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Erfolgreiche Trainersuche beim VC Eintracht Geldern

Volleyball : Ein Trainer-Coup in der Zwangspause

Der Vorsitzende des Volleyball-Regionalligisten VC Eintracht Geldern bastelt an einer erfolgreichen Zukunft.

Die Pandemie hat den Sport vorerst lahmgelegt. Während viele Mannschaften sich noch gedulden müssen, ob sie nur eine längere Zwangspause einlegen, ist die Saison für die Spielerinnen des Volleyball-Regionalligisten VC Eintracht Geldern in jedem Fall bereits beendet. Hartmut Harmsen bleibt jedoch nicht untätig. Der Eintracht-Vorsitzende stellt im Hintergrund die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. Bei der Suche nach einem neuen Trainer hat er jetzt einen echten Coup gelandet.

Noch-Trainer Steffen Bertram hatte bereits vor längerer Zeit angekündigt, sich verstärkt auf seine berufliche Zukunft konzentrieren zu wollen. Wie ist es Ihnen gelungen, Eung-Zoll Chung für ein Engagement in Geldern zu begeistern ? Er genießt den Ruf als absoluter Volleyball-Experte und hat auch schon in der Männer-Bundesliga gearbeitet.

Hartmut Harmsen Der Kontakt zu ,Scholle’, wie Eung-Zoll in Volleyball-Kreisen nur genannt wird, besteht schon seit langer Zeit. Meine Frau Marie Luise, die für uns als Jugendwartin aktiv ist, kennt ihn beispielsweise auch im Rahmen seiner Tätigkeit im Lehrausschuss des Westdeutschen Verbandes. Außerdem hat er in der jüngeren Vergangenheit unseren Ligarivalen Union Lüdinghausen trainiert. Wir haben uns regelmäßig ausgetauscht. Als wir jetzt einen neuen Trainer suchen mussten, habe ich ,Scholle’ einfach mal angesprochen. Und ich freue mich natürlich sehr, dass er sich für unseren Verein begeistern konnte.

Die Verpflichtung von Eung-Zoll Chung lässt auch darauf schließen, dass sich die Eintracht weiterhin in Richtung Leistungssport orientiert.

Harmsen Das ist so. Ich denke, dass wir schon in den vergangenen Jahren gezeigt haben, dass sich familiäre Vereinsstrukturen und hochklassiger Sport nicht ausschließen müssen. Unsere erste Mannschaft hat sich in der Regionalliga etabliert. Das soll auch so bleiben. ,Scholle’ hat bereits angekündigt, dass er einige Ideen hat. Die Spielerinnen und wir dürfen uns freuen und gespannt sein.

Der Deutsche Volleyball-Verband hat die Saison in den vier höchsten Ligen für beendet erklärt. Für die Eintracht hat das keine Folgen, weil sich die Mannschaft im gesicherten Mittelfeld aufhält. Wie sieht’s aber mit der Reserve aus, die sich bislang berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die Verbandsliga machen durfte ?

Harmsen Das ist in der Tat interessant. Denn der Westdeutsche Verband, der für die unteren Ligen zuständig ist, hat den Spielbetrieb bislang nur ausgesetzt. Momentan wissen wir nicht, ob die Landesliga-Saison nach der Pause, die in jedem Fall bis zum Ende der Osterferien dauert, fortgesetzt wird. Am Wochenende hätte unsere Zweite, die aktuell Relegationsplatz zwei belegt, ein entscheidendes Spiel gegen Verfolger RC Borken-Hoxfeld III gehabt. Die Spielerinnen hätten ihre Chance auf den Aufstieg gerne genutzt. Aber wir müssen jetzt einfach die weiteren Entscheidungen des Verbandes abwarten.

Ihre Wochenenden sind in der Regel sportlich ausgefüllt. Wie erleben Sie persönlich die Corona-Zwangspause ?

Harmsen Das ist alles schon sehr komisch. Wie sich jeder denken kann, richten meine Frau und ich die Wochenend-Planung stark auf den Volleyballsport aus. In irgendeiner Halle sind wir eigentlich immer zu finden. Und zum Ausgleich kann ich momentan ja auch nicht Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga die Daumen drücken. Aber immerhin kann ich unseren Sportwart Markus Heißing etwas dabei unterstützen, die kommende Saison vorzubereiten. Gerade erst haben wir Fragebögen an unsere Spielerinnen verschickt, in denen sie sich beispielsweise zu ihren sportlichen Zielsetzungen äußern sollen.

Seit zwei Jahren bieten Sie jungen Menschen die Möglichkeit, beim VC Eintracht ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Wird dieses Projekt fortgesetzt ?

Harmsen In jedem Fall. Den Anfang hat Leonie van Well gemacht, aktuell ist Leonard Merz im Einsatz. Die jungen Leute sind mit großem Engagement bei der Sache und bringen sich beispielsweise in unsere Kooperation mit dem Rodenbusch-Kindergarten ein. Die Zukunft ist gesichert. Ab 1. September ist Katrin Baumann, Spielerin unserer ersten Mannschaft, an der Reihe.

Für das Saisonheft haben die Spielerinnen schon vor der Maria-Magdalena-Kirche, Schloss Haag oder dem Drachenbrunnen posiert. Welches Gelderner Wahrzeichen ist diesmal an der Reihe ?

Harmsen Das sollte ja eigentlich eine Überraschung sein. Aber diesmal dürfen wir Ende Mai das Fahrgeschäft ,Breakdancer“ auf der Pfingstkirmes nutzen.