Eintracht Geldern verliert, verbessert sich aber auf Platz zwei

Volleyball : Trotz Niederlage: Eintracht jetzt Zweiter

Volleyball-Regionalliga der Frauen: VC Eintracht Geldern verliert beim Schlusslicht PTSV Aachen II mit 2:3 (25:15, 18:25, 20:25, 25:20, 13:15). Dennoch zieht die Mannschaft am FCJ Köln II vorbei, der parallel im Spitzenspiel ohne Chance ist.

Unverhofft kommt oft: Ausgerechnet beim Tabellenletzten PTSV Aachen II ist die imponierende Erfolgsserie des VC Eintracht Geldern gerissen. Der Volleyball-Regionalligist, der zuvor sechs Spiele in Folge gewonnen und dabei die volle Ausbeute von 18 Punkten eingefahren hatte, musste sich beim Abstiegskandidaten mit 2:3 geschlagen geben. Dennoch reichte dieser eine Zähler zum Sprung auf den zweiten Platz, da der FCJ Köln II beim Tabellenführer und designierten Meister TV Hörde mit 0:3 unterlag. Beide Mannschaften haben jetzt 32 Punkte auf ihrem Konto, wobei die Geldernerinnen das bessere Satzverhältnis aufweisen, im direkten Vergleich die Nase vorn und zudem ein Meisterschaftsspiel weniger ausgetragen haben.

So völlig überraschend kam der Ausrutscher bei näherer Betrachtung dann doch nicht. Die Geldernerinnen beklagten etliche Ausfälle und konnten lediglich mit acht Spielerinnen die Reise in die Kaiserstadt antreten. Trainer Steffen Bertram hatte folgerichtig kaum Möglichkeiten zu taktischen Wechseln, während der Gegner in Bestbesetzung antrat.

In den ersten Durchgang startete der Favorit aus Geldern sehr konsequent und hielt konstant einen Vier-Punkte-Vorsprung. Druckvolle Aufschläge und gut kombinierte Angriffsbälle, gestellt von Zuspielerin Johanna Gastens, waren hierfür verantwortlich. Die Mannschaft ging schließlich ungefährdet (25:15) mit 1:0 in Führung.

Die Durchschlagskraft des VCE ließ im zweiten Satz allerdings deutlich nach. Auf einmal war es der Tabellenletzte, der die Gäste mit starken Angriffsbällen unter Druck setzte. Aachen kam völlig verdient zum Ausgleich (25:18) und sollte auch im dritten Durchgang am Drücker bleiben. Der Abstiegskandidat wartete weiterhin mit gut getimten Angriffsbällen und einer aufmerksamen Blockarbeit auf. Die Überraschung bahnte sich endgültig an, als sich die Aachenerinnen mit lautstarker Unterstützung ihrer Fans eine durchaus verdiente 2:1-Führung verschafften.

Und um ein Haar hätte die Eintracht sogar die Heimreise mit völlig leeren Händen antreten müssen. Die Gäste gerieten im vierten Satz mit 12:17 ins Hintertreffen. Doch dann ging Laura Dickmans an die Aufschlaglinie, brachte die Gäste in Führung und damit zurück ins Spiel. Das Bertram-Team ließ sich die große Gelegenheit zum 2:2-Ausgleich nicht nehmen.

Im entscheidenden Tie-Break – in der Vergangenheit die große Stärke der Eintracht – lieferten sich die beiden Kontrahenten lange und hart umkämpfte Ballwechsel. Der Geräuschpegel in der Halle nahm jetzt rekordverdächtige Züge an. Die Geldernerinnen verschafften sich zunächst einen Fünf-Punkte-Vorsprung und steuerten in Richtung Auswärtssieg. Doch das Schlusslicht wollte den zweiten Punkt mit aller Macht und hatte schließlich auch das Glück des Tüchtigen. In den entscheidenden Szenen scheiterte die Eintracht am starken Block ihrer Gegnerinnen.

„Leider haben wir es nicht geschafft, die vielen Ausfälle zu kompensieren. Wir waren oftmals inkonsequent und haben den Willen vermissen lassen, den Punkt unbedingt machen zu wollen. Allerdings müssen wir auch unserem Gegner Respekt zollen, der sich gut ins Spiel gekämpft und keinen Ball verloren gegeben hat“, kommentierte Steffen Bertram anschließend den Fünf-Satz-Krimi.

VC Eintracht Geldern: Schoofs, Dickmans, Harmsen, Gastens, Djurdjevic, Kallweit, Bock, Primus.