Es lebe die DritteDer Star ist das Team

"Viva la tercera" ist spanisch und heißt "Es lebe die Dritte". In Wachtendonk und Wankum ist dieser Slogan zweifelsfrei mit der dritten Mannschaft des TSV Wachtendonk/Wankum in Verbindung zu bringen. Und wer auf einem Auto "Viva la tercera" liest, kann sich todsicher sein, dass der Besitzer des Wagens in der Dritten des TSV gegen den Ball tritt.

Jetzt stieg die dritte Mannschaft des TSV Wa./Wa. in die Kreisliga B auf, ohne ein Spiel verloren zu haben und mit nur 20 Gegentoren. Trainer Peter Streutgens wundert das nicht: "Wir haben am Anfang der Saison sechs Wochen intensive Vorbereitung hinter uns gebracht. Das zahlte sich aus." Während in der Hinrunde noch an der taktischen Ausrichtung und auf der ein oder anderen Position experimentiert wurde, stand, so sagt Streutgens, am Ende ein fertiges Gerüst. "In der Rückrunde haben wir uns deshalb nur vier Gegentore gefangen", sagt Streutgens stolz.

Selbst, als man Leistungsträger an die zweite Mannschaft in der Kreisliga A abgab, riss die Erfolgsserie nicht ab. Vielleicht auch wegen des enormen Zusammenhalts in der Truppe, die im Kern aus 24 Fußballern besteht. "Auch neben dem Platz ist beim TSV Wa./Wa. III vieles zusammengewachsen", sagt Streutgens. Wenn die Dritte nicht selbst spielt, peitscht sie die erste oder die zweite Mannschaft an. Dort halfen zum Beispiel mit Imad Leggo, Bektas Sahin und Deniz Gencer mehrere Stammkräfte der dritten Mannschaft aus, um den Abstieg des TSV Wa./Wa. II aus der Kreisliga A zu verhindern – jedoch ohne Erfolg. In der kommenden Saison werden also zweite und dritte Mannschaft gemeinsam in der Kreisliga B spielen, nach Usus im Fußballkreis in getrennten Staffeln. Trainer Peter Streutgens freut sich auf die Reisen in den Nordkreis, sollte seine Mannschaft in der Gruppe 2 spielen. "Meine sportliche Heimat ist Alemannia Pfalzdorf. Deren Dritte spielt auch in der Gruppe 2, und überhaupt hat sich die Zweite die vielen Lokalkämpfe im Süden verdient."

In der kommenden Saison ist Streutgens davon überzeugt, eine starke Rolle in der B-Liga zu spielen, zumal der Kader zusammenbleibt. Eigentlich hat er sich seit Beginn seiner Trainertätigkeit bei der Dritten ohnehin kaum verändert. "Er ist eigentlich nur immer größer geworden", sagt Streutgens, "weil der eine oder andere Spieler immer noch einen Kumpel mitgebracht hat, der auch bei uns spielen wollte." Auch da blitzt wieder die enge Kameradschaft durch. Spielerisch hat sich die Truppe von einer Thekenmannschaft zu einer arrivierten Elf entwickelt. Was immer da war, war der Leitspruch: "Viva la tercera."

Veert Nach dem Abstieg vor zwei Jahren ist die zweite Mannschaft des SV Veert zurück in der Kreisliga B. Auf direktem Weg wohlgemerkt, obwohl das Team die Saison auf Platz zwei hinter dem SV Herongen III beendet hat. Weil Herongen aber auf einen Aufstieg verzichtet, bleibt der Mannschaft um Trainer Mirko Kischel diesmal die Relegation erspart, in der sie in der vergangenen Saison noch gescheitert war.

Das soll die Leistung der Veerter aber nicht schmählern. Mit dem entscheidenden 3:1-Sieg gegen den TSV Nieukerk II am vorletzten Spieltag haben sie ihren Aufstieg vorzeitig perfekt gemacht – und haben dabei über die gesamte Saison hinweg lediglich zwei Unentschieden und zwei Niederlagen kassiert. "Damit können wir sehr zufrieden sein", sagt Kischel, der das Team nach dem Abstieg vor zwei Jahren übernahm und mit dem Ziel angetreten war, die Truppe zurück in die B-Liga zu führen.

Als entscheidenden Faktor für den Erfolg nennt er die "gute Mischung im Team zwischen erfahrenen und jungen Spielern und der starke Zusammenhalt", wie er sagt. Das habe sich vor allem bemerkbar gemacht, als die Mannschaft in der Rückrunde mit schweren Verletzungen zu kämpfen hatte. "Man musste niemanden lange bitten, dass er uns aushilft", erklärt Kischel, "egal, ob aus der Jugend, der Ersten oder von den Alten Herren". Rund 40 Spieler hat der Trainer eingesetzt – 20 verschiedene Torschützen trugen zum Aufstieg bei. Allen voran Karim Elser mit 15 Treffern.

Und Kischel glaubt fest daran, dass sein Team auch in der B-Liga bestehen kann. "Wir haben bereits vor und während dieser Saison wie eine Mannschaft aus der B-Liga trainiert", so der Trainer. "Darüber hinaus haben wir in Testspielen immer wieder gezeigt, dass wir mithalten können." Die Qualität sei vorhanden – obwohl bereits wichtige Spieler angekündigt haben, den Verein verlassen oder die Fußballschuhe ganz an den Nagel hängen zu wollen. Daniel Boos etwa wechselt zu Grün-Weiß Vernum, Jan Hegmanns in die Zweite des SV Walbeck. Darüber hinaus soll Manuel Lemmen künftig den Trainer- und Betreuerstab unterstützen, Sven Tissen dagegen beendet seine Laufbahn. "Er wollte schon vor der Saison aufhören und hat nur dem Team zuliebe noch mal ein Jahr drangehängt", erklärt Kischel.

Dafür rücken zehn Spieler aus der A-Jugend auf, die bei den Senioren integriert werden sollen. "Auch deshalb war der Aufstieg für uns wichtig", so der Coach weiter. "Wir wollen dem eigenen Nachwuchs langfristig eine Perspektive bieten." Am Ziel ändert sich dagegen nichts: "Für einen Aufsteiger sollte das erstmal der Klassenerhalt sein."

(RP)