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Fußball-Kreisliga A: Philipp Langer ist der Torgarant des SV Sevelen

Fußball-Kreisliga A Kleve/Geldern : Philipp Langer – Torgarant des SV Sevelen

Der 30-Jährige trifft auch in dieser Saison für den Tabellenführer der Gruppe zwei wie am Fließband. Warum er seinem Heimatverein die Treue hält und schon das eine oder andere Angebot ausgeschlagen hat.

Wenn man auf die Liste der Top-Torjäger in der Gruppe zwei der Fußball-Kreisliga A Kleve/Geldern blickt, stößt man auf ein altbekanntes Bild. Mit einigem Abstand zur Konkurrenz liegt Philipp Langer vorne. Der Stürmer des SV Sevelen trifft wie am Fließband – und das seit Jahren. Zur Winterpause der Saison 2010/11 schloss sich der heute 30-Jährige dem damaligen Bezirksligisten wieder an. Was folgte, kann man guten Gewissens als Erfolgsgeschichte bezeichnen. Philipp Langer hat 219 Tore in 281 Spielen für den SV Sevelen erzielt. Die Bilanz in der laufenden Saison: 21 Treffer in nur 14 Partien, drei gelangen ihm am Mittwoch beim 4:3 des Spitzenreiters gegen den SV Veert.

Schon zu Jugendzeiten war Langer im Rahmen einer Kooperation der Sportvereine aus Issum und Sevelen für seinen heutigen Verein aktiv. Nach einem kurzen Intermezzo beim MSV Duisburg lief er in der B- und A-Jugend für den 1. FC Kleve auf, bei dem er auch seine ersten Schritte im Senioren-Fußball machte. „Ich habe dort noch eine halbe Saison in der Landesliga gespielt, ehe es mich im Winter 2011 zurück nach Sevelen zog“, sagt Langer. Seither ist der Koetherdyck, die Anlage des SV Sevelen, seine sportliche Heimat.

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Ambitioniertere Stationen interessierten ihn nicht. „Irgendwann stand bei mir Fußball nicht mehr an erster Stelle. Der Fokus lag auf meiner Ausbildung. Daher war es mir wichtiger, hier mit Freunden zu spielen“, so Langer. Nach abgeschlossener Ausbildung zum Außenhandelskaufmann arbeitet er heute im Category Management der EDEKA-Zentrale Moers. Während der ersten vier, fünf Jahre nach der Rückkehr nach Sevelen habe er sich noch das eine oder andere Angebot von höherklassigen Vereinen angehört. „Am Ende habe ich‘s vorgezogen, beim SV Sevelen zu bleiben.“ Umfeld, Menschen und Freunde seien, so der Stürmer, dafür ausschlaggebend gewesen, der „eine oder andere Euro mehr“ hingegen nicht. Fichte Lintfort, der TSV Wachtendonk-Wankum und der SV Sonsbeck hätten seinerzeit bei ihm angeklopft. „Die Landesliga hätte ich mir damals definitiv zugetraut. Jetzt wird’s schwieriger. Die Leistungsdichte hat sich nach oben verschoben“, so Langer.

Mit dem SV Sevelen will Philipp Langer wieder in die Bezirksliga aufsteigen. Aktuell befindet sich das Team als Tabellenführer der Gruppe zwei auf einem guten Weg – natürlich auch wegen der Tore von Philipp Langer. Beim wichtigen 3:0-Sieg gegen Vernum traf der Stürmer aus rund 30 Metern. Das Kunststück wiederholte er 14 Tage später gegen den TSV Nieukerk. Drei weitere Tore ließ er an diesem Tag folgen.

Auf seine Spielweise angesprochen, entgegnet Langer, er wisse, wo das Tor stehe und wo wiederum er zu stehen habe. Auf die guten Vorlagen seiner Kollegen sei Verlass. Viele Meter spult er nicht ab. „Ich bin nicht unbedingt der Lauffreudigste auf dem Platz. Was die Kilometer angeht, wäre ich in der ersten Elf wahrscheinlich an neunter oder zehnter Stelle – immerhin noch vor dem Torwart“, so Langer. Seine Rolle auf dem Platz interpretiert er gemäß seiner Rückennummer als „klassischer Neuner“.

Bei so einem gewichtigen Beitrag zum Teamerfolg würde ein Ausfall des Torjägers schwer wiegen. Glücklicherweise sah sich der SV Sevelen in den vergangenen zehn Jahren nur sehr selten mit dieser Situation konfrontiert. Von schwereren Verletzungen blieb Langer verschont. Sollte das so bleiben, dürfte in dieser Saison sogar die 40-Tore-Marke kein utopisches Ziel darstellen – ein Aufstieg des SV Sevelen schon gar nicht.