in der Youth League auflief. „Das war in der Altersklasse U 19. Wir spielten gegen die gleichen Gruppengegner wie die Profis in der Champions-League, bekamen drei Tage frei und konnten uns abends die Partien der ersten Mannschaft im Stadion anschauen“, sagt er. Einer seiner Gegenspieler war damals der Portugiese Renato Sanches, der auch einmal bei Bayern München unter Vertrag stand und heute beim französischen Erstligisten OSC Lille spielt. Das wird Ole Päffgen immer in Erinnerung bleiben.

Parallel zum Fußball machte er am Landrat-Lucas-Gymnasium in Leverkusen das Abitur, ohne dabei im Nachwuchsleistungszentrum des Vereins zu wohnen. Das letzte Jahr in der U-19-Klasse war nicht sein bestes, wie er heute sagt. Wegen einer Verletzung an der Bandscheibe konnte er nicht alle Partien bestreiten für die Mannschaft, die nur auf einen für sie enttäuschenden siebten Platz landete. „Ein U-23-Team gab es zu diesem Zeitpunkt in Leverkusen nicht mehr. Und mein Vertrag wurde einfach aufgelöst. Das war’s. Der Verein hat sich nicht mehr weiter um mich gekümmert“, sagt Ole Päffgen

Angebote von anderen Klubs lagen ihm zu dieser Zeit nicht vor. Also musste er sich selber auf die Suche nach einem Verein begeben. Oberligist Germania Ratingen angelte sich schließlich den damals 19-jährigen Rohdiamanten. Von Beginn an gehörte er in Ratingen zu den Stammkräften und absolvierte in drei Spielzeiten 96 Meisterschaftspartien für die Germania.

„Ich war in Ratingen sehr zufrieden. Aber dann bekam ich die Möglichkeit, zum SV Straelen zu wechseln. Da habe ich ganz neue Perspektiven für mich gesehen“, sagt Päffgen. Er stellte sich auch als die erhoffte Verstärkung für das Team von Inka Grings heraus. Er stand in der Aufstiegssaison in allen Partien in der Startelf und trug durch kontinuierlich gute Leistungen maßgeblich zum Erfolg bei.

Der Rechtsverteidiger hat eine Wohnung in Straelen, aber auch noch ein Zimmer zu Hause bei seinen Eltern. Er pendelt ständig zwischen Straelen und Düsseldorf, weil er parallel zum Fußball an der Fernuniversität der Landeshauptstadt Sportmanagement studiert. Dass er sich in dieser Saison häufig mit der Joker-Rolle abfinden muss, schmeckt ihm nicht besonders, doch er sieht die Angelegenheit sportlich: „Ich bin Teil einer Mannschaft und muss die Entscheidung des Trainers so hinnehmen, wie sie ist“, sagt Ole Päffgen.

Dass seine Chance noch kommen wird, daran glaubt der 23-Jährige fest. Ebenso ist Ole Päffgen davon überzeugt, dass der SV Straelen die nötigen Punkte auf sein Konto holen wird, um ein weiteres Jahr in der vierthöchsten Klasse auflaufen zu können.