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Fußball: Fadhel Morou setzt sich beim SV Straelen hohe Ziele

Fußball : Fadhel Morou setzt sich ehrgeizige Ziele

Der Münchner hat Ende Oktober einen Vertrag beim Regionalligisten SV Straelen unterschrieben. Seine Feuerprobe bestand der Linksverteidiger eine knappe Woche später im Spiel gegen den 1. FC Köln II. „Ich habe das Ziel, so hoch wie möglich Fußball zu spielen“, sagt er.

Ein glückliches Händchen hat der Fußball-Regionalligist SV Straelen mit der Verpflichtung von Fadhel Morou bewiesen. Die Beflockung auf dem Trikot war vom Aufbügeln vermutlich noch warm, als er am 4. November das erste Mal für seinen neuen Verein beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln II auflaufen durfte. Oder besser gesagt: musste.

Doch der Reihe nach: Der 23-jährige Linksverteidiger wurde als Sohn togolesischer Eltern in München geboren. Seine Eltern waren zwei Jahre vorher wegen der politischen Unruhen im westafrikanischen Staat nach Deutschland gekommen.

In der Jugend spielte Fadhel Morou für den TuS Geretsried und den FC Stern München. Er war sehr klein, dazu ein Federgewicht und deshalb für andere Vereine eher uninteressant. Das änderte sich während seiner Zeit als U-19-Spieler schlagartig. Sein damaliger Trainer traute ihm eine Laufbahn im Profibereich zu. Im ersten Seniorenjahr schaffte er mit dem FC Unterföhring den Aufstieg in die Regionalliga. Es folgten 60 Regionalliga-Einsätze für Unterföhring, den FC Pipinsried und den FC Memmingen. In der Winterpause der Saison 2019/20 wechselte er nach Wacker Burghausen. Nach nur einem Spiel kam die Corona-Pause.

„In der Regionalliga Bayern wollte ich nicht weiterspielen. Ich möchte mich weiterentwickeln und professioneller trainieren und spielen. Im August habe ich eine Einladung zum Probetraining beim TSV 1860 München erhalten. Beim Löwen-Coach hatte ich gute Karten, einen Vertrag habe ich nicht erhalten.“

In der vertragslosen Zeit hielt sich Fadhel Morou, der in seiner freien Zeit an der Fernuniversität Sportmanagement studiert, mit einem Athletiktrainier fit und konnte bei seinem alten Verein in Unterföhring mittrainieren. „Etwa Ende September rief Benedict Weeks vom SV Straelen bei mir an“, sagt der Linksfuß. „Er hätte Videos von mir gesehen und ich wäre ein Spieler, den er sucht.“ Der 23-Jährige wurde zu einem Probetraining nach Straelen eingeladen. Fadhel Morou bestätigte den guten Eindruck, den Weeks bereits anhand der Videos von ihm gewonnen hatte. Und dann ging alles recht schnell.

Jannik Stevens, der bei den Straelener auf der linken Abwehrseite als gesetzt gilt, zog sich vor dem Spiel in Köln eine Adduktorenverletzung zu und konnte nicht mitwirken. Doch da war ja noch der Neuzugang aus München, der für Stevens als Ersatz verpflichtet worden war und im Spiel gegen Köln über die volle Distanz einspringen musste. In einer vollkommen fremden Mannschaft mit gerade einmal drei gemeinsamen Trainingseinheiten machte er seine Sache sehr solide. Und nur drei Tage später in der Partie gegen die Sportfreunde Lotte spielte Fadhel Morou wesentlich frecher auf und ließ sein Talent noch mehr durchschimmern.

„Ich lese immer wieder, dass ich als Backup verpflichtet wurde. Aber die Gespräche wurden im Vorfeld ganz anders geführt. Ich denke, dass der Trainer eine Position für mich finden wird“, sagt der 23-jährige Abwehrspieler. „Ich bin nicht aus Bayern an den Niederrhein gekommen, um auf der Bank zu versauern. Ich habe das Ziel, so hoch wie möglich Fußball zu spielen. Die Regionalliga West ist dafür die richtige Liga. Sie ist mit den ganzen Traditionsvereinen stärker als die anderen Ligen besetzt.“

Fadhel Morou hat, wie er sagt, beim SV Straelen alles so angetroffen, wie er es sich vorgestellt hat. Er lebt für den Sport, achtet auf gesunde und ausgewogene Ernährung und besucht regelmäßig das Fitness-Studio. Für Hobbys reicht die Zeit nicht, er hat ja noch sein Studium zu bewältigen. Ein Nachwuchsleistungszentrum hat er nie besucht. „Ich komme quasi über dem zweiten Bildungsweg“, sagt er.