Fußball: Es wird wieder rechtsrheinisch gejubelt

Fußball : Es wird wieder rechtsrheinisch gejubelt

Fußball-Bezirksliga, Gruppe 5: Die sieben Vereine aus dem Gelderland haben kein Problem damit, in der nächsten Saison häufig weite Fahrten antreten zu müssen. Sechs Konkurrenten kommen aus Emmerich und dem Bocholter Raum.

Peter Streutgens macht wie immer das Beste draus. "Da oben gibt's wenigstens noch ein paar Rheinbrücken, die nicht baufällig sind", sagt der frühere Trainer des GSV Geldern, der als Sportlicher Leiter zu seinem Heimatverein TSV Wachtendonk-Wankum zurückgekehrt ist. "Da oben": Gemeint ist der rechte Niederrhein mit den Emmericher Vereinen RSV Praest und SV Vrasselt sowie das beginnende Münsterland mit den vier Clubs aus Bocholt. "Das ist zwar auf der einen Seite eine schöne Gurkerei. Nach Bocholt ist man wenigstens eine Stunde unterwegs. Doch andererseits ist das sportlich auch ganz reizvoll, weil man wieder andere Mannschaften kennen lernt", meint Streutgens. In sportlicher Hinsicht rechnet er mit einem spannenden Geschehen: "Die Leistungsstärke der rechtsrheinischen Gegner müssen wir abwarten. TuB Bocholt hat beispielsweise seinen Torjäger Michel Wesendonk an den 1. FC Kleve verloren. Ich sehe keinen klaren Favoriten. Wir möchten zum Kreis der Mannschaften gehören, die oben ein Wörtchen mitreden.

Ausgesprochen angenehme Erinnerungen an die andere Seite des Rheins haben die Sportfreunde Broekhuysen. Die Mannschaft erlebte am 25. Mai 2014 in Rees eine Sternstunde in der Vereinsgeschichte. Damals machten die Sportfreunde mit einem 7:1 beim SV Rees, der inzwischen nur noch in der Kreisliga A kickt, den Aufstieg in die Landesliga perfekt - unter dem Strich gab das beste Torverhältnis den Ausschlag. "Ich kann mich natürlich noch sehr gut an die tolle Saison erinnern. Damals haben wir beispielsweise in Vrasselt unser bestes Spiel aller Zeiten gezeigt. Dort haben sich die Zuschauer, die vorher noch nie etwas von Broekhuysen gehört hatten, nur verwundert die Augen gerieben", erzählt Obmann Heinz Trienekens. Der erfahrene Funktionär kann sich mit der neuen Liga durchaus anfreunden und hat Verständnis für Staffelleiter Holger Tripp: "Der macht sich schließlich auch seine Gedanken. Und allen kann man es nun einmal nicht recht machen." Sportlich verfolgen die Sportfreunde vor allem ein Ziel: "Wir möchten diesmal von Anfang an in ruhiges Fahrwasser geraten."

Diese Devise gilt auch für den FC Aldekerk, der den Klassenerhalt erst auf den letzten Drücker in einer denkwürdigen Relegation perfekt machte. Nach einer 1:2-Heimniederlage gelang dem FCA im Rückspiel ein 3:1 beim VfL Willich. "Nach so einem Herzschlagfinale sind wir natürlich heilfroh, dass wir ein weiteres Jahr in der Bezirksliga dabei sind. Das ist für einen Verein, bei dem kein Geld im Spiel ist, nicht selbstverständlich", sagt Obmann Heinz Hegmans. Seine sportliche Einschätzung: "Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass auf der anderen Rheinseite ehrlicher Fußball gespielt wird. Die Mannschaften dort kämpfen bis zum Schluss und geben kein Spiel verloren. Für uns wäre es schön, wenn wir uns von Anfang an im Mittelfeld einpendeln."

Voller Vorfreude blickt Aufsteiger Kevelaerer SV der nächsten Saison entgegen. Sportlicher Leiter Sandro Scuderi hat jedenfalls kein Problem mit den zum Teil weiten Fahrtstrecken: "Geografisch liegen wir in Kevelaer ja ohnehin irgendwo mittendrin. Und im Emmericher und Bocholter Raum gibt's sehr gut geführte Vereine mit Top-Sportstätten. Ich denke, dass wir vielen Mannschaften auf Augenhöhe begegnen können."

Ins gleiche Horn stößt Rolf Niersmans, Sportlicher Leiter des GSV Geldern: "Wir haben überhaupt kein Problem mit der neuen Liga und werden uns rechtzeitig über Stärken und Schwächen der Mannschaften informieren."

(RP)