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Eintracht Geldern verpasst die ganz große Überraschung

Volleyball : Eintracht Geldern holt einen Punkt gegen den Tabellenführer

(mahei) Volleyball-Regionalliga der Frauen: VC Eintracht Geldern – TSV Bayer Leverkusen II 2:3 (25:22, 25:21, 22:25, 22:25, 7:15). Im letzten Meisterschaftsspiel des alten Jahres haben die Gelderner Volleyballerinnen eine faustdicke Überraschung nur um Haaresbreite verpasst.

Vor den begeisterten Zuschauern in der heimischen Sporthalle „Am Bollwerk“ verschaffte sich die Mannschaft zunächst eine 2:0-Satzführung, musste sich letztlich aber gegen den Tabellenführer und Topfavoriten aus Leverkusen mit einem Punkt begnügen.

Die Eintracht hatte sich vor der Partie vorgenommen, mutig und kampfbereit gegen die offensivstarken Leverkusenerinnen zu agieren. Und die Mannschaft sollte diesen Plan auch lange Zeit in die Tat umsetzen. Anja Schoofs und Alina Verheyen, später als „wertvollste Spielerin“ ausgezeichnet, spielten ein ums andere Mal den gegnerischen Block aus. Der Titelaspirant bekam zunächst den Mittelblock der Eintracht einfach nicht in den Griff. Nahezu ungehindert konnte Anja Schoofs ihren Größenvorteil ausnutzen und sowohl im Angriff als auch im Block die Gastmannschaft zur Verzweiflung bringen. Aber auch die Gäste punkteten ihrerseits über die Außenpositionen, so dass sich die Kontrahenten ein packendes Duell auf Augenhöhe lieferten, in dem am Ende des ersten Satzes die Eintracht verdient die Nase vorn hatte. Die Gäste steckten den 0:1-Rückstand keineswegs so einfach weg. Im zweiten Durchgang hatte die Eintracht einen stabilen Drei-Punkte-Vorsprung, der vor allem durch das variable Zuspiel und den starken Mittelblock um Dörthe Kallweit und Anja Schoofs gehalten werden konnte.

Bei der Eintracht passte jetzt alles zusammen. Der Aufschlagdruck war gut. Und auch in der Abwehr konnten die Bälle besser verteidigt werden, als noch im ersten Durchgang. Folgerichtig gingen die Gastgeberinnen mit 2:0 in Führung und hatten damit einen Punkt gegen den Tabellenführer schon einmal in der Tasche.

„Doch dann haben wir kurzzeitig komplett den Faden und den Zugriff auf das Spiel verloren“ stellte Kapitänin Nicole Gey nach der Begegnung fest. Die Gäste aus Leverkusen hatten mittlerweile auf das schnelle Spiel der Eintracht reagiert und stellten fortan konstant einen Dreierblock gegen die Mitte. Diese Taktik ging auf. Plötzlich wirkten die Geldernerinnen völlig verunsichert und gerieten im dritten Satz schnell mit 1:11 in Rückstand. Steffen Bertram reagierte und brachte Lisa Harmsen als Libera. Außerdem kam Marie Müser als Zuspielerin, so dass Alina Verheyen kurzzeitig in den Angriff wechseln konnte. Die Eintracht kämpfte sich noch einmal bis zum 18:22 zurück, musste schließlich aber Satz Nummer drei abgeben.

Im vierten Durchgang sollte sich wieder ein Schlagabtausch auf Augenhöhe entwickeln. Beide Mannschaften hatten die jeweiligen Schwachstellen des Gegners erkannt und schenkten sich nichts. Die Zuschauer sahen jetzt endgültig Volleyball auf hohem Niveau. Am Ende machten die Leverkusener Aufschläge den Unterschied, weil die Eintracht kein Rezept fand, diese Bälle entschärfen zu können. Wieder einmal in der laufenden Saison musste also der Tiebreak die Entscheidung bringen. Doch die Eintracht, die ihre Chance auf die ganz große Überraschung bereits verspielt hatte, wirkte jetzt ideen- und kraftlos. Der Spitzenreiter aus Leverkusen übernahm sofort die Kontrolle und verschaffte sich schon bis zum Seitenwechsel eine Fünf-Punkte-Führung. Die Gäste ließen sich den Vorsprung nicht mehr nehmen und durften am Ende einen hart erkämpften Auswärtssieg feiern.

„Da war heute definitiv mehr drin. Es ist zwar ärgerlich, deutlich zu führen und am Ende doch zu verlieren. Aber die Spielerinnen haben heute gezeigt, dass sie in Geldern packenden Volleyball präsentieren. Einen Punkt gegen den Tabellenführer nehme ich gerne mit in die Winterpause“ erklärte Trainer Steffen Ber­tram nach der Partie.

VC Eintracht Geldern: Marie Müser, Alina Verheyen, Anastasia Djurdjevic, Lisa Harmsen, Katrin Baumann, Leonie Bock, Nicole Gey, Leonie Mülders, Dörthe Kallweit, Klaudia Kapalla, Anja Schoofs, Laura Höing.