Fußball: Erster Test, erster Sieg: Sevelen bezwingt Winnekendonk

Fußball : Erster Test, erster Sieg: Sevelen bezwingt Winnekendonk

Der Fußball-Bezirksligist gewinnt mit 2:0 (1:0) gegen den A-Ligisten. Winnekendonks Fabian Keysers sieht die Rote Karte.

Der Winter hat nun auch am Niederrhein Einzug gehalten. Das haben die Fußballer aus Sevelen und Winnekendonk gestern ordentlich zu spüren bekommen.

So mancher Zuschauer hatte schon im Vorfeld gemutmaßt, ob die angesetzte Partie auf der Sevelener Asche überhaupt stattfinden würde. Da aber beide Trainer ihre Spieler unbedingt auflaufen lassen wollten, legten sie kurzum selbst Hand an. Einige Stunden zuvor hatten Sevelens Trainer Stephan Lingen und Viktoria-Coach Thorsten Fronhoffs die knüppelharte Asche abgezogen und bespielbar gemacht, so dass die Partie angepfiffen werden konnte - allerdings dann doch mit knapp 15 Minuten Verspätung, da es zuvor Verzögerungen im Betriebsablauf gegeben hatte.

So blieb dann wenigstens noch genug Zeit, um einen Blick auf die neue elektronische Anzeigetafel zu werfen, die der SV Sevelen vor kurzem installiert hat. Und diese zeigte an: ein Grad Celsius. Das war wohl auch der Grund, warum beide Teams von Beginn an Tempo machten. Sevelen und Winnekendonk ließen den Ball gut laufen und zeigten, dass sie sich längst nicht mehr im Winterschlaf befinden. Nachdem Winnekendonks Routinier Daniel Bienemann nach drei Minuten den Ball nur knapp über die Latte gelegt hatte, zeigten die Gastgeber wenige Minuten später die erste schöne Angriffskombination.

Diese begann bei Mark Helmes, der nach monatelanger Abstinenz gestern wieder im Kader der ersten Mannschaft stand und in den kommenden Wochen zeigen kann, was eigentlich in ihm steckt. Helmes, der hinter den Spitzen agierte, passte nach außen auf Marius Janßen, der den Ball schnell zu Simon van der Sande weiterleitete. Glück hatte van der Sande allerdings nicht. Viktoria-Keeper Johannes Rankers blockte den Ball gekonnt ab, den folgenden Nachschuss bekam Andre Leenen nicht mehr unter Kontrolle. Winnekendonk stand in der ersten Hälfte besonders in der Abwehr kompakt und versuchte, durch zügige Gegenstöße Nadelstiche zu setzen. Großchancen sprangen dabei aber nur selten heraus.

Lediglich Daniel Lamers hatte nach rund 25 Minuten eine gefährliche Möglichkeit, ließ diese aber auf der eisigen Asche liegen. Besser machten es die Gastgeber nach einer halben Stunde. Helmes trat einen Freistoß ins Zentrum, den Wido-Keeper Rankers zunächst noch abblocken konnte. Beim Nachschuss von van der Sande war der Torwart jedoch machtlos. Sevelen führte mit 1:0. "Das Tor hätte nicht sein müssen. Trotzdem hat mir die erste Halbzeit gut gefallen. Allerdings hätten wir nach vorn noch geradliniger sein müssen", urteilte Viktoria-Trainer Fronhoffs.

Zu Beginn der zweiten Hälfte wechselte Fronhoffs gleich fünf Spieler aus und ließ neben Felix Ohlig und Fabian Keysers auch drei A-Jugendliche auflaufen. Sevelens Trainer Lingen ließ die ersten acht Minuten des zweiten Durchgangs noch verstreichen, ehe er eine Wechsel-Orgie vornahm. Auch Lingen nahm fünf Akteure aus dem Spiel und ersetzte sie durch erfahrene Bezirksliga-Spieler. Das machte sich bemerkbar.

Zunächst erhöhte die Heimelf durch Christoph Fronhoffs auf 2:0 und steigerte fortan den eigenen Ballbesitz. Vor allem in der Schlussphase der Partie bekam Winnekendonk nur noch schwer Zugriff aufs Spiel. Sevelen konnte daraus allerdings kein Kapital schlagen. Trotz einiger guter Chancen und Aktionen in der Schlussphase blieb es beim 2:0.

Obwohl das Spiel längst entschieden war, gab es zehn Minuten vor Schluss dann noch eine umstrittene Schiri-Entscheidung zu sehen. Nachdem Winnekendonks Fabian Keysers einen Gegenspieler zu Fall gebracht hatte, zögerte Schiedsrichter Dietmar Bordin nicht lange und entschied auf Rot gegen Keysers, was in der Nachbetrachtung vielleicht etwas zu hart war.

Sevelenes neuer Coach Stephan Lingen, der erst seit rund einem Monat in der Verantwortung steht, war mit dem Auftritt seiner Elf zufrieden: "Das Team ist ruhig geblieben. Das war unser erstes Testspiel - und dafür war es völlig in Ordnung", sagte er. Auch Fronhoffs' Fazit fiel ähnlich aus: "Aufgrund der schwierigen Platzverhältnisse in Winnekendonk konnten wir noch nicht richtig trainieren. Deshalb war es in Ordnung, auch wenn wir in der zweiten Hälfte den Faden verloren haben."

Darüber hinaus konnte Sevelens Trainer bestätigen, zwei neue Spieler für die Rückrunde gefunden zu haben: Niklas Nolte (19) und Julian Maas (18). Nolte spielte zuletzt als A-Jugendlicher beim SSV Lüttingen, Maas war vor kurzem noch im A-Junioren-Team des SV Sonsbeck. Beide standen gestern aber noch nicht im Sevelener Kader.

SV Sevelen: Tersteegen - Siemons, Helmes (53. Stenmans), Esters, Backus (53. Sibben), van der Sande (53. Fronhoffs), Höttges, Lingen, Leenen (53. Langer), Janßen, Claus (53. Terhoeven). Viktoria Winnekendonk: Rankers - Bienemann (46. Hillejan), Tebart (46. Keysers), Schaap, Elbers, Lamers (46. Ohlig), A. Brouwers (69. Drißen), Verhoeven (73. Kauertz), Liszewski (46. van Huet), Verheyen (46. Ripkens), Timm.

(RP)
Mehr von RP ONLINE