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Eung-Zoll Chung übernimmt den Regionalligisten VC Eintracht Geldern

Volleyball : „Scholle“ bringt Bundesliga-Erfahrung mit

Vor neun Jahren war der neue Eintracht-Trainer Eung-Zoll Chung für den Moerser SC im Einsatz.

(him) Im Ruhrgebiet hat man seit jeher keine Probleme mit kompliziert klingenden Namen. Unaussprechlich ? Gibt’s nicht. Und wenn ein Junge in Herne zur Welt kommt und auf den Namen Eung-Zoll getauft wird, dann heißt er wenig später einfach „Scholle“. Passt schon.

Das gilt bis heute. Wenn der mittlerweile 41-jährige Volleyballtrainer, der in Kürze den Regionalligisten VC Eintracht Geldern übernimmt, in irgendeiner Halle in Nordrhein-Westfalen aufkreuzt, wird er mit seinem Spitznamen angesprochen. Der volle Name des Jungen aus dem Pott lautet Eung-Zoll Chung, seine Eltern wanderten vor mehr als vier Jahrzehnten aus Südkorea aus, um schließlich im Herzen von NRW ihr Glück zu finden.

Der neue Sportchef des VC Eintracht, der nach Möglichkeit seine Mannschaft bereits ab Ende April auf die nächste Regionalliga-Saison vorbereiten soll, gilt als absoluter Volleyball-Experte. Nach seiner Schulzeit studierte „Scholle“ Evangelische Theologie (Lehramt) und Sport an der Ruhr-Universität Bochum. Schwerpunkt selbstverständlich Volleyball. Sein eigentlicher Lehrmeister zu jener Zeit war ein gewisser Dr. Hans-Friedrich Voigt. Der Sportwissenschaftler wiederum ist so etwas wie der deutsche „Volleyball-Papst“. Seine Lehrbücher sind für angehende Trainer Pflichtlektüre – etwas das Standardwerk „Koordinationstraining im Volleyball“.

Schon während des Studiums startete Eung-Zoll Chung seine Trainer-Laufbahn in der Frauen-Oberliga. Vor neun Jahren schlug „Scholle“ dann sogar in der Männer-Bundesliga auf. Beim Moerser SC assistierte er dem damaligen Cheftrainer Chang Cheng Liu. Der ehemalige chinesische Nationalspieler bildete mit dem jungen und überaus zuverlässigen Kollegen an seiner Seite ein perfektes Team.

Später trainierte Chung die Frauen von Union Lüdinghausen in der Regionalliga, zuletzt führte er die B- und A-Junioren des Moerser SC an den Leistungsbereich heran. Der Familienvater, der in Krefeld lebt und an einer Schule in Kamp-Lintfort unterrichtet, gibt sein Fachwissen beispielsweise auch im Lehrausschuss des Westdeutschen Volleyball-Verbandes weiter. Es spricht einiges dafür, dass der VC Eintracht Geldern viel Freude an dem Jungen aus dem Ruhrgebiet mit koreanischen Wurzeln haben wird.