Drittligist TV Aldekerk blamiert sich beim Abstiegskandidaten

Handball : „Blamage“: ATV ist nur ein Aufbaugegner

Dritte Handball-Liga der Frauen: TV Aldekerk gerät mit 19:27 (9:15) beim Abstiegskandidaten 1. FC Köln unter die Räder, der zuvor sechs Spiele in Folge verloren hatte. Damit ist der Kontakt zur Spitzengruppe vorerst abgerissen.

Die Siegabsicht war bei den Aldekerkerinnen im Vorfeld der Auswärtspartie in Köln bei der Abfahrt oder zumindest beim Abschlusstraining noch da. Ob sie jetzt auf der Autobahn oder in der Kabine der Sporthalle am Raderthalgürtel auf der Strecke geblieben ist, bleibt unter dem Strich egal. Die Grün-Weißen entpuppten sich am Samstagabend als zahnloser Aufbaugegner und verhalfen den Domstädterinnen nach sechs punktlosen Spielen zum deutlichen und verdienten Erfolg.

In den vergangenen, ebenfalls verlorenen Spielen in fremder Halle, hatten die Grün-Weißen noch gute und kampfstarke Partien geliefert und am Ende oftmals unglücklich verloren. Doch davon war der ATV im Spiel gegen den Club mit dem Geißbock auf den Shirts weit entfernt. „Es war heute eine Blamage“, fasste Trainerin Dagmara Kowalska nachher zusammen. „Das war vorne nichts, hinten nichts und im Tor auch nicht. Ich habe meine Mannschaft kaum wiedererkannt.“

Klar fehlte in Angelina Huppers eine Spielerin aus der ersten Reihe. Dass die übrigen Talente es jedoch nicht schafften, eine ordentliche Leistung auf die Platte zu bringen, hat jetzt mit Pech dann wohl weniger zu tun. Solange das Team nicht bereit ist, sich als solches zu verkaufen und die Komfortzone zu verlassen, wird es auch in den kommenden Auswärtspartien ein Überraschungspaket bleiben, wo niemand weiß, was nach 60 Minuten herauskommt. So auch in Köln, als von Beginn an nicht viel zusammenlief und niemand in der Lage war, Ruhe und Struktur ins Aldekerker Spiel zu bringen. „Wir sind auswärts momentan einfach nicht in der Lage, unsere Leistung abzurufen“, sagte ATV-Kapitänin Lisa Beyer dann auch in der Rückschau. „Wir haben zu keiner Zeit Zugriff bekommen und zudem zu viele technische Fehler produziert, die mehr Tore ganz einfach nicht erlaubt und uns von Beginn an ins Hintertreffen gebracht haben.“

Neun Tore im ersten, zehn im zweiten Durchgang waren deutliches Zeichen für die mangelnde Durchschlagskraft der Gäste an diesem Abend. So lief die Partie mehr oder minder an den Grün-Weißen vorbei, die die Heimreise verdientermaßen ohne Punkte antreten mussten. Der aktuelle Mittelfeldplatz ist keineswegs dramatisch, doch wäre in der Rückschau insgesamt mehr drin gewesen. Bevor es jetzt in die Weihnachtspause geht, kommt am kommenden Samstag noch Aufsteiger Netphen zum ersten Rückspiel in die Vogteihalle.

TV Aldekerk: Leuf, Cengiz – Rottwinkel (4/2), Kühn (3), F. Huppers (3/3), Gilej (2), van Neerven (2), Kunert (1), Kern (1), Samplonius (1), Rütten (1), Beyer (1), Bleckmann, Löwenthal, Weisz.

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