Fußball-Bezirksliga FC Aldekerk bringt nichts aus der Ruhe

Kerken · Trainer Danny Thönes hat beim Schlusslicht am Sonntag das Handtuch geworfen. Obmann Heinz Hegmans lässt sich bei der Suche nach einem Nachfolger Zeit. Sein Sohn Niklas steht noch nicht zur Verfügung.

 Heinz Hegmans hat den FC Aldekerk schon seit vielen Jahren fest im Griff.

Heinz Hegmans hat den FC Aldekerk schon seit vielen Jahren fest im Griff.

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Es gibt sie Gott sei Dank noch. Diese Dorfvereine, wo man sonntags gerne zum Fußballplatz geht, Bekannte trifft, in der Halbzeit eine Bratwurst isst und den Jungs aus der Nachbarschaft beim Kicken zuschaut. Der FC Aldekerk hat sich diesen Status bewahrt, rund um die Landwehr-Arena ist die Welt noch in Ordnung. Umso mehr überrascht die Nachricht, wenn bei einem solchen Verein, in dem es in erster Linie um die familiäre Atmosphäre geht, ein Trainer vorzeitig das Handtuch wirft.

So geschehen am vergangenen Sonntag, als Danny Thönes der Mannschaft nach der 1:3-Niederlage gegen den TuS Xanten seinen Rücktritt mitteilte. Fakt ist: Beim FC Aldekerk, der seit dem Aufstieg vor fünf Jahren kontinuierlich in der Fußball-Bezirksliga mitmischt, läuft es in der aktuellen Spielzeit alles andere als rund. Die Mannschaft hat nach 17 Spielen magere sechs Punkte auf dem Konto und steht schon relativ abgeschlagen am Tabellenende – der Abstieg dürfte sich kaum vermeiden lassen. Für einen ehrgeizigen Trainer wie Danny Thönes, der viele Jahre seines Sportlerlebens beim SV Straelen verbracht und sich daher an andere Strukturen gewöhnt hat, eine frustrierende Situation.

„Uns war schon im Sommer klar, dass wir vor einer äußerst schwierigen Saison stehen. Wir hatten einen personellen Aderlass, in der Anfangsphase kam dann auch noch Verletzungspech hinzu. Die Entwicklung kommt also nicht überraschend. Wir haben auch zu keinem Zeitpunkt Danny Thönes unter Druck gesetzt, er hätte in Ruhe weiterarbeiten können. Schließlich steht unser Verein für Kontinuität“, sagt Abteilungsleiter Heinz Hegmans, der sich seit vielen Jahren als „Mister FC Aldekerk“ um die Belange der Fußballer kümmert.

Thönes’ Vorwurf, der Verein tue nicht alles dafür, um den Klassenerhalt zu schaffen, lässt Hegmans so nicht stehen. „Sicherlich würde uns der eine oder andere erfahrene Spieler gut zu Gesicht stehen, um noch einmal eine Aufholjagd starten zu können. Aber die wachsen nicht auf Bäumen. Und Danny weiß ganz genau, dass unser Verein kein Geld in die Hand nimmt.“

Auch hält der erfahrene Funktionär nichts davon, die Talente aus den eigenen Reihen, die in der A-Junioren-Grenzlandliga mitmischen, vorzeitig vollends ins kalte Wasser zu werfen. „Der eine oder andere Nachwuchsspieler hat ja schon seine Einsätze in der ersten Mannschaft bekommen. Aber es bringt für die weitere Entwicklung der Jungs nichts, sie jetzt im Abstiegskampf zu verheizen.“

Ohnehin nimmt der gesamte Verein den drohenden Gang ins Kreisliga-Oberhaus ganz gelassen. „Wir haben nun einmal in der Vergangenheit von unseren goldenen Jahrgängen gelebt. Spieler wie die Brüder Jannis und Jimmy Altgen, Oliver Martens, unser aktueller Kapitän Stefan Herrschaft oder mein Sohn Niklas haben Ende der 90er Jahre bei uns das Fußballspielen gelernt. Natürlich werden wir noch versuchen, den Klassenerhalt zu schaffen. Aber wenn wir zunächst einmal wieder in der Kreisliga A spielen, ist das für unseren Verein auch nicht weiter tragisch“, so Hegmans. Wie es sich für den FC Aldekerk gehört, ist in Sachen Trainersuche jetzt zunächst einmal Ruhe oberstes Gebot. „Die ersten Bewerber haben schon angeklopft. Aber wir nehmen uns ausreichend Zeit, um einen Nachfolger zu finden, der zu unserem Verein passt.“ Auch eine interne Lösung sei nicht ausgeschlossen.

Für Niklas Hegmans, der aktuell unter Freunden für den Kölner B-Ligisten Casa Espana II am Ball ist und in sieben Einsätzen schon 20 Treffer erzielt hat, ist die Rückkehr zu seinem Heimatverein zumindest im Winter kein Thema. „Natürlich tut es schon etwas weh, wenn ich einen Blick auf die Bezirksliga-Tabelle werfe und sehe, wo der FC Aldekerk steht. Aber die Entwicklung war irgendwo auch absehbar. Und ich bin ja gerade erst in Köln und niemand, der nach einem halben Jahr schon wieder seine Zelte abbricht“, sagt Hegmans junior.

Ein Comeback in der Landwehr-Arena möchte der mittlerweile 30-Jährige, der schon zu Beginn seiner Senioren-Laufbahn die Trainer-B-Lizenz erworben hat, jedoch nicht grundsätzlich ausschließen. „Ich kann mir vorstellen, irgendwann in die Heimat zurückzukehren. Vielleicht bietet sich einmal die interessante Perspektive eines Neuaufbaus“, sagt der junge Mann aus der „goldenen Generation“.

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