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Für den Handball im Kreis Kleve ist das Jahr 2020 gelaufen

Sport in der Corona-Krise : Das Jahr 2020 ist im Handball gelaufen

Der Deutsche Handball-Bund hat am Dienstagabend beschlossen, die Saison in der Dritten Liga erst im Januar fortzusetzen. Die Landesverbände in NRW schließen sich dieser Entscheidung am Mittwoch an.

Am Dienstagabend war es so weit: Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hatte die Vereine zur Videokonferenz geladen, um über den Fortgang der Saison in der Dritten Liga zu informieren, in der die Frauen-Mannschaft des TV Aldekerk spielt. Das Ergebnis: Der Re-Start wird auf das nächste Jahr verschoben. Auch in den Klassen darunter wird die Saison in diesem Jahr nicht fortgesetzt. Das teilten Handball Nordrhein, zuständig für die Regionalligen, und der Verband Niederrhein am Mittwoch mit. Mitte Januar soll es weitergehen, wenn es die Pandemie zulässt.

Einige Fragen blieben bei Georg van Neerven, der für den ATV am Dienstagabend am ungewöhnlichen Staffeltag der Dritten Liga teilgenommen hatte, anschließend jedoch noch offen. „Vieles hängt davon ab, wie sich die Pandemie entwickelt“, sagte er direkt im Anschluss. „Der DHB schaut auch intensiv darauf, wie sich der Teil-Lockdown auf die Infektionszahlen auswirkt und wird danach seine Maßnahmen ausrichten.“

Fakt ist, dass die Dritte Liga der Frauen bis zum Jahresende Pause macht. Das 35:25 über den Hannoverschen SC war somit das letzte Spiel der Aldekerkerinnen in diesem Jahr. „Die Vereine sollen nach dem Willen des DHB die Zeit bis zur Wiederaufnahme nutzen, um sich fit zu halten“, so van Neerven. Leichter gesagt, als getan. Denn das Land NRW hat in Sachen Handball für Klarheit gesorgt. Es stuft die Dritte Liga sowie die Jugend-Bundesliga jetzt nicht als Spielklassen ein, die dem Profibereich zuzurechnen sind. Das bedeutet: Das Frauen-Team des ATV darf jetzt erst einmal nicht in der Halle trainieren, nachdem es für kurze Zeit Grünes Licht dafür gegeben hatte.

Derzeit ist die Planung des DHB, dass es in Liga drei am zweiten Januar-Wochenende wieder um Punkte gehen soll. Unter welchen Bedingungen, das ist noch offen. Antworten auf die Fragen, ob Testungen der Mannschaften zur Vorschrift gemacht werden, wie häufig welche Tests erforderlich sind und vor allem auch, wer die Kosten tragen soll, werden beim DHB noch diskutiert. Bis Ende März soll die Hinrunde abgeschlossen sein. „Weil es auch hier regionale Unterschiede bei den Corona-Bestimmungen gibt, Mannschaften noch nicht trainieren dürfen oder Hallen geschlossen sind, wird man viel improvisieren müssen“, sagt van Neerven.

Partien unter der Woche oder Doppel-Spieltage am Wochenende sind denkbar und in den Augen des Dachverbandes auch geeignet, um den Zeitplan einhalten zu können. Spätestens Ende März soll dann entschieden werden, wie die Saison zu Ende gebracht werden kann. Modelle wie ein Saisonabbruch zur Halbserie, Playoff-Spiele zur Ermittlung eines Aufsteigers und der Absteiger sind denkbar. Konkret formuliert wurde aber noch nichts. Der DHB wartet die weitere Entwicklung der Corona-Krise ab, um dann den geeigneten Plan aus der Schublade zu ziehen. Die Fortführung der Saison und ein ordentlicher Abschluss hat beim Verband Priorität.

Der Fortgang der Jugend-Bundesliga, in der die weibliche A-Jugend des TV Aldekerk spielt, war am Dienstag explizit kein Thema. Doch hier ist mit einer ähnlichen Entscheidung zu rechnen, zumal viele der Drittliga-Vereine auch Teams in der höchsten Nachwuchsklasse am Start haben. Die getroffenen Beschlüsse wird der DHB jetzt noch schriftlich fixieren und den Vereinen zustellen. Für die Frauen des ATV ist Abwarten damit derzeit die einzige Option.