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Fußball-Regionalliga: SV Straelen besiegt SV Bergisch Gladbach mit 3:1

Fußball : SV Straelen setzt sich von der Abstiegszone ab

Der Regionalligist dreht in der Heimpartie gegen den SV Bergisch Gladbach in der Schlussphase das Spiel. Der Neuling festigt mit einem 3:1-Erfolg seinen Platz im Mittelfeld. Joker Malek Fakhro erzielt zwei Treffer.

Unglaublich – da spielte sich der SV Straelen am Samstag in der Heimpartie gegen den SV Bergisch Gladbach über gut 60 Minuten einen Stiefel zusammen, der mit Regionalliga-Fußball nichts zu tun hatte und lag verdientermaßen mit 0:1 im Rückstand. Und dann, wie aus dem Nichts, drehte die Mannschaft von Trainer Benedict Weeks die Begegnung und stand am Ende als strahlender Sieger auf dem Rasen im Stadion an der Römerstraße. Der Neuling schaffte noch einen 3:1 (0:1)-Erfolg und setzte sich weiter von den Abstiegsplätzen ab.

Das sind dann diese Partien, die im neueren Sprachjargon als dreckiger Sieg bezeichnet werden, bei dem es nach dem Abpfiff Spielern und Trainer nicht schwer fällt, Interviews zu geben und über die eigenen Unzulänglichkeiten zu sprechen. Doch ganz so einfach machte es sich der junge Straelener Coach dann doch nicht. „An erster Stelle stehen natürlich die drei Punkte, die wir heute sehr gerne mitgenommen haben. Aber über die Leistung meiner Mannschaft wird in den nächsten Tagen zu reden sein, da muss einiges aufgearbeitet werden“, sagte Weeks.

Außenverteidiger Ole Päffgen, der für den verletzten Kino Delorge ins Spiel gekommen war, gab eine interessante Sichtweise auf die 90 Minuten ab. „Keine Frage, wir haben heute über weite Strecken wirklich nicht gut gespielt. Aber vielleicht haben wir uns das Quäntchen Glück, das wir heute hatten, aufgrund der vielen Partien davor, in denen wir sehr leidenschaftlich agiert haben, auch mal verdient“, sagte Päffgen.

Wie dem auch sei: Der SV Strae­len veredelte mit diesem Erfolg den überraschenden Auswärtssieg in Rödinghausen eine Woche zuvor. Mit nunmehr 37 Zählern auf der Habenseite untermauerte die Mannschaft ihren Platz im gesicherten Mittelfeld der Liga. Der Tabellenzehnte hat jetzt stolze 14 Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und ist damit auf dem besten Weg, das große Ziel Klassenerhalt relativ problemlos zu erreichen.

Nach zögerlichem Beginn auf beiden Seiten übernahmen die Gäste die Regie, erspielten sich erste Torchancen und gingen kaum überraschend nach 25 Minuten durch den 16. Saisontreffer von Serhat Koruk in Führung. Drei Minuten später blieb Rechtsverteidiger Kino Delorge auf dem Platz liegen, musste an der Schulter behandelt und ausgewechselt werden. Noch in der Halbzeitpause wurde er ins Krankenhaus gefahren. Nur gut, dass SVS-Keeper Robin Udegbe an diesem Nachmittag Normalform aufwies und einen größeren Rückstand verhinderte. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff tauchte Tobias Peitz im gegnerischen Strafraum auf, hätte sich die Ecke aussuchen können und den Ausgleich erzielen müssen – Gästekeeper Dennis Lohmann wehrte den Ball mit dem Fuß ab.

Mit einer leistungsgerechten Führung für den Drittletzten ging es in die Kabinen. Die zweite Halbzeit konnte aus Straelener Sicht nur noch besser werden. Doch von wegen: Die Gäste blieben zunächst die dominierende Mannschaft, versäumten es aber, beste Chancen in Tore umzuwandeln. „Ja, was soll man nach so einem Spiel sagen? Natürlich bin ich enttäuscht“, stellte Gäste-Trainer Helge Hohl nach dem Abpfiff fest. „Im Grunde müssen wir den Fehler bei uns suchen. Wir haben es ganz einfach versäumt, unsere Chancen zu nutzen und die Führung auszubauen.“

Nach zehn Minuten im zweiten Abschnitt hatte Benedict Weeks genug gesehen und reagierte. Kevin Weggen kam für Jannik Stevens auf den Platz, in der Abwehr stellte der Coach auf eine Dreierkette um. Und zehn Minuten später brachte er mit Malek Fakhro einen zweiten Mittelstürmer. Und plötzlich ging es Schlag auf Schlag:

73. Minute: Nach einer Freistoßflanke von Kevin Weggen aus dem Halbfeld fliegt Jelle van Benthem neben den Ball, das Spielgerät prallt gegen das Knie von Malek Fakhro und von da zum Ausgleich über die Linie.

77. Minute: Cagatay Kader wird im Strafraum zu Fall gebracht. Schiedsrichter David-Markus Koj entscheidet auf Elfmeter. Und wie schon gegen den FC Schalke 04 II tritt der gefoulte Spieler selber an und verwandelt sicher zur 2:1-Führung.

88. Minute: Nach einer Flanke von Kevin Weggen erzielt Kraftpaket Malek Fakhro per Kopf mit seinem zweiten Treffer den 3:1-Endstand.

Am kommenden Samstag wird der FC Wegberg-Beeck an der Römerstraße erwartet. Der Gast war am Samstag erst durch zwei Treffer in den Schlussminuten gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund U 23 mit 0:2 unterlegen und steckt weiter mitten im Abstiegskampf.