Volleyball-Regionalliga Eine Niederlage, die Hoffnung macht

Geldern · Der VC Eintracht Geldern muss sich zwar gegen den Tabellenführer und Top-Favoriten SV Blau-Weiß Aasee mit 1:3 geschlagen geben. Doch von den mehr als 150 Zuschauern erhält das Team viel Applaus.

Der VC Eintracht Geldern – hier Katharina Haag am Netz – stellte den Tabellenführer aus Münster phasenweise vor große Probleme.

Der VC Eintracht Geldern – hier Katharina Haag am Netz – stellte den Tabellenführer aus Münster phasenweise vor große Probleme.

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Ausgerechnet im Heimspiel gegen den Tabellenführer SV Blau-Weiß Aasee musste Volleyball-Regionalligist VC Eintracht Geldern die Leistungsträgerinnen Dörthe Kallweit, Anja Schoofs und Kapitänin Nicole Gey ersetzen. Und zu allem Überfluss musste auch noch Trainer Eung-Zoll Chung passen, der am Wochenende wegen einer starken Erkältung das Bett hütete. Doch trotz dieser Widrigkeiten schwang sich die Mannschaft unter Regie des früheren Meistermachers Thomas Cöhnen, der kurzfristig in die Bresche gesprungen war, zu einer ganz starken Leistung auf. Am Ende mussten sich die Gastgeberinnen gegen den Topfavoriten aus Münster zwar mit 1:3 (25:18, 19:25, 22:25, 21:25) geschlagen geben. Aber von den mehr als 150 Zuschauern auf den Rängen der Sporthalle „Am Bollwerk“ gab’s anschließend viel aufmunternden Applaus.

Den Beifall hatten sich die Gelderner Spielerinnen mit einem gelungenen Auftritt verdient, der für die restlichen drei Spiele in der Vorrunden-Gruppe 2 hoffen lässt. Noch ist bei zwei Punkten Rückstand Platz drei, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Dritten Liga berechtigt, in Reichweite. Rivale TV Gladbeck hatte parallel überraschend gegen den Vorletzten Hildener AT mit 2:3 das Nachsehen und verbuchte damit nur einen Punkt auf der Habenseite. Der VC Eintracht hatte in der Vorbereitung auf das Spiel intensiv an einem anderen System gefeilt. „Wir müssen ab sofort die Aufgaben im Mittelblock auf mehrere Schultern verteilen. Katrin Baumann, Leonie Mülders und Lena Walter haben ihre Sache sehr gut gemacht“, sagte Chung, der sich schon unmittelbar nach Spielende ausführlich von seinem Stellvertreter informieren ließ. Außerdem setzen die Gelderner Volleyballerinnen in schwierigen Zeiten auf eine „Jetzt erst recht“-Stimmung. „Der mannschaftliche Zusammenhalt zählt ohnehin zu unseren großen Stärken. Das wollen wir weiter fördern. Schon gegen Münster haben sich die Spielerinnen nach jedem verlorenen Ballwechsel gegenseitig motiviert. Und jeden Punktgewinn gefeiert“, so Chung.

Auf diese Weise lag gegen den Spitzenreiter phasenweise sogar eine große Überraschung in der Luft. Die Mannschaft aus Münster, die den Aufstieg in Liga drei anstrebt, nahm den Außenseiter offenbar anfangs etwas auf die leichte Schulter. Das sollte sich rächen. Die Eintracht ließ sich nicht zweimal bitten und entschied den ersten Durchgang souverän mit 25:18 für sich. Die folgenden drei Sätze gingen zwar an den Titelaspiranten, der damit den nächsten Schritt in Richtung Gruppensieg machte. Doch oftmals fehlten in den Aktionen der engagierten Gastgeberinnen nur Kleinigkeiten, um dem Favoriten ein Bein stellen zu können. „Thomas hat mir gesagt, dass wir vielleicht in der einen oder anderen Situation noch etwas mutiger hätten spielen können. Das ist aber auch eine Sache der Erfahrung. Doch insgesamt haben unsere jungen Spielerinnen eine starke Partie geliefert. Das haben auch die Zuschauer honoriert“, so Chung.

Am kommenden Samstag, 26. November, ist der VC Eintracht ab 19 Uhr beim Verfolger Hildener AT gefordert. Ein Sieg gegen die frühere Mannschaft von Zuspielerin Celine Brauweiler ist Pflicht, wenn die Teilnahme an der Aufstiegsrunde für den amtierenden Vizemeister ein Thema bleiben soll.

VC Eintracht Geldern: Haag, Brauweiler, Kolmans, Otto, Walter, Baumann, Mülders, Patzke, Schuldt.

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