Fußball : Ein Meister für das Guinness-Buch

Besser geht's einfach kaum: Die DJK Twisteden um Trainer Andreas Holla hat das Geschehen in der Fußball-Kreisliga A Kleve-Geldern nach Belieben dominiert. Und mit sage und schreibe 81 Punkten aus 30 Spielen neue Maßstäbe gesetzt.

Die Super-Jungs aus Twisteden haben fast alle schon gemeinsam ihre Kindheit und Jugend verbracht. Das schweißt zusammen. Und macht verdammt erfolgreich. Die Meistermannschaft der DJK hat in der abgelaufenen Saison der Fußball-Kreisliga A Kleve-Geldern die Konkurrenz in Grund und Boden gespielt. 26 Siege, drei Unentschieden und ein einziger Ausrutscher (1:2 gegen Union Wetten ) - diese Bilanz liest sich wie ein Aufstieg fürs Guinness-Buch der Rekorde.

Es gibt noch einige andere Zahlen, die in der Erfolgsgeschichte eine wichtige Rolle spielen und die Dominanz der DJK Twisteden unterstreichen. Da wäre der junge Mann, der einen klangvollen Namen wie ein Maler-Kollege von Rembrandt hat: Jan van de Meer. 46 Treffer in 28 Einsätzen - der 22-Jährige ist eine Tormaschine. Und ein bodenständiger Junge, der sich bei der Abschlussfeier bei seinen Mannschaftskollegen artig für die vielen präzisen Flanken bedankte.

Selbstverständlich hat der Meister auch den "Assist-König" in seinen Reihen: Kapitän Chris Kleuskens war an 25 Saisontoren direkt beteiligt. Es bleibt nicht aus, dass die höherklassige Konkurrenz auf solche Perlen aus dem Kreisliga-Oberhaus aufmerksam wird. Doch Abwerbeversuche waren bislang zwecklos. "Das ist einfach ein verschworener Haufen in einem außergewöhnlichen Verein. Da kommt niemand so schnell auf Wechselgedanken", sagt Meistermacher Andreas Holla.

Auch diese beiden Zahlen gehören zum Twistedener Fußball-Märchen: Holla ist mit seinen 54 Jahren der "Alterspräsident" unter den A-Liga-Trainern. Und gleichzeitig sportlicher Anführer einer Rasselbande. Der Altersdurchschnitt der Spieler liegt gerade einmal bei 24 Jahren. Damit zeichnet sich ab, dass der A-Liga-Titel nur eine Zwischenstation auf dem Erfolgsweg der DJK-Kicker ist. Nur der 32-jährige Mittelfeldspieler Andre Elbers möchte in Zukunft etwas kürzer treten und in der "Zweiten" kicken - der Rest hat sich fest vorgenommen, die Bezirksliga aufzumischen.

Trainer Holla hat in seiner langen Fußball-Laufbahn schon viel erlebt. Bei der Saison ohne Durchhänger handelt es sich um eine Premiere. Nur einmal beschlichen ihn leise Zweifel, ob seine Jungs ihr Ding auch wirklich bis zum Saisonende durchziehen. Das war an jenem 2. April, als das Derby gegen Union Wetten mit 1:2 in die Hose ging. "Da habe ich kurz befürchtet, dass es zu einem Leistungsknick kommen könnte", gibt Andreas Holla zu.

Doch die jungen Wilden gaben nur eine Woche später die passende Antwort. Bei Sturm Wissel gelang ein 2:1 - klingt bei einer Mannschaft, die lange um den Klassenerhalt bangen musste, zwar nicht unbedingt souverän. Im Rückblick ist der neunte von insgesamt zwölf Auswärtssiegen für Holla allerdings von großer Bedeutung: "Das war damals ein richtig schmutziger Arbeitssieg, den meine Mannschaft unbedingt wollte. Da wusste ich, dass wir uns nicht mehr aufhalten lassen."

Morgen startet der Flieger in Richtung Mallorca - dort lässt es die Meistermannschaft in Begleitung der "Zweiten" und "Dritten" drei Tage lang richtig krachen. An die sportliche Zukunft verschwendet Andreas Holla erst wieder Gedanken, wenn er seine Jungs am 2. Juli zum Trainingsauftakt bittet. "Ich bin noch nie ein Freund von Prognosen gewesen. Aber meine Mannschaft dürfte gezeigt haben, dass sie auch in der Bezirksliga eine gute Rolle spielen kann."

(RP)
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