Lokalsport: Ein Abend ganz im Zeichen des Sports

Lokalsport : Ein Abend ganz im Zeichen des Sports

Die Stadt Geldern ehrte gestern im Bürgerforum die "Sportler des Jahres". Besonders das Ehrenamt wurde gewürdigt.

365 Tage lang war das Sportjahr 2013 und in eben diesem haben die Sportler in Geldern alles aus sich herausgeholt — mal mehr, mal weniger erfolgreich. Um die erbrachten Leistungen zu würdigen, verleiht die Stadt Geldern einmal im Jahr die Auszeichnung "Sportler des Jahres". Gestern Abend war es wieder soweit.

Im Gelderner Bürgerforum kamen die Sportler des Jahres, Vereinskameraden sowie befreundete Gäste zusammen, um die Ehrung entgegenzunehmen oder zu verfolgen. Wie in jedem Jahr üblich, hatten die Organisatoren kleine Filmbeiträge vorbereitet, die allen Gästen auch bildlich veranschaulichen sollten, was den jeweiligen Ehrenträger auszeichnet.

Zur Mannschaft des Jahres kürte die Stadt die Tennis-Mannschaft Herren 60 des TC Blau-Weiß Veert 1984, die komplett vertreten war, die Urkunden stolz auf der Bühne abholte und sich — wie alle Ausgezeichneten am gestrigen Abend — in das Sportbuch der Stadt Geldern eintragen durfte. Vor allem die Beständigkeit des Erfolges rechnete man den Veerter Tennisspielern hoch an. Denn schon seit einigen Jahren spielt das Team sehr erfolgreich in unterschiedlichen Altersklassen. Im vergangenen Jahr belegte es den zweiten Platz in der abgelaufenen Niederrheinliga-Saison. Und um die Sportart auch gleich vor Ort zu veranschaulichen, schlug die Tennisjugend des TC Grün-Weiß Geldern im Verein Eintracht Geldern im Bürgerforum auf und zeigte ihr Können. Trainer Marco Oversteegen ließ es sich dabei nicht nehmen, ein paar Filzkugeln mit Bürgermeister Ulrich Janssen zu schlagen. "Ich habe bereits in Kleve und Emmerich mit den Bürgermeistern gespielt, und möchte das jetzt in Geldern natürlich auch", sagte er.

Zu dem Zeitpunkt ahnte Jugendwartin Karin Ackermann noch nichts. "Ich bin davon ausgegangen, dass ich hier bin, um die Tennisjugend zu unterstützen", sagte sie und erhielt nur wenig später die Auszeichnung für ihr Engagement im Gelderner Tennisclub. Bürgermeister Janssen holte Ackermann persönlich auf die Bühne, um sie zu ehren. "Ich bin total überrascht, vor allem weil all meine Vereinskollegen dicht gehalten haben", erklärte Ackermann. "Das ist ein schönes Gefühl, dass die eigene Arbeit so wertgeschätzt wird."

Über die Auszeichnung "Besonderes ehrenamtliches Engagement" durfte sich die "Grüne Gruppe" des Bädervereins Waldfreibad Geldern freuen, die, anders als ihr Name vermuten lässt, gestern in zivil gekommen war. Denn normalerweise werfen sich die Mitglieder in Gärtner- oder Handwerksbekleidung, bewaffnen sich mit Heckenscheren oder Laubsaugern, und halten das riesige Freibadgelände in Walbeck von etwa 80000 Quadratmetern Größe in ehrenamtlicher Tätigkeit in Schuss. Viele tausende Arbeitsstunden hat die Gruppe bereits geleistet.

Für sein Lebenswerk wurde Eyke Jansen vom TC Kapellen geehrt. Der 70-Jährige ist Tennisspieler mit Leidenschaft und seit 25 Jahren auch als Schiedsrichter unterwegs. Zudem trainiert er dreimal wöchentlich die Tennisjugend in Kapellen.

Alles in Allem ein wahrer Tennisabend für das Gelderland. Mit einer Ausnahme: Der Aikidoverein "Aikido Dojo Alpen" sorgte für Abwechslung und zeigte einige Verteidigungsaktionen. "Heute ist es zwar etwas tennislastig, aber das ist ein positives Zeichen. Tennis ist wieder im Kommen", sagte Moderator Hans Schraets, der gemeinsam mit Christiane Plaumann souverän und besonders humorvoll durch den Abend führte. Ein Beispiel: Eine spanische Praktikantengruppe, die derzeit in Geldern weilt, hatte sich im Laufe des Abends unter die Menge gemischt, was Plaumann nicht verborgen blieb. Sie begrüßte die Gruppe auf Spanisch. Co-Moderator Schraets sagte anschließend: "Das alles kommt mir spanisch vor. Ich könnte jetzt weitermachen, aber nur auf Veerter Platt."

Späßchen wie diese wird es von den beiden als Moderatoren-Duo im kommenden Jahr allerdings nicht mehr geben. "Wir ziehen uns aus der Politik zurück und gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagte Plaumann.

Dennoch muss es irgendwie weitergehen — und das wird es auch. Auch im nächsten Jahr werden Gelderns beste Sportler geehrt. Dazu sind wie immer Bürger und Vereine aufgerufen, um würdige Personen für die Ehrung vorzuschlagen.

(cad)
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